Diese Schauspieler waren für ihre Rollen definitiv zu jung

Filme mit Gewaltdarstellung, Sexszenen oder Horror sind für Kinder und Jugendliche nur schwer zu verarbeiten. Eine Altersbeschränkung ergibt hier deshalb oft Sinn. Aber was, wenn die Schauspieler selbst noch minderjährig und eigentlich zu jung für ihre eigenen Filme sind? Wir stellen die kontroversesten Rollen vor.

1971 heimste Tatum O'Neal (links) für ihre Rolle als kleine Ganovin in "Paper Moon" den Oscar als beste Nebendarstellerin ein - mit nur zehn Jahren. Damit ist sie die jüngste Gewinnerin eines regulären Academy-Awards. An der Seite ihres echten Vaters Ryan O'Neal (rechts) spielt die damals erst Neunjährige ein rauchendes und eigensinniges Waisenkind, das sich einem Trickbetrüger anschließt und mit ihm gemeinsame Sache macht.
In "Der Exorzist" von 1973 spielt Linda Blair (Bild) mit nur 13 Jahren ein vom Teufel besessenes Mädchen. Die obszönen Laute, die sie dabei von sich gibt, die grotesken Verrenkungen sowie das gruselige Make-up können bei Gleichaltrigen traumatischen Horror auslösen - der Film ist deshalb auch erst ab 16 Jahren freigegeben.
Für ihre Rolle als Prostituierte in dem Kultfilm "Taxi Driver" (1976) musste sich die damals erst zwölfjährige Jodie Foster (Bild) bereits vorab psychologischen Tests rund um ihre emotionale Stabilität unterziehen. Bei den expliziten Erotikszenen wurde sie allerdings von ihrer älteren und damals 20 Jahre alten Schwester gedoubelt.
Ebenfalls als Prostituierte tritt 1978 die elfjährige Brooke Shields (Bild) in "Pretty Baby" auf. Sie verkörpert ein Mädchen namens Violet, das in einem Bordell wie in einer Großfamilie aufwächst. Als ihre Jungfräulichkeit zum Verkauf angeboten wird, taucht der junge Fotograf E.J. Bellocq (Keith Carradine, Bild) auf und sie beginnt sich in den deutlich älteren, erwachsenen Mann zu verlieben.
In der Romantikkomödie "Manhattan" (1979) von und mit dem damals 44-jährigen Woody Allen (Bild) verkörpert die zu dem Zeitpunkt noch 17-jährige Mariel Hemingway (Bild) eine junge Frau, die sich in den zweifach geschiedenen Intellektuellen Isaac verliebt. Vor allem vor dem Hintergrund der Missbrauchsvorwürfe, die 1992 gegen Allen laut wurden, erhält das einen bitteren Beigeschmack.
Im zarten Alter von nur 13 Jahren zeigt sich Christian Bale in dem Kriegsfilm "Das Reich der Sonne" (1987) hart gesotten. Als der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg seine Heimatstadt erreicht, verliert der Protagonist im Tumult seine Eltern und muss sich daraufhin als Kriegsgefangener im Internierungslager durchschlagen. Die realitätsnahe Brutalität, die ihm dort begegnet, steckt der Jungschauspieler augenscheinlich erstaunlich gut weg.
Während Macaulay Culkin (Bild) in "Kevin - Allein zu Haus" noch durch seine unschuldige Art besticht, zeigt er sich in "Das zweite Gesicht" (1993) von einer ganz anderen Seite: Hier spielt der Zwölfjährige den Jungen Henry, der nach außen hin mit seiner freundlichen Art seinen bösartigen und psychopathischen Charakter versteckt. Als sein Cousin zu Besuch kommt, zieht er diesen hilflos in seine grausamen Taten und Mordpläne mit hinein.
