Günther Jauch und "Wer wird Millionär" gehören untrennbar zusammen. Nun versucht sich RTL mit dem Erfolgskonzept Jauch an "500 – Die Quiz-Arena". Mit eher mäßigem Erfolg, denn der Moderator Günther Jauch funktioniert besser im persönlichen Dialog.


500 Fragen und nur fünf Sekunden Zeit für eine Antwort. RTL stellte "500 – Die Quiz-Arena" als innovative neue Gameshow vor, die Kandidaten vor noch kniffligere Herausforderungen stellen sollte.

Als Garant für die Spannung der Sendung plante RTL Günther Jauch ein, der unter anderem das Format "Wer wird Millionär" seit fast 17 Jahren erfolgreich moderiert. "Stern TV" war von 1990 bis 2011 ein Dauerbrenner bei RTL, sein Nachfolger Steffen Hallaschka sorgt zwar für stabile Quoten, aber prägt die Sendung weniger als Jauch es tat.

Der Sonntagstalk der ARD wurde 2011 zu einem Publikumserfolg, in dem Jauch zeigen konnte, dass er auch ein journalistisches Profil besitzt. "Menschen Bilder Emotionen" begleitet er als einfühlsamer Moderator. Da wo es menschelt, ist Günther Jauch der passende Mann.

Nicht kleckern, klotzen! Und zwar ranklotzen. Stolze 500 Quizfragen muss ein Kandidat in der neuen RTL-Show "Die Quiz-Arena" bis zum Hauptgewinn beantworten. Das ist nicht nur für Moderator Günther Jauch und die Kandidaten ein dickes Brett, sondern vor allem für die Zuschauer.

Günther Jauch lebt vom Verhältnis zu seinen Kandidaten

Doch während Günther Jauch bei "Wer wird Millionär" das Publikum auf dem Weg zur Million mit lustigen und teils bissigen Kommentaren erheitert und die Kandidaten begleitet, hat er bei "500 – Die Quiz-Arena" dafür keine Zeit.

Stattdessen kann er nur Fragen kurz vorlesen. Dem Kandidaten werden keine möglichen Antworten angeboten, über die sich der Zuschauer amüsieren könnte. Das kommt bei "500" leider zu kurz.

Beim Promispecial hätten Wontorra und Tochter beinahe alles verzockt.

So entsteht anders als bei "Wer wird Millionär" kein Verhältnis zwischen Jauch und seinen Kandidaten. Dieses Erfolgsrezept erklärten auch die Macher von "Wer wird Millionär" einst in der RTL-Sendung "Extra".

Der Moderator solle Spannung aufbauen können, aber gleichzeitig milde mit seinem Kandidaten sein. So schafft es Günther Jauch auch bei eher introvertierten Kandidaten die Show am Laufen zu halten.

Jauch bleibt auch nach 17 Jahren beliebt

Sein Einfühlungsvermögen macht Günther Jauch nun zum dienstältesten Moderator weltweit. Noch immer stehen knapp 285.000 Menschen auf der Warteliste für einen Platz auf dem Quizstuhl bei "Wer wird Millionär". Die Wartezeit beträgt rund dreieinhalb Jahre.

Die Macher der Quizsendung sind optimistisch, dass die Kandidaten auch dann noch Günther Jauch gegenübersitzen können. In "Extra" erklärten sie: "17 Jahre machen wir es jetzt. Vielleicht 20 Jahre 'Wer wird Millionär'? Das könnte klappen." (arg)