Skurriles Gemälde bei "Bares für Rares": Nacktbild sorgt für Aufsehen

Ein ungewöhnlicher Akt in Öl sorgte zwischen all den verstaubten Raritäten für willkommene Abwechslung im Trödel-Alltag von Horst Lichter und seinem "Bares für Rares"-Team.

"Oh là là, das geht aber nackig zur Sache!" Horst Lichter war direkt fasziniert von der nackten Dame, die er bei "Bares für Rares" begrüßen durfte. Noch aufregender war jedoch ihre Herkunft ...
Stefan Dunkmann verkündete stolz: "Der Maler dieses Bildes ist mein Urgroßvater." Der Journalist aus Aurich wusste noch mehr über die Hintergründe: "Der hatte eine Professur in Hannover an der Kunsthochschule. Er hat da unterrichtet und ist 1941 ausgebombt worden."
Zum Glück konnte das Gemälde aus den Trümmern des Ateliers gerettet werden. Als Beweis für die Herkunft konnte Herr Dunkmann ein Bild des Urgroßvaters Georg Dieckmann vorlegen.
Der Experte Colmar Schulte-Goltz war sich sicher, dass der Künstler im großen Bild ein Selbstporträt gemalt hatte. Doch trotz familiärer Hintergründe sollte das Nacktbild jetzt weg: "Meine Frau meint: 'Du willst doch wohl nicht diese Dame an die Wand hängen?'"
Das Gemälde war jedoch mehrfach geflickt und beschädigt. Herr Dunkmann ließ sein Dachboden-Schätzchen erst vor Kurzem für 1.000 Euro restaurieren. Die wollte er nun gerne wiederhaben.
Der Experte hielt sogar bis zu 1.800 Euro für möglich: "Das Gemälde ist ein qualitätvolles Original-Werk von Georg Dieckmann, oben signiert von 1889." Jetzt kam es auf die Händler an und ob sie für die nackte Dame empfänglich waren ...
Walter Lehnertz (rechts) schien zumindest interessiert: "Das ist aber skurril! So was hatten wir noch nicht! Was soll das denn sein? Römisches Bad?"
Ebenfalls beeindruckt waren die Trödler von der Geschichte, dass der Künstler der Urgroßvater des Verkäufers war. Wenn da nur nicht der schlechte Zustand des Bildes wäre ...
Mehr als die 800 Euro von Christian Vechtel waren trotz Freizügigkeit leider nicht herauszuholen. Der Verkäufer war dennoch zufrieden: "Ich freue mich, dass es nicht mehr auf den Dachboden kommt, sondern in neue Hände."
Einen willigen Käufer fanden auch diese Raritäten: Ein Zigarettenetui aus Silber aus den 20er-Jahren erzielte 120 Euro.
Ein antiker Kegelbillardtisch von 1900 wurde weit unter Wert für 800 Euro verkauft.
Eine Rolex Precision Damen-Armbanduhr aus den 40er-Jahren schaffte erfreuliche 1.500 Euro.
Eine Bronzeskulptur von zwei Pferden aus den 80er-Jahren von Friderun von Stralendorff-Eilers sahnte 1.100 Euro ab.
Und ein 60er-Jahre Steingut-Kinderservice von Melitta holte mit 160 Euro den doppelten Schätzpreis.