Verblüffendes YouTube-Special: Horst Lichter fischt die "Bares für Rares"-Hits aus dem Netz

Für die aktuelle Spezialsendung von "Bares für Rares" suchte Horst Lichter die klickstärksten Raritäten und Objekte auf dem YouTube-Kanal seiner Sendung. Und er wurde überrascht ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

Das Motto für die neue Spezialsendung von "Bares für Rares" lautete: die beliebtesten Objekte der Online-Community. Dafür suchte Trödel-Experte Horst Lichter die Raritäten und Objekte mit den meisten Klicks auf YouTube. Über die Ergebnisse war er selbst erstaunt: Brillis, alte Prospekte und ein nicht verkaufter Bronze-Adler.
Ein klassischer Brillantring brachte über eine Million Klicks auf YouTube. Der Schmuck sprach für sich, erklärte Expertin Wendela Horz, denn "selbst ein Laie erkennt: das ist was Schönes!" Der Diamant war lupenrein, mit einer sehr guten Farbe, und kam auf 1,357 Karat. Da lachte Lichter schelmisch und meinte: "Das ist ein Stück weg von schlecht."
Auch Mario Beckers Objekt ließ die Klicks auf YouTube steigen. Sein sogenanntes Panorama, ein Prospekt im Ziehharmonika-Effekt der Gewerbeausstellung von 1896 in Berlin, hatte er für schlappe 2 Euro erworben. Sein Wunschpreis lag nun bei 200 Euro. Experte Detlev Kümmel taxierte den Katalog sogar auf 450 Euro.
Der lithographierte Messekatalog sorgte auch im Händlerraum für große Augen. Händlerin Susanne Steiger fand vor allem den 3D-Effekt "total cool!" Doch die Gebote starteten bei nur 20 Euro und stiegen auch sehr langsam auf 250 Euro - da war dann Schluss. Und Julian Schmitz-Avila bekam den Zuschlag. Der Verkäufer war dennoch zufrieden.
Sage und schreibe 10 Millionen-Mal wurde der Flohmarktfund von Natalie Fischer auf YouTube geklickt. Als die Verkäuferin den Ankaufspreis zugab, zuckte Albert Maier zusammen. Und Lichter gratulierte zum Schnäppchen für 20 Euro. Die Skulptur besaß laut Expertise alles: "Sie ist signiert, und man kann sie datieren" - auf 1920 nämlich!
Die Bronze besaß ihre originale Patina, und "das ist natürlich wunderschön", schwärmte der Experte. "Aber die Darstellung ist das Allerbeste: der Kamelreiter mit seiner Frau", so Maier. Denn arabische Szenerien seien sehr gut verkäuflich, erst recht, wenn sie "dazu noch in perfektem Zustand" seien. Die Expertenschätzung: 1.200 bis 1.500 Euro.
Bevor es in den Händlerraum ging, rief Lichter: "Wenn du das nächste Mal auf den Flohmarkt gehst, nimm mich mit!" Das Angebot hätten die Händler sicher auch angenommen, die fleißig für das Kamel boten - oder war es doch ein Dromedar, wie Walter Lehnertz (links) behauptete? Letztlich wurde er jedoch von Julian Schmitz-Avila (rechts) und seinen 850 Euro ausgeboten.
Lichter war entzückt: ein kleines Motorrad, Typ: Yamaha 500. Das hätte der Moderator nie weggegeben. Doch bei Burkhard Heiliger stand das Fahrzeug nur noch im Keller herum, und seine Frau wollte es unbedingt loswerden. Das Pocket Bike stammte aus einer limitierten Auflage (200 Stück) und war voll funktionsfähig sowie mit Originalteilen ausgestattet.
Der Wunschpreis für das Mini-Motorrad lag bei 750 Euro, und die Expertise von Sven Deutschmanek erreichte sogar 1.000 Euro. "Waldi" Lehnertz testete gleich, ob das Mini-Bike etwas für die Eifel wäre. Seinem strahlenden Gesicht nach zu urteilen: Ja! Und so ging das Bike nach einem Händler-Gefecht für 880 Euro an Lehnertz.
Für eine Menge Zuschauer im Netz sorgte auch Andreas Kukrals geheimnisvolle Skulptur. Sie brachte Detlev Kümmels Hand sogar zum Zittern. "Dann muss es was Tolles sein", grübelte Lichter. Und so war es auch, denn es handelte sich um eine Gedenkskulptur aus dem Jahr 1925 zur ersten Jahresfeier der Freimaurer-Johannisloge "Zum schwarzen Adler".
"Dieses Stück ist ein Meilenstein. Dazu existiert die Freimaurer-Loge auch noch in Berlin", erklärte Kümmel total begeistert. Die Frage nach dem Wunschpreis konnte der Verkäufer nach der Expertise nicht mehr beantworten. Vielmehr überlegte er laut, ob es nicht besser wäre, den Vogel zurück an die Loge zu geben. Der Expertenpreis lag bei 2.000 Euro.
Aus Neugierde betrat er dann doch den Händlerraum. Und das Staunen war riesig. Bis auf 2.650 Euro boten sich die Händler gegenseitig hoch. Dann unterbrach der Besitzer: "Ich verkaufe nicht, sondern bringe den Adler zur Loge zurück, wo er hingehört!" Eine Entscheidung, die mit großem Respekt quittiert wurde.
Ein Hit auf YouTube war auch die kleine Brosche von Susann Fürer, die aus einer Krawattennadel umgearbeitet worden war. Das Schmuckstück hatte bislang nur in der Schublade gelegen, obwohl es eine sehr interessante Geschichte verbarg. Denn die Krawattennadel hatte dem letzten russischen Zaren gehört.
Die Brosche mit diamantiertem Doppeladler der Familie Romanow lag laut Expertin Horz bei 300 bis 400 Euro. Doch die Händler sahen das anders. Für Fabian Kahl war die Umarbeitung der Brosche zwar ein Frevel. Dennoch entstand ein hitziger Bieterkampf, den Daniel Meyer letztlich mit satten 1.500 Euro gewann.