"Promi Big Brother" 2017: Streitgespräche, Schmerzen und Erfindergeist

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Schmerzen, Komfort-Entzug, Panik-Attacken und ein bisschen Würde, die verloren geht. Kurz gesagt: Juhu, "Promi Big Brother" hat wieder angefangen. © teleschau - der mediendienst GmbH

Kaum im "Promi Big Brother"-Container angekommen, fliegen bei Willi Herren und Steffen von der Beeck ordentlich die Fetzen. "Vor Elvers kannte dich kein Schwein!", eskalierte der Ballermann-Barde, dem der Elvers-Ex gehörig auf den Keks ging. So kurze Zündschnur? Naja, "Promi Big Brother" hatte die zwölf Container-Insassen bereits vor zwei Tagen in ein Elendsquartier, das "Nichts", verfrachtet. Und da zeigte so mancher dann sein wahres Gesicht - und ungeahnte Talente.
"Jeder nur zehn Gegenstände!" "Big Brother" war beim Einzug der Promis in ihre Bruchbude gnadenlos. "Zählt da auch Kosmetik dazu? Zigaretten auch? Hätte ich mal so ein All-in-One-Shampoo genommen", stellte Sarah Knappik fest. "Das ist das härteste 'Big Brother', das ich je erlebt habe!"
Entsetzen auch bei Herren: "Ich wusste, ich komme in den Keller. Warum hab ich mich dann so schön angezogen?" Doch verzagen war nicht: "Ich will das Ding gewinnen. Dann wäre ich das erste Mal im Leben schuldenfrei", gestand der Ex-"Lindenstraßen"-Star. Irgendwann platzte ihm beim Gerede von von der Beeck der Kragen.
"Die Jenny war vier Wochen in der Entzugsklinik. Da kannst du doch nicht danach sagen: Die ist gesund", erhob der Sucht-Experte Herren seine Stimme und erklärte mehrfach lautstark, wie seiner Meinung nach ein richtiger Alkohol-Entzug auszusehen hätte. "Ich hab sie immer gefragt, ob es ok ist, wenn ich was trinke", entgegnete von der Beeck. Herren entgeistert: "Das ist schon falsch!"
Den Blitz-Auszug von von der Beeck konnte Herren allerdings noch abwenden. "Ich überlege, ob ich jetzt gehe", gestand er ihm. "Meine Aufgabe ist, Jenny zu schützen. Die sitzt im Frühstücksfernsehen und sieht das." Herren entgleisten wieder die Gesichtszüge: "Da musst du nicht als Ex von Jenny Elvers in den 'Big Brother'-Container gehen! Lass doch mal Jenny weg! Sie steht mit beiden Beinen im Leben."
"Hier sind 56.000 Kameras, die auf dich gerichtet sind und du sagst, du willst nicht in die Öffentlichkeit?", konterte ein fassungsloser Herren. Von der Beeck hatte zuvor stets beteuert: "Nein, Ich bin nicht mit einem Plan hier" und "Ich habe doch nicht Geld ausgegeben für den Schutz der Privatsphäre, weil ich in die Öffentlichkeit drängen will".
Offiziell gab es dann ein Friedensangebot: "Wir drehen hier auf Null. Hi, ich bin der Willi." Im Sprechzimmer sah das aber ganz anders aus. "Ich glaube, er liebt Jenny Elvers noch abgöttisch", erklärte Herren. "Ihr geht es ohne einen Steffen viel, viel besser! Er kommt sehr gekünstelt rüber. Steffen hat eine Maske auf. Doch die Maske wird fallen!"
Von der Beeck hat schon eine komische Wirkung. Sarah Kern, die ja selbst ihre Erfahrung mit Ex-Männern hat, fand den Elvers-Ex auch nicht gerade prickelnd: "Er benimmt sich sehr wie der Vater hier. Das nervt." Etwa bei der alles entscheidenden Frage: "Stehpinkeln oder Sitzpinkeln?" Gut, dass das geklärt wäre.
Doch dann machte Kern plötzlich schlapp. "Auf einmal hat mich so ein Gefühl der Panik übermannt." Und wer ist schuld? Natürlich von der Beeck: "Mir sind die Gespräche auf den Sack gegangen. Der Steffen ist mir auf den Sack gegangen."
