Diese zweirädrige Rarität lässt Horst Lichters Herz höher schlagen

Für Horst Lichter steht fest: Diese seltene rote Schönheit muss aus der Garage raus und ausgeführt werden.

Neben Trödel hat Horst Lichter eine weitere große Leidenschaft: Motorräder. In der Montagsausgabe der ZDF-Show "Bares für Rares" wurde dieses Feuer wieder entflammt, als er das Motorrad JAWA 350 zu sehen bekam. "Und schon schlägt mein Herz wieder Purzelbäume!", freute sich Lichter wie ein kleines Kind.
Doch auf die große Freude folgte noch größeres Unverständnis: "Gebt mir einen vernünftigen Grund, warum Ihr so etwas Schönes loswerden wollt", rang Lichter nach Worten. Petra Volz wollte sich erklären: "Wir haben keinen Platz und das Motorrad steht nur in der Garage." Doch Horst Lichter hatte eine ganz einfache Idee: "Ihr müsst sie fahren!"
"Dafür fehlt die Zeit!" - Für ihre Begründung kassierte Petra Volz missbilligende Blicke von Horst Lichter, ehe Ehemann Markus Volz ihn milde stimmte. Er besäße weitere Motorräder und hätte somit die Qual der Wahl, welches er fahren soll. "Ach, du hast mehrere Motorräder, dann gefällst du mir noch besser", entfuhr es Lichter.
"Und wo hast du das Motorrad her?", fragte Lichter. "Die habe ich in der Eifel einem älteren Herren abgekauft, der wieder in seine Heimat nach Tschechien wollte", antwortete Volz. Verschmitzt wandte sich der Moderator an die Frau und meinte: "Da hast du dich sicher gefreut: endlich was Neues in der Garage?" Ihre Freude hielt sich aber in Grenzen.
Dann durfte Detlev Kümmel mit seinem Expertenwissen punkten: "Dieses Modell hat man vor dem Mauerfall in Westdeutschland nicht so oft gesehen. Das war damals eher in den Ostblockstaaten aktuell und in der DDR sehr beliebt, allerdings auch schwer zu bekommen, denn sie war teuer und man musste lange darauf warten."
"Das Motorrad hat 18 PS und vier Gänge. Deshalb ist es ein sehr einfach zu fahrendes, zudem TÜV-geprüftes Motorrad - und ich glaube, es ist auch recht gut verkäuflich", so der Experte. "Das Modell ist Baujahr 68 - also genau so alt wie ich, sieht nur besser aus". Da musste der Moderator kurz beschwichtigen: "Nein, nein, nein."
Und mit welchem Preis durfte der Besitzer rechnen? Markus Volz hatte vorab selbst im Internet recherchiert und eine entsprechend konkrete Vorstellung: "3.500 Euro wäre mein Wunsch!" Doch was sagte Experte Kümmel zu den Preisen aus dem Internet?
"Da liegen Sie gar nicht schlecht", merkte Kümmel an, der den Wert des Fahrzeugs zwischen 2.800 und 3.500 Euro taxierte. Der Besitzer betonte aber nochmal seine absolute Schmerzgrenze, die bei 3.000 Euro lag.
Ob sich ein echter Liebhaber unter den Händlern finden würde, war nicht sofort klar. Doch Daniel Meyer mimte den "Easy Rider" und saß schon mal Probe auf dem seltenen Motorrad. Dazu trällerte Händlerkollege Steffen "Steve" Mandel den passenden Song: "Born to Be Wild".
Obwohl alle Händler den alten Hobel schön fanden, mussten sie sich doch eingestehen, keine Ahnung von Motorrädern zu haben. Da half Besitzer Markus Volz gerne aus: "Ein 2-Takt-Motorrad mit 350ccm samt Kettenantrieb mit elektronischer Zündung und Blinkanlage - die aber nicht Original ist."
"Ansonsten ist aber alles Original?", hakte Suppes (rechts) nach. Doch zu einem Gebot ließ er sich nicht hinreißen. Denn die ebenfalls erwähnte Schmerzgrenze in Höhe von 3.000 Euro war ihm zu viel. "Der Betrag ist mir einfach zu hoch, dafür dass ich keine Ahnung von Motorrädern habe", räumte der Händler ein.
Schließlich gab Daniel Meyer ein (Alibi-) Gebot ab, denn "das haben die Leute, die hierher kommen verdient: ein Angebot. Deshalb biete ich 2.000 Euro. Obwohl ich auch keine Ahnung habe." Doch die Summe war dem Ehepaar deutlich zu niedrig. "Dann kommt sie eben nochmal in die Garage", so Petra Volz, die die Maschine eigentlich lieber in Pulheim gelassen hätte.
Händler David Suppes konnte sich immerhin hinreißen lassen, einen Kunst-Gussofen aus Dänemark von 1900 zu ersteigern - obwohl diese Art von Objekten eigentlich auch nicht zu seinem Repertoire zählt. Er zahlte 280 Euro für den Ofen, obwohl Wunschpreis und Expertise deutlich darüber lagen: nämlich bei 450 bis 500 Euro.
Eine Jugendstil-Zierschale aus den 1920er-Jahren stieß bei Fabian Kahl auf Interesse. Der Händler zahlte 440 Euro für die Karsruher Majolika, obwohl der Expertenpreis von Colmar Schulte-Goltz mit 300 bis 350 Euro deutlich darunter lag.