Sylvester Stallone: Eine Hollywood-Größe im Wandel der Zeit

Seit Ende der Siebzigerjahre gehört Sylvester Stallone zu den ganz Großen in Hollywood - sowohl als Schauspieler als auch als Drehbuchautor und Regisseur. "Rocky" öffnete ihm 1976 Tür und Tor, nachdem er sich zuvor als Erotik-Darsteller durchgeboxt hatte. Am 6. Juli feiert Stallone seinen nunmehr 73. Geburtstag. Ein Rückblick. © spot on news

Sylvester Stallone steht erstmals im Jahr 1969 vor der Kamera. Nachdem er sein Studium an der Universität von Miami abbricht, versucht er sein Glück mit dem Streifen "Schussfahrt" – allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Während der große Durchbruch noch auf sich warten lässt, lässt Stallone stattdessen die Hüllen fallen. Als damals 23-Jähriger ist er 1970 in dem Erotikfilm "The Party at Kitty and Stud's" zu sehen.
Sechs Jahre später soll es schließlich so weit sein: Innerhalb weniger Tage schreibt Stallone das Drehbuch zu dem Boxer-Film "Rocky", in dem er auch die Hauptrolle des Rocky Balboa übernimmt. Mit einem Dreh-Budget von knapp 1,1 Millionen US-Dollar wird der Film im Jahr 1976 zum großen Überraschungserfolg an den Kinokassen und Stallone, genannt Sly, zum gefeierten Leinwand-Star. Drei Oscars kann der Film damals einheimsen.
Von nun an soll es weiter bergauf gehen: Der Halbitaliener macht sich nicht nur als Schauspieler einen Namen, sondern setzt auch noch auf ein weiteres Pferd. 1978 gibt er mit "Paradise Alley - Vorhof zum Paradies" sein Regie-Debüt. Die Arbeit scheint ihm zu liegen. Bei den vier darauffolgenden "Rocky"-Filmen nimmt er ebenfalls im Regiestuhl Platz.
Stallone schlägt bei den Zuschauern ein wie eine Bombe. Gleiches gilt für seinen 1982 erschienenen Film "Rambo I", in dem er den wortkargen Vietnamkriegsveteran John Rambo spielt. Neben Rocky Balboa wird dies die Rolle, mit der Sly nicht nur seine größten Erfolge feiert, sondern auch bis heute identifiziert wird.
Filme sind jedoch nicht alles, was den gefragten Schauspieler interessiert. Zusammen mit Bruce Willis (Mitte), Arnold Schwarzenegger (rechts), Demi Moore und Jackie Chan gründet er 1991 die Restaurant-Kette "Planet Hollywood". Diese muss Ende der Neunzigerjahre zwar Insolvenz anmelden, sie existiert aber bis heute. Bekannt ist vor allem das Planet Hollywood Resort und Casino in Las Vegas.
Zurück ins Filmgeschäft: 1993 überzeugt der muskelgestählte Stallone im Streifen "Demolition Man". Zwar hatte er zuvor durchaus versucht, sich auch im Komödien-Bereich mit Filmen wie "Stop! Oder meine Mami schießt!" einen Namen zu machen, sein Image als Kampfmaschine schien ihm dabei aber immer ein wenig in die Quere zu kommen. Letztendlich akzeptiert er sein berufliches Schicksal.
So erfolgreich Sly beruflich auch war, in Sachen Ehe braucht der Schauspieler ganze drei Anläufe, um die richtige Frau zu finden. Mit Sasha Czack ist er von 1974 bis 1985 verheiratet und hat zwei Söhne: Sage (1976-2012), der tragischerweise an Herzversagen verstarb, und Seargeoh (*1979).
Mit Brigitte Nielsen ist Sly von 1985 bis 1987 verheiratet. Die Ehe mit dem dänischen Model bleibt kinderlos und auch im Nachhinein hat die Schauspielerin nur wenig Gutes über die kurze Beziehung zum Hollywood-Star zu sagen. Im RTL-Dschungelcamp verrät sie 2012, dass der Schauspieler extrem besitzergreifend gewesen sei und auch als Liebhaber stark zu wünschen übrig gelassen hätte.
Aller guten Dinge sind drei: Mit dem einstigen US-amerikanischen Model Jennifer Flavin ist Stallone seit Mai 1997 glücklich verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Töchter, die es mit zunehmendem Alter ebenfalls ins Rampenlicht zieht.
Es gibt kaum einen roten Teppich, den der stolze Hollywood-Star nicht ohne seine bessere Hälfte sowie die drei gemeinsamen Töchter Sophia Rose (*1996, rechts), Sistine Rose (*1998, links) und Scarlet Rose (*2002, 2.v.r.) betritt.
Auf dem Erfolg ausruhen? Das scheint für Stallone nicht infrage zu kommen. Auch nach rund 50 erfolgreichen Jahren im Filmgeschäft zieht es den Schauspieler immer noch vor die Kamera. Im Laufe der vergangenen Jahre ist er in Streifen wie "The Expendables" (2010), "Shootout – Keine Gnade" (2012) oder "Zwei vom alten Schlag" (2013) mit Schauspielkollege Robert De Niro zu sehen.
2015 lässt Stallone die alten Zeiten noch einmal aufleben und schlüpft in "Creed – Rocky’s Legacy" erneut in die Rolle des Rocky Balboa – wenn auch nur als Trainer. Überzeugen kann er dennoch. Für seine Darbietung erhält er ein Jahr später einen Golden Globe Award sowie eine Oscar-Nominierung. Im Jahr 2018 erzählt er die Geschichte um seinen Schützling Adonis Creed, gespielt von Michael B. Jordan (Bild), weiter. Und Fans der Action-Legende sind sich sicher: Auch nach so langer Zeit hat für Sylvester "Sly" Stallone die letzte Runde noch längst nicht begonnen.