Ebenfalls eine Beziehung mit großem Altersunterschied gibt es in "Interview mit einem Vampir" (1994) zwischen Brad Pitt und Kirsten Dunst (Bild): Die damals erst zehnjährige Jungschauspielerin hatte am Set mit dem fast 30-Jährigen sogar ihren ersten Filmkuss.
Mit ihrer Rolle als unerschrockene Schülerin eines Auftragskillers wird Natalie Portman (Bild) 1994 im Alter von nur 13 Jahren mit dem Film "Léon - Der Profi" bekannt. Nachdem die Eltern der Protagonistin ermordet wurden, schließt sie sich dem Auftragsmörder Léon an, um sie zu rächen. Im Laufe der Zeit beginnt sie allerdings, Gefühle für den fast 50-jährigen Mann zu entwickeln.
Als einer der Skandalfilme der 90er Jahre gilt "Kids" (1995): Der Regisseur Larry Clark castete dabei neben professionellen Schauspielern auch Laien von den Straßen New Yorks, um das Leben der Jugendlichen möglichst authentisch darzustellen. Auch wenn die meisten Darsteller beim Dreh volljährig waren, verkörpern sie alle minderjährige Rollen, weshalb die expliziten Darstellungen von Sex und Drogenmissbrauch stark kritisiert wurden.
In "Gummo" von 1997 spielt Jacob Reynolds (rechts) einen Jungen, der in einer Stadt lebt, die sich auch zwanzig Jahre nach einem Tornado nicht von dessen verheerenden Folgen erholt hat. Unbeaufsichtigt von den Eltern schlägt er gemeinsam mit anderen Jugendlichen die Zeit mit Tiere quälen, Klebstoff schnüffeln oder bezahltem Sex mit einem Mädchen mit Down-Syndrom tot - das alles im Alter von nur 13 Jahren.
Als Inbegriff einer obszönen Beziehung gilt die Romanze in "Lolita" von 1997. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger von 1962 setzt der Regisseur Adrian Lyne hier mit seiner Besetzung mit Jeremy Irons und Dominique Swain (Bild) auf deutlich drastischere Erotikszenen, die bei den Zuschauern für Kritik sorgten. Immerhin trennten die damals 15 Jahre alte Darstellerin stolze 32 Jahre von ihrem Schauspielkollegen.
Als kleine "Little Miss Sunshine" (2006) überzeugt Abigail Breslin (vorne links) mit ihren knapp neun Jahren: Sie spielt ein Mädchen, das sich mit seiner Familie auf einen Roadtrip begibt, um an einem Schönheitswettbewerb für Kinder teilzunehmen. Die anstößige Striptease-Performance, die das Kind dort zur Überraschung aller hinlegt, ist aber alles andere als kindgerecht.
Mit nur zwölf Jahren spielt Dakota Fanning in "Hounddog" (2007) ein Mädchen, das in den 50er Jahren im US-Bundesstaat Alabama von einem älteren Teenager vergewaltigt wird. Obwohl man in der pikanten Szene nur ihr Gesicht sieht und Dakotas Mutter und Beamte der Kinderarbeitsaufsicht beim Dreh anwesend waren, sorgte der Film damit für Kontroversen.
An der Seite von Kristen Stewart (links) spielt Dakota Fanning (rechts) im Alter von 15 Jahren in "The Runaways" (2010) die rebellische Lead-Sängerin der gleichnamigen Band. Die Verfilmung der Autobiografie von Cherie Currie zeigt ihren Aufstieg zum erfolgreichen Rockstar inklusive dem ausufernden Rock'n'Roll-Lifestyle mit Partys, Drogen und Sex.
Für großen Aufruhr sorgte auch die Leinwand-Liaison zwischen der erst 19-jährigen Elle Fanning und dem 41-jährigen Colin Farell (Bild): In "Die Verführten" (2017) verkörpert dieser einen verletzten Soldaten, der Zuflucht in einem Mädchenpensionat sucht und die Gefühle der Frauen dort als unerwarteter Gast aufwühlt.