Das gab es noch nie in der "Höhle der Löwen": Maschmeyer und Kofler laufen 19-Jährigem hinterher!

"Ich wäre beinahe mal von der Schule geflogen, weil ich Blödsinn gemacht habe", gestand Carsten Maschmeyer. Rannte er deswegen einem Abiturienten hinterher?

Los ging's aber erst mal mit einer ordentlichen "Pokerrunde". Als Johannes Schmidt (rechts) und Deniz Schöne aus Düsseldorf ihr "PAUDAR Bratpulver" vorstellten, wollten vier von fünf "Löwen" investieren. Das pflanzliche Bratfett in Pulverform verspricht Anbraten ohne Fettspritzer und 90 Prozent weniger Fett.
Als alle ihr Angebot abgegeben hatten (bis auf "Zuschauer" Maschmeyer, links), erhöhte Kofler (Mitte): "Ist doch erlaubt, oder?" Klar doch! "Gibt es noch weitere Verbesserungen der Angebote, bevor ich zusammenfasse zur Schlussauktion?", scherzte Milliardär Maschmeyer.
Natürlich. Alle legten nochmal eine Schippe drauf und versprachen zusätzlich Working Capital ohne Ende. "Ich will nicht, dass man sich wegen dem Geld entscheidet, aber ich will den Pitch nicht verlieren!", erklärte Handels-Mogul Dümmel (rechts). Der hatte nämlich "Riesen-Bock, mit der vollen Power und Liebe dazu"! Oder so ähnlich.
Sein "Rundum-Sorglos-Paket" von 200.000 Euro für 20 Prozent der Anteile bekam schließlich auch den Zuschlag. Zur großen Freude des Hamburgers: "Fass an, wie nass meine Hände sind!"
Ein ordentliches Fass machte wohl auch Janet Carstensen (37, rechts, mit Judith Williams) nach ihrem Pitch auf. Die Hamburgerin, die ihr Tattoo-Hautgel "JAGUA for YOU" vorstellte, konnte nämlich einen Deal mit ihren zwei Traum-"Löwen" ergattern.
Dazu hatte sie auch einiges auf sich genommen und sich die Gesichter der fünf anwesenden Investoren auf die Oberarme tätowiert. "Macht euch keine Sorgen, diese Tattoos verschwinden wieder. Sie sind gemalt - mit 'JAGUA-Gel'", versprach sie (vorne). Da kann man nur sagen: Gottseidank!
Nebenwirkungen wie etwa bei Henna soll es bei dem Hautgel aus dem Saft der südamerikanischen Frucht Genipapo Americana auch keine geben. "Man kann sich alle 14 Tage etwas Neues malen und sein zukünftiges Tattoo vorher testen, bis man sich endgültig entscheidet. Und das alles absolut schmerzfrei", erklärte Carstensen.
Das wollte Judith Williams direkt mal testen. Gut, dass es dazu ein Buch mit Vorlagen gibt, denn die Beauty-Investorin gestand: "Ich habe mal im Kindergarten versucht, ein Pferd zu malen. Und fast alle Kinder haben gesagt: 'Das ist ein Regenwurm!'"
"Tattoos sind überhaupt nicht mein Ding!", fuhr Williams fort, "aber wir wollen Frauen ermuntern, noch mehr in 'Die Höhle der Löwen' zu kommen. Jetzt kommt so ein Schatz wie du. Und diesen Schatz möchte ich heben." Allerdings machte auch Neu-Löwe Nils Glagau ein Angebot: "Ich bin neu, hungrig, perfekt für Marke und Dschungel!"
Da war Janet Carstensen (nicht im Bild) überfragt: "Ihr seid beides Wunschlöwen!" Zum Glück hatte Glagau den rettenden Einfall: "Vielleicht können wir dir einen ganz großen Wunsch erfüllen und über ein Super-Trio sprechen: 150.000 Euro für 30 Prozent, die wir uns dann teilen." Deal!
Thelen (Bild), der "ohne Tattoo sterben" wird, wurde dann noch kreativer: "Du kannst jetzt den Alex bemalen!" Gemeint war Judiths Mann Alexander-Klaus Stecher. Williams' Kommentar dazu: "Ich könnte meine Schwiegermutter bemalen! Einen kleinen Drachen. Oh, wir sind ja im Fernsehen!"
Noch mehr aus der Reihe "Ups, wir sind ja im Fernsehen!" gab es mit dem fast schon legendären "AbflussFee"-Erfinder Karl-Heinz Bilz aus Staffel drei. Der rastete im Verkaufsfernsehen ordentlich aus und bekam daraufhin QVC-Sendeverbot.
Ein Auszug: "QVC erlaubt sich laufend, meine Zeiten hier zu vergeigen. Ich war um 10 Uhr dran, muss wieder 15 Minuten warten. Wenn das in der Zukunft so ist, dann beenden wir das Ganze!" Seine Erklärung: "Es war ein schlechter Tag für mich. Meine Frau war krank im Hotel. Dann ist mir der Kragen geplatzt."
Der platzte wohl auch dem Deutschland-Chef von QVC, der sofort den zuständigen "Löwen" Ralf Dümmel (Bild) anrief. Der kennt seinen Pappenheimer: "Bei Karl-Heinz ist man nie sicher, was als Nächstes kommt!" Zunächst ist aber wieder Frieden und das Sendeverbot nach einer Entschuldigung aufgehoben: "Das zeigt Größe von QVC", sagte Dümmel.
Größe zeigte auch Patrick Mayer (40), der seit einem schweren Snowboardunfall auf Rollstuhl und Gehhilfen angewiesen ist. In der "Höhle der Löwen" stellte er seine "Wheelblades", Kufen für Rollstühle, Kinderwägen oder Rollatoren, sowie spezielle Aufsätze für Gehhilfen vor.
Die "Löwen" bekamen sich vor lauter Lob für den starken Gründer fast nicht mehr ein, für eine Investition reichte es aber trotzdem nicht. "Ich brauche aus Mitleid keinen Deal. Das ist absolut in Ordnung", erklärte Mayer.
Ebenfalls ohne Investment verließen "Sphery" aus Zürich die "Löwen". Ihr zertifiziertes Fitnessgerät "ExerCube" brachte dafür aber Georg Kofler (Mitte) ordentlich ins Schwitzen: "Möchtest du erst duschen gehen oder können wir weitermachen?", zog ihn Dümmel auf.
Und dann schlug die große Stunde von Rubin Lind (vorne). Der 19-Jährige war eigentlich schon raus - ganz ohne Deal. Doch dann besannen sich Carsten Maschmeyer (links) und Georg Kofler (Zweiter von links) eines Besseren: "Das ist doch ein Jammer, den gehen zu lassen", erklärte Kofler. "Ich bereue es auch schon bisschen", gestand Maschmeyer.
Und so rannten sie dem Abiturienten hinterher: "Wir brauchen dich noch mal. Das gab's auch noch nicht: dass die Löwen einem Gründer hinterherlaufen!" Rubin Lind entwickelte bereits mit 17 Jahren seine interaktive Lern-App "Skills4School". Die macht allerdings jeden Monat Minus. Dafür war seine Bewertung mit 5 Millionen Euro "stratosphärisch".
Egal! "Wir suchen hier die Stecknadel im Heuhaufen", erläuterte Maschmeyer (links). "Ich hatte lange Zeit das Gefühl, das könntest du sein. So weit - mit 19 - hab ich in Deutschland noch keinen Gründer erlebt. Ich bin aber trotzdem raus. Es sei denn, du bist zu einer ganz anderen Bewertung bereit." Und dann wurde gefeilscht, was das Zeug hielt ...