Aber nicht verzagen, Knappik fragen. Die entpuppte sich als Retterin in der Not. "Hör mal nur auf den Regen", beruhigte sie ihre Namensvetterin. "Das helle Gute rein, das Schlechte raus", wiederholte die Neu-Buddhistin und atmete mit Maria "Yotta" Hering vor.
Knappigk, die Chaos-Queen aus dem "Dschungelcamp", zeigte ungeahnte Fähigkeiten. "Ich habe mich sehr gut aufgefangen gefühlt", fand Kern. "Ich hatte die richtigen Therapeuten um mich herum." Doch nicht nur als Hobby-Psychologin unterstützte die Knappik die Container-Gemeinschaft. Sie machte sich auch als "MacGyver" unentbehrlich.
"Es ist schon bisschen ekelig, weil vielleicht ein Handwerker von euch schon auf dem Klo war", spekulierte Nackt-Künstlerin Milo Moiré vor der Kamera. Und Ex-"Bachelor"-Kandidatin Evelyn Burdecki wollte "Stücke" drin gesehen haben. "War das neu?", fragte Herren dann direkt bei "Big Brother" nach. "Wer weiß?" war die süffisante Antwort.
Kein heißes Wasser? Kein Problem für Knappik. Es gibt trotzdem Kaffee. Einfach eine Schublade aus dem Kühlschrank ausbauen (Gefäße gibt es ja nicht) und dann Kaffeepulver mit kaltem Wasser mixen. Mit einer Möhre als Löffel. So viel Einfallsreichtum versetzt selbst den amtierenden Mister Germany Dominik Bruntner in Staunen. Herren allerdings nicht. "Watt macht ihr?", ruft der genervt.
Ja, der Mann musste echt was mitmachen. "Big Brother" hatte ihn als einzigen Mann mit Brusthaaren identifiziert - und so nahm das Martyrium des Herren kein Ende. Um sich im Automaten "Big Spender" mit fünf Münzen etwas ziehen zu können, sollten Kern und Burdecki in drei Minuten die Brust des Stimmungs-Sängers enthaaren. Mit Kaltwachs.
"Das tut weh. Das ist doch kein Spiel. Das ist Körperverletzung," rief der nur noch. Tja, hat sich aber gelohnt. Mit dem Schmerz konnte sich die Truppe Zigaretten, Olivenöl und Reis erkaufen.
Ein bisschen Menschenverstand gab es allerdings nicht im "Big Spender". Sehr schade - vor allem für Burdecki. Die brauchte nämlich äußerst lange, um die Entstehungsgeschichte von Eloy de Jongs Tochter zu verstehen. Der ehemalige "Caught in the Act"-Star ist seit zehn Jahren mit einem Mann liiert. Beide teilen sich das Sorgerecht mit einer Freundin, der Mutter des Kindes.
Samen haben beide gespendet. Wer der Vater ist, bleibt ihr Geheimnis. "Da müssen beide einen Remix gemacht haben", meinte Burdecki. "Und dann kam die Mutter und hat auch noch ihre Spermien dazugegeben." Äh, so wird es gewesen sein.
De Jongs Geschichte kam beim Publikum aber offenbar gut an. Denn gemeinsam mit Herren, dessen Fanclub dem Geräuschpegel nach wohl vollzählig im BB-Studio erschienen war, durfte er nach dem Telefon-Voting der Zuschauer in den schönen Teil des Containers ziehen. Vom "Nichts" ins "Alles". Damit standen de Jong und Herren als die zwei beliebtesten Kandidaten von Tag eins fest.
Doch die "Jochis", das Moderatoren-Duo Jochen Schropp und Jochen Bendel, hatten noch einen Platz an der Sonnenseite zu vergeben. Schließlich war "das Nichts voller als Willi Herren zu seinen besten Zeiten", wie Bendel uncharmant verkündete. Um Champagner, Zigarren und Whirlpool mussten der Dritt- und Viertplatzierte allerdings in der Duell-Arena kämpfen.
Weder Zachi Noy noch Knappik durften gesundheitsbedingt antreten. Stattdessen stiegen Mister Germany Dominik Bruntner und Protz-Unternehmerin Claudia Obert als Stellvertreter in den Ring. Beziehungsweise in die überdimensionalen Bälle, die durch einen Parcours bugsiert werden sollten. Was Dominik für Zachi bravourös meisterte. Ab ins Paradies, lieber "Greis am Stiel".
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