"Bares für Rares"-Händler reißen sich um Poesie-Alben aus dem 18. Jahrhundert

Die Bücher, die ein Verkäufer von seinem Ur-Ur-Ur-Großvater geerbt hatte, erwiesen sich bei "Bares für Rares" als echte Schätze.

Als sich Dietrich von Conrady aus Königsdorf vorstellte, horchte Lichter gleich auf: "Wo kommt der Adelstitel her?" Der Verkäufer klärte auf: "Mein Ur-Ur-Ur-Großvater war Regierungspräsident in Hessen, und der ist 1776 von Josef II. in den Reichsadelsstand erhoben worden."
Das war ja mal was! Und es wurde noch besser: "Was ich da mitgebracht habe, das haben seine Freunde geschrieben." Es handelte sich um zwei Poesie-Alben aus dem 18. Jahrhundert mit Handzeichnungen und Sprüchen.
Die Aufschrift "Denkmal der Freundschaft" und L.W. von Conrady 1793 belegten die Familiengeschichte. Colmar Schulte-Goltz wurde ehrfürchtig: "Ich freue mich sehr, das auf dem Tisch zu haben. Das ist eine richtige Rarität, was sehr Schönes und Besonderes."
"Man hat diese Freundschaftsbücher dazu genutzt, um mit anderen hochgestellten Persönlichkeiten in Kontakt zu kommen", erklärte der Experte, "Man hat die gebeten, ob sie sich nicht eintragen möchten."
Eine Preisfindung war für Schulte-Goltz nicht einfach: "Das ist eigentlich ein unschätzbares Stück." Er setzte trotzdem bis zu 800 Euro fest: "Das würde ich Ihnen sehr wünschen."
Im Händlerraum machte sich ebenfalls Ehrfurcht breit. "18. Jahrhundert", vermutete Wolfgang Pauritsch (l.) ganz richtig. Fabian Kahl (M.) erkannte sogar den Sinn der Bücher: "Das sind Poesie-Alben." Ludwig Hofmaier (r.) ergänzte: "Unikate sind das."
Pauritsch eröffnete mit 200 Euro, wurde jedoch direkt von Kahl überboten: "Ich möchte Ihnen gerne 500 Euro anbieten." Der Beginn eines Händler-Duells zwischen den Sitznachbarn ...
Bei 810 Euro war letztendlich Schluss. "Der Fabian hat diese Schlacht gewonnen", erklärte Pauritsch und überließ dem Gegner das Feld. "Deine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt." Damit war sogar der Schätzpreis übertroffen.
Gutes Geld in Form von 250 Euro gab es auch für vier Emaille-Schilder von 1920 bis 1950.
Eine Diamant-Damenuhr aus Platin und Weißgold aus den 1930er-Jahren erzielte 750 Euro.
Ein Rosenthal-Kampfhahn aus den 1930er-Jahren brachte 260 Euro ein.
Ein rundum erneuertes, rosarotes "Spatz"-Moped aus dem Jahr 1964 erzielte 1.780 Euro.
Und die Verkäuferin einer kleinen Silbertasche mit passendem Portemonnaie von Anfang des 20. Jahrhunderts durfte sich über 200 Euro freuen.