Unbarmherzige Kollegen: Bei "Bares für Rares" fliegen die Fetzen

Im Händlerraum bei "Bares für Rares" herrschte ein ruppiger Ton. Warum sich die anderen Händler über Julian Schmitz-Avila lustig machten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Julian Schmitz-Avila versuchte vergeblich, die Funktionalität eines Verkaufsobjekts zu entschlüsseln. Was folgte war ein mahnendes Beispiel für Gruppendynamik wie aus dem Psychologie-Lehrbuch. Dr. Nüdling zeigte sadistische Freude am Scheitern des Kollegen. Und plötzlich hieß es: Alle gegen Julian! Wie der mit dem Mobbing umging, zeigt die Galerie.
"Darf ich das mal haben?", fragte Horst Lichter. "Vorsicht, mehrteilig!", rief Sonja Werner. Der eingeschüchterte Moderator gab das Mitbringsel eilig an den Experten Detlev Kümmel weiter. "Wäre ja gemein, wenn es auf den letzten Schritt noch Beulen bekäme", fand die 52-Jährige. "Ich dachte, das ist eine Kanne", entschuldigte sich Lichter.
Eine Kanne war das Objekt ja auch tatsächlich. Aber eben eine ganz besondere - wie die Verkäuferin fand. Als "Teeschwein" hatte die Hausfrau aus Emmelshausen das silbern glänzende Objekt bei einer Haushaltsauflösung erstanden. Die größte Besonderheit war allerdings die knifflige Funktionalität, die später für einen Eklat sorgen sollte ...
"Hier vorne kann ich es umkippen", demonstrierte Detlev Kümmel. "Das ist nicht umgefallen, das ist geplant." Er zeigte das Sieb im Inneren. "In diese Abteilung kommen Teeblätter", demonstrierte er. Die nächsten Schritte: Wasser hinein, umkippen, verschließen, warten. "Ziehen lassen heißt das", belehrte Lichter den Experten.
"Kein Silber, kein Hersteller - ist sie wenigstens uralt?", fragte Lichter kritisch. "30er-Jahre", vermutete Kümmel. "Das ist ja immer noch alt", fand der Moderator. "Eine Spielerei die man nicht unbedingt braucht", so Kümmels Fazit. "Und kurios", freute sich der für sein Faible für Kuriositäten bekannte Moderator.
Fünf Euro erhoffte sich die Verkäuferin für die Teekanne aus den Dreißiger Jahren. Die Summe hatte sie damals bezahlt. Nicht viel Geld für eine rare Kuriosität im Art-déco-Stil. Entsprechend vehement widersprach Detlev Kümmel und korrigierte nach oben: 50 bis 70 Euro Gewinn hielt er für adäquat. "Cool", freute sich Sonja Werner.
"Ein Kännchen", vermuteten die Händler im Chor. "Nicht nur", meinte die Verkäuferin geheimnisvoll. "Das ist ja ganz was Spannendes", ahnte Daniel Meyer. "Was ist das ... was ...", stotterte Julian Schmitz-Avila, während er das Mitbringsel befummelte. "Na für Tee", erwiderte Fabian Kahl, als wäre der Kollege begriffsstutzig.
Noch fieser war Dr. Elisabeth Nüdling. "Pst!", machte sie. "Sagt nix - mal gucken ob er allein drauf kommt." Julian Schmitz-Avila bekannte: "Jetzt steh ich wieder auf dem Schlauch." Dabei kippte er die Kanne intuitiv korrekt. "Und dann? Und dann? Komm!", ereiferte sich Lisa Nüdling, die offenbar ihre sadistische Ader entdeckte.
"Jetzt kommt das Motorik-Spiel", meinte Verkäuferin Sonja Werner, wenig aufmunternd. "Warte mal ... Häh?", machte Schmitz-Avila und versuchte vergeblich, den Deckel wieder in die korrekte Position zu bringen. "Nein!", sagten im Wechsel Verkäuferin und Nüdling. Alle redeten auf den Händler ein, bis der jammerte: "Was möchtet ihr denn von mir!"
Fabian Kahl nahm die Sache nun selbst in die Hand. Und stellte sich nicht geschickter an. "Das kann jeder, einfach mal reingreifen!", monierte Julian Schmitz-Avila in Gegenwehr gegen die vorher entstandene Schmach. Irgendwann zeigte Sonja Werner Erbarmen und verriet des Rätsels Lösungs: "Der Griff gehört dahin, wo der Henkel ist."
"Aber die Theorie war richtig", verteidigte Daniel Meyer den Ruf der Händler. "Vor allem so schnell", scherzte die Verkäuferin. "Das war ironisch gemeint", kombinierte Lisa Nüdling. Markus Wildhagens Startgebot von 200 Euro war so hoch, dass keiner mehr mitbot. "Es ist kein Gold", mahnte Kahl den Kollegen. Wildhagen blieb unbeeindruckt und kaufte.