"Bares für Rares": Filmreife Bieterschlacht um Hollywood-Uhr

Als sie diese Uhr erblickten, gaben die Händler von "Bares für Rares" Vollgas. Die Schönheit aus der Schweiz hatte eine ganz besondere Geschichte.

"Ich sehe, du hast eine sehr schöne Uhr mitgebracht", sagte Horst Lichter mit glänzenden Augen. "Eine außergewöhnliche", fügte der "Bares für Rares"-Moderator gleich hinzu, denn das war sie in der Tat, wie sich noch herausstellen sollte.
"Von Breitling", wusste Besitzerin Beate Schneckener aus Ostfriesland über die Uhr ihres verstorbenen Mannes zu berichten. Horst Lichters Interesse war geweckt.
In den 1970er-Jahren machte sich ihr Mann den Chronografen des bekannten Schweizer Herstellers selbst zum Geschenk.
Lichter fasste die Fakten zusammen: "Ein wunderbarer Chronograf in einer Formgebung, wie ich sie gar nicht kenne von Breitling." Nun war es an Expertin Heide Rezepa-Zabel, noch weitere Details zu nennen.
Die hatte die Expertin parat: "Kissenförmig, extravagant, und das Modell heißt 'Chronomatic'. Es ist der erste Chronograf mit automatischem Aufzug." - "Kaliber 11", fügte sie noch hinzu, allerdings ohne Originalarmband und mit neuen Knöpfen.
Mit der eigentlichen Sensation ließ sich die Expertin lange Zeit: "Kaliber 11 wurde auch bekannt, weil eine quadratische Uhr mit diesem Kaliber in dem Film 'Le Mans' mit Steve McQueen auftaucht."
Drin war sogar noch mehr, denn Fabian Kahl (r.) hatte ein persönliches Interesse an der tollen Uhr: "Oh, die sieht aber gut aus!" Julian Schmitz-Avila (l.) gefiel sie ebenfalls: "Ausgefallen!"
Schmuckhändlerin Susanne Steiger war auch heiß auf die Uhr und gab ein Gebot von 2.100 Euro ab: "Eine Eckige fehlt noch in meinem Sortiment." Panik bei Fabian Kahl. "Ich geb 2.500!", hoffte er, die Händlerkonkurrenz mit seinem Gebot zu schocken.
Doch Schmitz-Avila legte noch was drauf: "Das ist die schönste Breitling, die ich bis jetzt gesehen habe." 2.600 Euro lautete am Ende einer filmreifen Bieterschlacht das letzte Gebot - und das kam von Fabian Kahl. "Gott sei Dank", freute der sich über den Zuschlag. "Dann kann ich meine anderen verkaufen und trage dann die!"
Grund zur Freude gab es auch für die anderen Verkäufer: Eine Goldkette mit Porzellanbild von etwa 1900 schaffte den Schätzpreis von 600 Euro.
Ein modernes Gemälde von Arthur Michaelis aus dem Jahr 1933 ging für 570 Euro weg.
Für 220 Euro kauften die Händler eine Dampfmaschine mit Zubehör aus den 1920er- bis 1930er-Jahren.
Eine skurrile Bronze-Bärenskulptur von Christophe Fratin von 1850 holte 1.200 Euro.
Und eine Rosenthal-Lampe in Orange aus den 1970er-Jahren erzielte 160 Euro.