Geplatzter Traum bei "Bares für Rares": Verkauf dieser Adenauer-Rarität war leider verboten

Ein historisches Unikat im Bestzustand: Horst Lichter und sein Experte kamen aus dem Staunen nicht raus. Über den Tresen ging die Tödelsensation bei "Bares für Rares" dennoch nicht. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Voller Ehrfurcht und Fassungslosigkeit schauten sich Horst Lichter und sein "Bares für Rares"-Experte in die Augen: "Boah, was ha'm wir denn da Schönes stehen? Mein lieber Mann!" Leider sollten die Händler das außergewöhnliche Objekt nie zu sehen bekommen ...
Auch der Experte Detlev Kümmel konnte den historischen Wert nicht fassen: Auf dem Teller waren die Umrisse des früheren Deutschlands und das Konterfei von Konrad Adenauer abgebildet.
Horst Lichter war von der Holzkiste beeindruckt: "Beachtlich. Ich sehe da oben drauf etwas, was mich sehr verwundert, überrascht, begeistert. Und zwar den Adler. Das scheint tatsächlich von der Bundesregierung zu sein."
"Nicht von, für", schaltete sich Detlev Kümmel ein. Denn der ehemalige Bundeskanzler bekam den Teller vermutlich einst auf einem seiner Staatsbesuche als Geschenk überreicht. Die Box bestand aus Palisanderholz und Silber, der Teller aus Messing, Jadesteinen und Elfenbein.
"Die älteste Tochter von Konrad Adenauer, Ria Reiners, hat nach Mönchengladbach geheiratet, wo ich herkomme", erzählte Ursula Widler, wie sie in den Besitz des Staatsgeschenks für den Kanzler kam. "Meine Schwiegermutter hat in den 60er-Jahren da im Haushalt als Köchin gearbeitet."
Detlev Kümmel schwärmte: "Diese ganze freigeschnitzte Arbeit ist komplett Elfenbein." Damit stand jedoch leider fest: "Wir sind in den 50ern, aber definitiv nach 1947, und schon scheidet ohne CITES-Papiere der Verkauf komplett aus." Denn der Handel mit Elfenbein, das nach 1947 verarbeitet wurde, ist ohne Papiere verboten.
Dabei wäre der Teller mit Box bis zu 3.000 Euro wert. Der Experte riet der Verkäuferin: "Das ist Oberliga. Bemühen Sie sich bitte um die Papiere." Horst Lichter verabschiedete sich schweren Herzens: "Und dann bist du wieder bei mir, das muss du mir versprechen."
Lichter war über den geplatzten Verkauf enttäuscht: "Das Ding ist ja eine Sensation." Kümmel stimmte zu: "Absolut. Unikat an eine ganz wichtige Person, wahrscheinlich von einer ganz wichtigen Person."
Mit 800 Euro verließ dafür die Verkäuferin einer Silberschale aus dem Jahr 1818 den Händlerraum. Das 200 Jahre alte Stück stammte von einem Schmied, der auch für Katharina die Große Aufträge angefertigt hatte.
Mit 300 Euro war auch der Verkäufer eines Taxameters aus den 1930er- oder 40er-Jahren sehr zufrieden.
Die Verkäuferin eines handgearbeiteten Goldrings mit Diamanten aus den 1930er- oder 40er-Jahren freute sich über die erzielten 340 Euro.
Und ein dekorativer Kaminfächer aus Messing von etwa 1890 machte den Verkäufer mit 610 Euro glücklich, die weit über der Expertise lagen.