Es ist schon erstaunlich: Da kämpfen Frauen seit Jahrhunderten für ihre Rechte und es reicht eine Folge RTL-Trashfernsehen aus, all die Erfolge in Zweifel zu ziehen. In Folge zwei von "Das Sommerhaus der Stars" zeigen vor allem der Wendler und Quentin, was sie vom Selbstbestimmungsrecht der Frau halten. Allerdings hat nur einer der beiden die Größe für eine Entschuldigung.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Nun ist es nicht so, dass, Quote hin oder her, RTL dazu gezwungen wird, "Das Sommerhaus der Stars“ zu senden. Aber der Sender glaubt, dass eine solche Trash-TV-Show die Art Fernsehunterhaltung ist, die gut zum Unternehmen passt.

Wenn also Promis pöbeln, grölen, saufen, zanken, grapschen, dummschwätzen, an den Busch pinkeln, furzen oder sich nackig machen, dann ist das eben genau das, was sich RTL von seinen Hauptdarstellern erhofft hat. Und die legen in Folge zwei gleich los wie die Feuerwehr.

"Ich bin wahrlich der Teufel. Um diese 50.000 Euro zu verdienen, da kannst du Gift drauf nehmen, werde ich lügen, ich werde euch in den Rücken stechen. Wieso? Ich mag gewinnen“, erklärt Quentin seinen Kollegen seine Strategie so offen, als würde er gerade mit ihnen Kochrezepte austauschen.

"Sommerhaus der Stars": Grapschangebot vom Wendler

Zumindest kurzfristig ist die Truppe in Aufregung, dass jemand derart offensiv mit seinem Dasein umgeht, doch die RTL-Kameras haben auch schon etwas noch Spannenderes eingefangen.

Der Wendler liegt mit seiner Laura Müller im Bett und nestelt an ihrem Gesäß herum: "Schatz, du machst das so schön. Streichel meinen Popo!“, bittet Laura und das lässt sich der Wendler nicht zweimal sagen.

Als dann Willi Herren und Gemahlin dazustoßen, gibt der Wendler seiner Freundin einen Klaps auf den knapp bedeckten Hintern und macht dem Willi Herren ein generöses Angebot: "Willst du auch mal?“ Tja, was antwortet man auf so eine Frage? Da gäbe es zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • A) Nein, ich finde so ein Angebot respektlos gegenüber deiner Freundin. Schlimm genug, dass ihre Eltern das im Fernsehen mitansehen müssen.
  • B) Ist ja in Ordnung, wenn du dich aufführst wie so ein Sugar-Daddy, aber glaubst du nicht auch, dass du ein bisschen mehr drauf hast?
  • C) Psst, Michael: Wir leben jetzt im 21. Jahrhundert.
  • D) Klappt's noch?

Doch Willi entscheidet sich für folgende Variante: "Nee, ich mach das nicht. Ich krieg' Prügel von meiner Frau.“ Vielleicht hätte eine der Antworten A bis D ja geholfen, um dem Wendler und RTL zu zeigen, dass man selbst beim größten Trash-TV-Format nicht alles mitnehmen muss.

So aber macht der Wendler weiter und will nach der Klatsch-Episode noch wissen, wie es sich denn nun mit dem Sex im Haus verhalte und welches Paar damit nun anfängt: "Schreist du?“, will er von Jasmin wissen.

Immerhin wird es Willi Herren an dieser Stelle dann doch noch zu unangenehm und er verlässt den Raum. "Jasmin, ich kann das nicht. Ich find' das lustig, dass die so über Sex und so reden, aber wir können da nicht sitzen. Der führt seine Freundin vor. (…) Ich weiß auch nicht, warum ich da nichts sage.“

Im späteren Video-Interview findet er dann auch noch die passenden Worte zu Wendlers Klatsch-Angebot: "Das ist schon übel“, erklärt er dem Kameramann und seine Frau Jasmin wird noch deutlicher: "Noch so ein Ding und dann vergess' ich mich.“

Elena Miras: "Oar, wie krass dumm man sein kann.“

Für Trash-TV-Unterhaltung ganz anderer Art sorgt dann das erste Spiel der Folge. Hier sitzen die Damen auf einem Stuhl und stellen ihren Männern Fragen zur Beziehung. Beantwortet der Mann die Frage falsch, muss er seiner Frau stark riechendes Püriertes über den Kopf schütten. Insbesondere das Paar Mike Heiter und Elena Miras sorgt hier für intellektuelle Entspannung.

"Was ist meine schlechteste Angewohnheit?“, fragt Elena ihren Mike und der druckst ein wenig bei der Antwort herum. "Schnell ausrasten“, antwortet Mike zögerlich, weil er nichts Falsches sagen will und erntet einen veritablen One-Woman-Shitstorm.

"Oar, du bist behindert, mein Gott! Krass, wie dumm! Oar, wie krass dumm man sein kann. Boah, wie du mich abfuckst.“ "Zu temperamentvoll“, wäre nämlich Elenas Antwort gewesen.“

Quentin: Seine Hände seien ein "Arsch-Magnet"

Quentin indes bringt irgendwann seine Teufel-Strategie zur Wiedervorlage und fragt höflich bei Steffi Bartsch nach, ob es ihr unangenehm sei, wenn er sie beim Vorbeigehen hier oder dort betatsche, denn seine Hände seien ein "Arsch-Magnet“.

Roland Bartsch gibt ihm jedenfalls den Ratschlag, das nicht bei Menowins Frau zu probieren und wenig später bestätigt Menowin Rolands Vermutung: "Dann hättest du mit mir richtig Ärger gekriegt.“ Noch etwas später diskutiert man dann noch einmal unter Androhung von Gewalt, wann eine Grapsch-Geste witzig gemeint ist und wann nicht.

Am Nominierungsabend zeigt sich dann, dass die Mehrheit der Bewohner eher Menowins Art von Humor teilen, doch nachdem Quentin und Jessika auf der Nominierungsliste ganz oben stehen, überrascht Quentin mit einem Geständnis.

"Jetzt möchte ich euch alle um Verzeihung bitten, dass ich euch mit meinem Verhalten (…) verletzt habe“, erklärt Quentin und verkündet den freiwilligen Abschied des Paares.

Dass sich Quentin und Jessika Cardinahl verabschieden, gibt einem Anderen die Gelegenheit, sich schon einmal einen Entschuldigungstext zu überlegen, denn nun rückt das Paar mit den zweitmeisten Stimmen auf der Nominierungsliste nach: Laura Müller und ihr Wendler.

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