"Bares für Rares": Für dieses wertvolle Gemälde zahlten die Verkäufer einen Schnäppchenpreis

"Ein wunderschönes, idyllisches Ölbild!", schwärmte "Bares für Rares"-Experte Albert Maier. Als er erfuhr, wie wenig das Verkäuferpaar dafür bezahlt hatte, wollte er es kaum glauben ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Das sah ganz schlimm aus, als wir es gefunden haben", berichteten Katharina und Felix Kreutzer von ihrem Mitbringsel. "Wir haben es sauber gemacht, dann ist das zum Vorschein gekommen", so Felix. Mit "das" meinte er ein Gemälde. Auf dem Flohmarkt hatten die beiden nur Augen für den Rahmen, doch bei "Bares für Rares" wurde ein Kunstschatz gehoben!
"So ein alter Schinken und dann zwei so nette junge Leute", begrüßte Horst Lichter die jungen Gäste. "Euer Outfit - 'ne Eins!" Vor allem die Kopfbedeckung von Felix Kreutzer hatte es dem Hutliebhaber angetan. "Wenn man sich so kleidet, steckt meist ein Beruf oder eine Leidenschaft dahinter", glaubte der Moderator.
In seinem Urteilsvermögen über Raritäten ist Lichter nicht immer treffsicher, in Sachen Menschenkenntnis ist er scheinbar ein besserer Beobachter. "Ich habe lange in der Vintage-Branche gearbeitet, mit Mode der 50er- und 60er- Jahre", erklärte Felix Kreutzer sein Outfit. Vintage war auch das mitgebrachte Gemälde.
"Ich habe das eigentlich nur wegen dem Rahmen gekauft", erklärte der mit seiner Schwester Katharina aus Unterhaching angereiste Felix Kreutzer. "Wolltest einen Spiegel reinkloppen", vermutete Lichter. "Irgendsowas", stimmte der Verkäufer zu. "Ich glaube, ich habe 17 Euro gezahlt", erklärte er. Albert Maier konnte das kaum glauben.
"Ich kann das nicht fassen, dass man so etwas heute noch für 17 Euro kaufen kann", gab Albert Maier zu. "Tja, Albert, wenn einer keine Ahnung hat, gibt er es billig weg", wusste Lichter. Den Fehler wollten die Geschwister vermeiden. 1.000 Euro oder nur 300? Die Spanne der Verkäufer war recht groß. Maier half: Der Experte taxierte auf 400 bis 500 Euro.
"Gut gemalt und sehr beruhigend", so hatte der Experte das Bild, welches zu den Hauptwerken des bayerischen Malers zählte, empfunden. Doch was empfanden die Händler? Vorerst klärten sie das Offensichtliche. David Suppes sah sich den See mitsamt Steg und Buben aus der Nähe an und erkannte: Hugo Degenhard.
"Mensch, was für ein schönes Bild", fand Elisabeth Nüdling (rechts). Wolfgang Pauritsch wollte es genauer wissen: "Ist es der Ammersee oder der Starnberger See?" Die Geschwister erklärten, dass sich da selbst der Experte Maier unsicher war. Christian Vechtel staunte, dass das Werk ein Zufallsfund auf dem Flohmarkt war.
"Das war ein Glücksgriff", fand der Verkäufer. "Das glaube ich auch", bestätigte Christian Vechtel. Wolfgang Pauritsch fand, dass die Bilder des ihm bekannten Künstlers leider zu schwach gehandelt würden, startete aber dennoch mit 300 Euro. Vechtel zog mit 400 nach. "Da ich ja in Bayern lebe, mach ich weiter", so Pauritsch. Er bot 470.
"Was mich fasziniert, dass diese Form der Fischerboote heute noch gebaut werden, darum biete ich 500 Euro", konterte Pauritsch (links). "So leicht lasse ich Wolfgang nicht davonkommen", konterte Vechtel (rechts) und erhöhte auf 520. "Was mir noch gefällt, ist das Segelboot", schwärmte Pauritsch. Die Kollegen lachten. Nüdling erkannte: "Es wird immer teurer."
Für 550 Euro ging der 17-Euro-Flohmarktfund am Ende an Wolfgang Pauritsch. 50 Euro über der Expertise also. Verkäuferin Katharina Kreutzer sollte Recht behalten. Sie hatte vor dem Betreten des Händlerraums bereits philosophiert: "Es braucht keine Strategie, weil: Wenn sich einer in das Bild verliebt, sucht sich jede Rarität selbst den Händler."
Was Lotti Jungblut aus Luxemburg für ein "dreckiges Keksdöschen" hielt, entpuppte sich bei der Expertise als antike Londoner Zigarrendose aus Sterlingsilber. Die 57-Jährige bekam Schnappatmung, als Albert Maier den Speicherfund auf bis zu 700 Euro taxierte. Elisabeth Nüdling war sie sogar 800 Euro wert.
"Granaten!", stellte Elisabeth Nüdling fest. Sie bezog sich allerdings nicht auf Militaria, sondern die Art des Ohrschmucks, den Arno Barian aus Erfstadt nebst Collier mitbrachte. Auf Lichters Frage nach dem Wunschpreis erwiderte er erfrischend ehrlich: "So viel wie möglich." David Suppes zahlte 180. Wendela Horz hatte auf 70 geschätzt.