Zaster für Zaren-Stück: Flohmarktsensation bei "Bares für Rares"

Wenn Horst Lichter völlig gebannt auf seinen Expertentisch starrt, scheint sich bei "Bares für Rares" etwas Außergewöhnliches anzubahnen. Und dieses auf den ersten Blick unscheinbare Ding vom Trödelmarkt entpuppte sich als unglaubliche Sensation. Was in dem kleinen Beutel steckte, verrät die Bildergalerie …

Spannender als jedes Unboxing-Video auf YouTube: Horst und seine Expertin Wendela Horz sehnten den Moment herbei, in dem der Schatz aus dem Säckchen enthüllt wurde.
Doch statt Antworten gab es zunächst noch mehr Fragen: "Oh, wat is denn dat?", hakte Horst bei Catalina und René Walde nach. "Wo habt ihr denn dieses, ich sag mal, Schälchen her?"
Das Verkäuferpaar brachte etwas Licht ins Dunkel: "Wir haben das vor rund drei Jahren auf dem Flohmarkt gekauft. Und es war als Aschenbecher missbraucht worden." Sehr viel mehr wussten die beiden allerdings nicht über das Schätzchen zu berichten.
Horst Lichter hatte jedoch noch die Hoffnung, dass Wendela Horz mehr über das Objekt sagen würde können. "Jetzt will ich aber unbedingt wissen, was das ist!", platzte seine Neugier aus ihm heraus.
Also prüfte die Expertin das glänzende Ding ganz genau und kam zu dem Schluss: "Das ist was ganz Tolles!" Und was genau?
"Das hier ist ein russischer Kowsch", gab sie endlich die Lösung des Rätsels preis. "Mit diesem Kowsch wurde Vodka oder Süßwein getrunken, wenn er denn nicht als Dekorationsgegenstand verwendet wurde."
Doch es kam noch besser und glamouröser: Dieser Kowsch aus echtem Silber war vermutlich sogar vom Zarenhaus als Geschenk überreicht worden. Darauf deutete eine Punze des Hoflieferanten hin, der die Rarität extra angefertigt hatte.
"Man findet diese Objekte auch in Museen in Russland", fügte Expertin Wendela hinzu. Eine Gravur des Datums bestätigte sogar 1906 als Herstellungsjahr. "In einer 1A-Qualität sind diese Stücke wirklich sehr, sehr wertvoll." Dann könnten bis zu 5.000 Euro drin sein.
Durch den unsachgemäßen Ge- beziehungsweise Missbrauch als Aschenbecher war der Zustand jedoch mäßig. Dadurch sank der Wert auf 1.500 Euro. Immer noch eine freudige Überraschung für Catalina und René, denen schon 120 Euro für die Urlaubskasse gereicht hätten.
Fabian Kahl erkannte als erster Händler, worum es sich bei dem Objekt handelte. Während seine Kollegen noch ahnungslos im Niedrigpreissegment boten, setzte er höher an: "Ich gebe 500 Euro."
"Wie hoch war denn die Expertise?", fragte Walter Lehnertz mal in den Raum, um das Silbergefäß besser einschätzen zu können.
Der Schätzpreis überraschte Fabian nicht: "Da werden wir auf vierstellig kommen müssen." Satte 1.250 Euro blätterte er am Ende für das antike Unikat auf den Tisch.
René und Catalina freuten sich, dass die Reise nach Norwegen nun fast komplett finanziert war: "Wir sind happy, jetzt kann's in Urlaub gehen."
Ähnlich happy gingen auch die anderen Verkäufer nach Hause: Ein Teetisch inklusive Tablett, Gestell und Teekanne von 1905 erzielte mit 500 Euro fast den vierfachen Schätzpreis.
Ein alter und massiver Filmprojektor aus den 1930er-Jahren von Zeiss Icon und Ernemann war mit weit über 300 Kilogramm ein echter Brocken, verkaufte sich auch nur schwer und wechselte für 450 Euro den Besitzer.
Dafür schafften die richtig antiken goldenen Ohrringe aus dem Jahr 1885 die gewünschte Summe von 500 Euro.
Eine kleine Vase aus den 1920er-Jahren, die im sehr aufwendigen klassischen Cloisonné-Verfahren gefertigt wurde, brachte ihren Verkäufern 230 Euro ein.
Und die Sammlung aus verschiedenen Blechspielzeugautos der 1930er-Jahre war mit 220 Euro sehr gut bezahlt.