Ergriffenheit bei "Bares für Rares": Horst Lichter tief bewegt von Liebesgeschichte

Die Verkäufer und ihr Verkaufsobjekt sorgten für einige Verwirrung bei "Bares für Rares". Erfahren Sie alle Details in unserer Bildergalerie.

Ein kurioses Verkaufsobjekt brachten Gudrun Neumann und Rolf Heimann mit. Ebenso eigenwillig wie das Mitbringsel war ihre private Konstellation. Denn der Flipper war gar kein Flipper und das Paar gar kein Paar. Den Nagelspielautomaten fand Horst Lichter zwar auch spannend, doch sein Herz ging auf, als es um das Privatleben der Gäste ging ...
„Ganz viele Nägel sind da drin“, erkannte Lichter das Offensichtliche. „Pinball“, erklärte Rolf Heimann. „Oder auch ein Nagelspielautomat“, dozierte Sven Deutschmanek. „Es ist kein Flipper, weil: Es fehlen die Flipper“, so der Experte. Die seitlichen Hebel wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg erfunden, auch die elektronischen Bumper fehlten.
Deutschmanek wollte das Geschicklichkeitsspiel demonstrieren, was eigentlich eher ein Glücksspiel ist, denn die Kugel lässt sich nach dem Startschuss nicht mehr in ihrer Bahn beeinflussen. Ein bisschen Geschick brauchte man dennoch, wie Deutschmanek bewies. Er war beim ersten Versuch zu langsam und die Kugel blieb stecken.
Heinrich Goebels aus Köln hatte den Spielautomaten „Göbi-Ball“ Ende der 20er- oder Anfang der 30er-Jahre erbaut. „Die höchste Punktzahl gab es, wenn die richtigfarbige Kugel in das richtigfarbene Feld fiel“, wusste Deutschmanek. „Jetzt haben wir schon jede Menge erfahren und kennen euch zwei immer noch nicht“, stellte Lichter mit Bick auf seine Gäste fest.
Auf Lichters Frage nach dem Wohnort des Paares nannte sie Lohmar und er Solingen. Lichter kombinierte staunend: „Ach, ihr seid gar kein Paar?“ Rolf Heimann erklärte, dass sie lange Jahre ein Paar waren, nun aber gute Freunde. Auf Lichters Frage, wem der Automat gehöre, hob sie einen Finger, doch der Freund sagte: „Das wissen wir nicht so genau.“
„Also macht ihr nachher halbe-halbe?“, fragte Lichter. „Dafür kaufen wir eine Currywurst“, erklärte Gudrun Neumann. Und fügte hinzu: „Aber in Berlin ... mit Flug.“ 100 Euro erhofften sich die beiden für den historischen Automaten. Sven Deutschmanek empfahl 250 bis 300 Euro. „Dafür kriegt ihr beide ne Currywurst“, war Lichter sicher.
„Mit Flug“, insistierte Gudrun Neumann, „und Mietwagen“. Man merkte dem Moderator an: Bei aller Faszination für den antiken Automaten war es die antike Liebesgeschichte hinter der Freundschaft, die sein Herz erwärmte. „Ihr zwei Hübschen“, verabschiedete er das Paar, das keines mehr war, „bleibt einfach lieb zueinander, das ist eine schöne Sache“.
„Der Prügel geht in die Eifel“ – mit dieser Kampfansage markierte Walter Lehnertz sein Revier. „Ein alter Flitzer ist das, oder?“, fragte Jan Cizek (links). Er meinte nicht den Kollegen. „Kicker?“, tappte auch Dr. Elisabeth Nüdling im Halbdunklen. „Flipper“, lag auch Lehnertz falsch. Wolfgang Pauritsch (sitzend) wusste: „Das ist kein Flipper.“
„Wie kriegt man denn die Kugeln raus?“, wollte Walter Lehnertz (links) wissen. „Da ist ein Mechanismus, aber der ist kaputt“, musste Rolf Heimann zugeben. „Da werde ich wohl drangehen müssen“, gab sich Lehnertz kaufbereit. Das erste Gebot machte Wolfgang Pauritsch mit 150 Euro. Jan Cizek (rechts) erhöhte auf 220 und träumte schon vom Aufstellungsort.
„Das Spiel hatten wir schon mal, du weißt auch, wer es gekriegt hat“, erinnerte Lehnertz an eine alte Verhandlungs-Fehde mit dem Kollegen. „Moment, heute bin ich auch dabei – 260!“, brachte sich Wolfgang Pauritsch (links) in Erinnerung. „Gibst du schon auf?“, wollte Schmitz-Avila (Mitte) von Jan Cizek wissen, nachdem Lehnertz 310 Euro geboten hatte.
Walter Lehnertz erstand das antike Nagelstudio für 330 Euro. „Dann komm bei mich“, bat er. Rolf Heimann wollte sich auf den Weg machen, doch Gudrun Neumann widersprach sanft: „Du hast ja gesagt. Und ich gehe das Geld holen.“ Auch wenn die beiden kein Paar mehr waren: Teamwork hatten sie immer noch drauf. Vielleicht ja das Geheimnis ihrer Bindung.
„Dat is für den Aperitiv und das ist, um sich wegzubomben“ – so beschrieb Horst Lichter den Trink- und den Kegelfußbecher von Katrin Santowski. Er sei nicht so alt wie er aussieht, fand Dr. Rezepa-Zabel. Gemeint war nicht Lichter, sondern der Becher. Die Expertin taxierte das silberne Duo auf bis zu 230 Euro. Dr. Lisa Nüdling bezahlte 250 Euro.
„Albert, sag ruhig was, das ist sehr schwer“, bot Lichter Hilfe an, als der Experte das bronzene Pferdegespann anhob. Albert Maier verzichtete, schweratmig. 500 Euro wollte Helmut Lipken für die Figur, Maier empfahl bis zu 1.500. Wolfgang Pauritsch besaß die gleiche Figur bereits, konnte aber nicht genug davon bekommen – er kaufte für 900.