Zinn-Sensation bei "Bares für Rares"

Objekte aus Zinn sind bei "Bares für Rares" sonst eher ein Ladenhüter. Doch zwei Figuren, die ein Ehepaar am Montag in Horst Lichters Trödelshow brachte, versetzten erst den Experten und dann die Händler in Verzückung.

Monika und Karl-Heinz Bogacz wollen Reiter und Schiff retten: "Ich möchte verhindern, dass später, wenn wir nicht mehr da sind, einer unserer Erben das eventuell auf dem Flohmarkt für 'nen Appel und ein Ei verscherbelt. Und in Wirklichkeit war's vielleicht was wert."
Das Ehepaar hat ein gutes Gespür, das sie bald reich machen sollte. Experte Colmar Schulte-Goltz gerät sofort ins Schwärmen: "Es ist ein sehr schön glänzendes Material. Es ist eine Zinn-Legierung. Es ist sehr fein gearbeitet. Es ist ein relativ imposantes Stück."
Besonders gut gefällt ihm der Springreiter, der mit Wilhelm Zwick signiert ist und vermutlich die Trophäe eines Reitwettbewerbs war. Die Manufaktur Kayserzinn zeuge ebenfalls von bester Qualität, sagt Schulte-Goltz: "Es ist ein gut erhaltenes Stück."
Ebenfalls von Kayserzinn und aus den 20er-Jahren stammt das Schiff, das wohl zur Präsentation einer Weinflasche dienen sollte. Der Experte ist beeindruckt: "Insgesamt macht das einen sehr spektakulären Eindruck."
Das Ehepaar aus Wiesbaden ahnt zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht, welchen Schatz es da gerettet hat. 150 Euro pro Figur ist ihr Wunschpreis. "Da kann ich Sie sehr beglückwünschen, das sind tolle Teile", lächelt Colmar Schulte-Goltz wissend.
"Beim Schiff bin ich zwischen 700 und 1.000 Euro. Und beim Reiter bin ich bei circa 1.500", erklärt Schulte-Goltz - zur großen Überraschung von Horst Lichter und dem Verkäuferpaar.
Herr Bogacz ringt um Worte: "Mein lieber Freund!" Seine Frau ebenfalls: "Ich fass' es nicht!" Mit einem Schätzpreis von 2.500 Euro haben beide nicht gerechnet. Jetzt müssen nur noch die Händler den Geldbeutel zücken ...
"Wir sind ganz verzückt, was Sie uns da mitgebracht haben", ist Markus Wildhagen (Mitte) direkt angetan. "Das ist so qualitätvoll, das muss man wirklich mal loben", findet Daniel Meyer (zweiter von links). "Das ist das schönste Zinn, das ich jemals gesehen habe", bestätigt Fabian Kahl (links).
Doch nur einer von ihnen sollte die Zinnfiguren kriegen. Mit 2.000 Euro sticht Wildhagen die Konkurrenz aus. Das ist mit Sicherheit wesentlich mehr, als jemals jemand auf dem Flohmarkt dafür gezahlt hätte.
Unglaubliche 2.500 Euro und damit ebenfalls weit mehr als den Wunschpreis erzielt auch eine Schweizer IWC-Taschenuhr aus Gold aus dem Jahr 1895.
100 Euro gibt es für ein Sodasyphon aus den 30er-Jahren.
Für 600 Euro wird ein Schmuckkonvolut mit Aquamarinen aus den 50er-Jahren verkauft.
1.500 Euro bringen drei Karikaturen-Skizzen für den "Simplicissimus" ein. Zwei stammen von Henry Bing aus den Jahren 1910 und 1911 und eine von Erich Schilling aus dem Jahr 1930.
Und ein 60er-Jahre-Space-Age-Tisch aus Metall und Glas toppt mit 1.250 Euro den Schätzpreis.