Die Jugend tut sich schwer bei "Bauer sucht Frau": Da rennen schon so viele hübsche Damen über den Hof, und sie bleiben stumm und zurückhaltend. Zum Glück haben sie noch viele Folgen lang Zeit, aufzuholen – und könnten sich währenddessen von der allzu stürmischen älteren Generation inspirieren lassen.

Manche Leute brauchen gelegentlich einen kleinen Stups – ein sanfter Schub, der sie in die richtige Richtung führt und aus der Passivität herausholt. Stefan und Babsi sind keine solchen Menschen. Sie müssten unter massiven Kraftanstrengungen geschüttelt, gezerrt und gerammt werden.

Dabei zeigt Babsi ja noch einen Tick Initiative: Während ihre Konkurrentin Jeannine die Sense übers Gras schwingt, nimmt sie Stefan beiseite. Sie setzt sich an einen Hang und bejaht seine skeptische Frage, ob er sich da jetzt dazusetzen soll.

"Warum hast du mich jetzt rausgeholt?", will er wissen. "Dass wir auch mal wieder ein bisschen zum Plaudern kommen", stammelt sie und zuckt sie zaghaft mit den Schultern. "Ja, passt gut", meint er – woraufhin sofortige Stille über den Hang zieht.

"Du redest auch nicht so viel", rafft sich Babsi nach ein paar mühsamen Sätzen zu einer umfassenden Analyse der Situation auf. "Na", bestätigt Stefan. "Aber es wird mit der Zeit". Zum Glück sind wir ja erst bei Folge zehn der Hofwochen.

Zaghafte Annäherung

Bauer Lorenz zeigt sich derweil etwas gesprächiger, aber auch er könnte einen kleinen Schubs gut vertragen. Und das nicht nur, als er sich mit Kandidatin Claudia in der Hängematte räkelt.

Genaugenommen liegen beide kerzengerade nebeneinander und schauen nach oben. Lorenz bemüht sich irgendwie, seinen Arm aus dem Weg zu räumen, damit es nicht etwa den Eindruck macht, er würde die Frau umarmen.

Ganz sachte erfolgt die verbale Annäherung: Ja, sie sei ihm sympathisch, und ja, er ihr auch, und ja, nett ist's zusammen. Und ja, Claudia könnte sich vorstellen, auf Lorenz' Almhütte ohne Strom und fließend Wasser zu leben – zumindest für eine Zeitlang. Vermutlich, solange der Akku fürs Handy hält.

Allerdings wird sie in ein paar Monaten erst mal aus Österreich verschwinden – und zwar in Richtung Neuseeland, wo sie im Rahmen ihres Studiums einige Monate verbringen wird. Nicht mal das schreckt Lorenz wirklich ab: Er würde einfach mitreisen. Immerhin muss er sich im Gegensatz zum Rest von uns keine Gedanken machen, ob er zuhause den Herd angelassen hat.

Und tatsächlich, da verschwindet nicht nur die Falte, die sich in der Hängematte zwischen den beiden gebildet hat und mittlerweile wie ein Raumteiler wirkt: Lorenz streckt tatsächlich den Arm aus und legt ihn um Claudia. Bei dem Tempo sollte das erste Bussi knapp vor der Landung in Neuseeland erfolgen.

Der Franz, der kann's!

Zum Glück gibt es da auch noch eine Vorbildgeneration: Bauer Franz geht mit seinen 64 Jahren aufs Ganze und zeigt den jungen Burschen, wie Mann sich in einer Reality-Show zu benehmen hat.

Er nimmt also seine erste Kandidatin, die 54-jährige Marion, gleich nach der Begrüßung beiseite und gibt ihr zu verstehen, dass mehr Make-up nicht schaden würde. Sie gibt sich gerne natürlich, er hat's damit nicht so – und verdeutlicht seine Wünsche deswegen mit kreisenden Handbewegungen vor dem Gesicht, damit sie weiß, was ihm abgeht.

Marion reagiert auch sofort und plant ein umfassendes Make-over. Sie ist sich allerdings unsicher, ob er lieber die "edle Politikerfrau" oder die "Rasse-Lady" sehen würde. Sie hätte beides im Programm – und als einst aktive Swingerin sicher noch ein paar andere Charaktere.

Franz redet derweil schon von "Bettsport" und freut sich auch darüber, dass noch mehr Damen eintrudeln: "Ich bin das ja eh gewohnt, dass ich rechts und links des Öfteren eine hab'", prahlt er. Ja, manche Leute brauchen statt dem Schubs vielleicht doch lieber eine Bremse.

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