Zweimal getroffen, und schon ab aufs Standesamt - war das Liebe oder eine riesengroße Dummheit? Für Sonja Schröter war ihr 18 Jahre jüngerer Urlaubsflirt jedenfalls ein Grund zum Auswandern - in die Dominikanische Republik. Ein teurer Spaß, wie sich bald zeigen sollte ...

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"Er hat ein superschönes Lächeln, er hat schöne Augen, er is lustig" - das reichte bereits aus, um die 58-jährige Dortmunderin Sonja Schröter davon zu überzeugen, dass Junior der neue Mann fürs Leben war. Dass der 18 Jahre jüngere Liebhaber, den sie im Urlaub in der DomRep kennengelernt hatte, sie finanziell nur ausnutzen wollte, konnte sich Sonja Schröter beim besten Willen nicht vorstellen.

Auch dass sie sich bis dahin nur zweimal gesehen hatten, hielt die Taxifahrerin nicht von ihren Plänen ab, eine neue Zukunft auf der Karibikinsel aufzubauen. Dokumentiert von der VOX-Auswanderer-Soap "Goodbye Deutschland".

Geld oder Liebe? Sonjas Lover hat seine Präferenzen

Dabei schrillten beim aufmerksamen Zuschauer von Anfang an sämtliche Alarmglocken. Spätestens als der exotische Lover in die Kamera säuselte: "Sie ist alles, was ich brauche." Brauche, sagt er. Klingt das nach ewiger Liebe? Sonjas Tochter Nena Greve blieb skeptisch: "Er weiß, dass meine Mutter der Geldhahn ist."

Denn der Charmeur brauchte Geld, um einen Partyservice zu eröffnen. Natürlich gemeinsam mit der blonden Auswanderin, die den Hahn bereitwillig aufdrehte und Bares zum Fließen brachte.

Sonja vertraute ihrem Junior blind: "Wenn er das missbrauchen würde, dann würde er einen großen Fehler machen und mich von einer anderen Seite kennenlernen." Gut, so viele Seiten kennt man nach zweimal Treffen ja sowieso nicht voneinander.

Heiße Liebe oder doch nur Abzocke?

"Ich möchte mein Leben runterrelaxen", war Sonjas Lebensplan auf der Sonneninsel. Ob ihre Ersparnisse dafür ausreichen würden, blieb abzuwarten. Mit 1.800 Euro Startkapital brach sie in ihr neues Leben auf. Dass sie noch mehr Geld auf dem Konto hatte, blieb ihr Geheimnis - zumindest vorerst.

Kein Geld, keine Sprachkenntnisse, keine Wohnung, keine Arbeitserlaubnis - wer brauchte das schon, wenn er die Liebe seines Lebens gefunden hatte?

In diese Bruchbude hat Sonja Schröter ihr Erspartes investiert.

Vor vier Jahren begann die heiße Romanze im Hotel. Dort ging es sofort wild zur Sache. Seitdem hatten sich Sonja und Junior überhaupt nur zwei Mal gesehen, immer nur kurz im Urlaub.

"Er hat nie nach Geld gefragt, er hat nie gesagt, er möchte nach Deutschland", verdrängte die Dortmunderin, dass sie einem sogenannten Sanky-Panky zum Opfer gefallen sein könnte. Die berüchtigten Dominikaner angeln sich bekannterweise bevorzugt ältere Touristinnen, um sie finanziell zu melken.

"Goodbye Deutschland": Geschäftsidee ohne Zukunft

Auch die angebliche Schwester mit ihren Kindern, bei der Junior bisher gewohnt hatte, kam ihr nicht verdächtig vor. Ein winziger Hauch von Zweifel kam nur beim Anblick der teuer erkauften Imbissräume auf, für die es keine vertragliche Absicherung gab.

Eine wahre Schrottbude, mitten auf einer Baustelle. "Ich vertraue ihm", glaubte Sonja noch immer an die große Geschäftsidee. Die Ernüchterung steigerte sich an Tag drei, denn Junior hatte keine Zeit für seine Liebste und ließ sie alleine im Hotelzimmer.

"Ich kann nicht mein Leben lang nur hier auf dem Bett liegen und warten, dass der Herr des Hauses nach Hause kommt."

Eine Arbeitserlaubnis musste her und ein Visum. Das ging aber nur über eine schnelle Heirat. Alarmglocke? Fehlanzeige. Schließlich machte Junior am Strand den erhofften Antrag. Sonja nahm dankend an: "I want to make this zack zack." Der verzweifelte Versuch von Nena, ihrer Mutter am Telefon die Augen zu öffnen, war vergebens.

Ehevertrag? Brauch ich nicht

Verrückt vor Liebe unterschrieb Sonja Schröter auf dem Standesamt Papiere, die sie nicht verstand. Ehevertrag? "Der haut mich mit Sicherheit nicht übers Ohr", sah sie keine Notwendigkeit.

Vier Monate später hatte Junior auf ihre Kosten noch eine Bar gekauft, die nicht gerade nach großem Gewinn aussah. "Es ist nur Geld! Ich bin glücklich", behielt die Auswanderin ihre rosarote Brille auf.

Da konnte auch DomRep-Expertin Monika Anders nichts mehr machen, die schon viele Frauen in ihr Unglück rennen sah. Sonja blieb dabei: "Ja, ich hab das Richtige gemacht."

Nur ihr neuer Chef, ebenfalls ein deutscher Auswanderer, war ein bisschen auf ihrer Seite: "Ich hoffe, dass sie den einzigen Dominikaner gefunden hat, der anders ist als die anderen." (tsch)

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