Am 27. Juni startet die finale dritte Staffel von "Dark". Weltweit wird der Abschluss der deutschen Netflix-Serie mit Spannung erwartet, der finale Zyklus wird den Fans mit seiner Komplexität wieder einiges abverlangen. Enttäuscht werden die Zuschauer aber sicher nicht.

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Was ist die Zeit? Gibt es einen Anfang und ein Ende? Oder ist alles eine riesige Schleife? Was hat es mit Déjà-vus auf sich? Haben wir die volle Entscheidungsgewalt über unser Leben, oder ist alles irgendwie vorherbestimmt und unser unvermeidbares Schicksal? Und ist der Tod wirklich das Ende?

Die deutsche Netflix-Serie "Dark" beschäftigt sich mit den großen philosophischen Fragen des Lebens, mit denen sich wohl fast jeder schon einmal auseinandergesetzt hat. Dabei ist die Serie "Dark" erschachtelt, kompliziert und anspruchsvoll. Und trotzdem – oder gerade deswegen – ein weltweiter Erfolg.

Nachdem die zweite Staffel der Mystery-Serie ziemlich genau vor einem Jahr online ging und mit einem spektakulären Cliffhanger endete, wären wohl nicht wenige Fans am liebsten selbst in eine Zeitmaschine gestiegen, um direkt mit der dritten Staffel weiterzumachen.

"Dark" Staffel 3 startet am 27. Juni

Tick-Tock, Tick-Tock, nun ist die Wartezeit vorbei. Ab dem 27. Juni steht der dritte Zyklus, um in der Sprache der Serie zu bleiben, auf Netflix mit acht neuen Folgen zum Abruf bereit. Die finale Staffel des Zeitreise-Dramas verlangt ihren Zuschauern noch mehr ab als die ersten beiden.

Denn es gibt noch mehr Zeitebenen und – so viel darf an dieser Stelle verraten werden – es kommt auch noch eine Parallelwelt hinzu, die sich in entscheidenden Punkten von der aus Staffel eins und zwei bekannten Kleinstadt Winden mit ihren Einwohnern unterscheidet.

"Noch mehr Zeitebenen. Noch mehr Verwirrung. Ganz, ganz viel Action, ganz viel Nebel, ganz viel Drama. Staffel eins und Staffel zwei potenziert um 100. Einfach nochmal mehr", beschreibt Gina Alice Stiebitz, die in "Dark" die Rolle der Franziska Doppler spielt, die dritte Staffel im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mehr Figuren reisen durch die Zeit und Welten

Immer mehr Figuren reisen durch die Zeit und zwischen den Welten hin und her, die Paradoxa häufen sich in der dritten Staffel. Eine Person ist in der Vergangenheit alt, während ihr jüngeres Ich in der Zukunft versucht, die Rätsel rund um den Zeitknoten zu lösen.

Eine andere Figur stirbt in der Vergangenheit, lebt aber in der Zukunft. Und das sind noch die harmloseren Auswirkungen und Verwicklungen, die sich durch die Zeitreisen ergeben.

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"Die Frage ist nicht wo, sondern wann": Einer der zentralen Sätze aus "Dark", der umschreibt, was von den Zuschauern verlangt wird. Die Handlung spielt sich am Rande der Vorstellbarkeit ab und fordert die volle Aufmerksamkeit, die Figuren gewinnen immer neue Facetten hinzu, die Handlung wird immer anspruchsvoller.

Vom Mystery-Krimi zum Zeitreise-Spektakel

Während die ersten Folgen fast noch wie ein Krimi oder ein Familiendrama mit ein paar Mystery-Elementen daherkamen, entwickelte sich die zweite Staffel zu einem Science-Fiction-Zeitreise-Drama. Die dritte Staffel steigert sich nun noch mehr ins Fantastische. Ein Augenzwinkern wie etwa bei "Stranger Things" gibt es dabei nicht. Die Serie ist düster und nimmt sich und die Zuschauer absolut ernst.

Eine klassische Erzählstruktur, in der sich die Geschehnisse zeitlich aneinanderreihen, hat die dritte Staffel von "Dark" nicht mehr. Einzelne Szenen setzen sich eher wie ein Puzzle aus Zeit und Raum zusammen, bevor die Geschichte ihre mit Spannung erwartete Auflösung findet.

Das ist dem einen oder anderen Zuschauer sicherlich zu viel. Aber wer mit der Thematik von "Dark" nichts anfangen kann, hat sich vermutlich ohnehin schon nach der ersten oder allerspätestens nach der zweiten Staffel verabschiedet.

Die Fans weltweit lieben die Serie aber gerade wegen ihrer Komplexität. "Es ist ganz selten so, dass eine Serie so überraschend ist, einen so reinzieht und man immer wieder neue Sachen findet", sagt Gina Alice Stiebitz: "Ich finde auch, dass unsere Fans etwas ganz Besonderes sind. Ich merke an Kommentaren und Nachrichten, die ich lese, wie doll die in der Materie drin sind, recherchieren und über die Serie nachdenken. Das ist schön."

"Rotten Tomatoes"-User wählen "Dark" zur besten Netflix-Serie

Erst kürzlich ließ das einflussreiche US-Film-Portal "Rotten Tomatoes" seine Nutzerinnen und Nutzer über die beste Netflix-Serie abstimmen. "Dark" gewann mit großem Vorsprung vor "Black Mirror", "Stranger Things" oder "Ozark". Was die Erwartungen an die dritte Staffel nochmals befeuert haben dürfte und für eine große Fallhöhe sorgt, man denke nur an die achte Staffel von "Game of Thrones".

Im Gegensatz zu GoT gelingt es den "Dark"-Machern um Jantje Friese und Baran bo Odar aber, die Geschichte mit einem Ende aufzulösen, das die Fans sicher nicht enttäuschen wird. Nach insgesamt 26 Folgen bleibt man eher mit dem Gefühl zurück, dass man gerne noch mehr aus Winden und von seinen Bewohnern gesehen hätte.

Weitere Folgen wird es aber nicht geben. Immerhin kann man sich damit trösten, dass man die Folgen beliebig oft anschauen kann. Schließlich ist der Anfang das Ende und das Ende der Anfang. Das haben wir in drei Jahren mit "Dark" gelernt.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit der Schauspielerin Gina Alice Stiebitz ("Franziska Doppler")
  • Vorabsichtung der acht Folgen der dritten Staffel von "Dark"
  • Rotten Tomatoes: RT Users crown DARK the greatest Netflix Originals Series
Teaserbild: © Netflix