• Erst hat der neue Twitter-Chef Musk im Handstreich Tausende Mitarbeiter entlassen – nun angeblich ein Sinneswandel: Gefeuerte sollen zurückkommen.
  • Außerdem bestehen Bedenken bezüglich einer weiteren Unternehmensreform.

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Nachdem Milliardär Elon Musk Twitter für einen überhöhten Preis von 44 Milliarden US-Dollar gekauft hat, hat er etwa die Hälfte der Belegschaft, rund 3.700 Mitarbeiter, entlassen.

Der Nachrichtendienst "Bloomberg" berichtet jetzt unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut seien, dass sich das Unternehmen nun an Dutzende gekündigte Mitarbeiter wende, mit der Bitte, zurückzukehren.

Nach Massenkündigungen: Neu-Twitter-Chef Musk fehlen jetzt Erfahrung und Kompetenz

Einige, die um Rückkehr an ihren alten Arbeitsplatz gebeten wurden, wurden angeblich versehentlich entlassen. Andere hingegen, wurden gefeuert, bevor das Management erkannte, dass ihre Kenntnisse und Arbeitserfahrung möglicherweise notwendig sein könnten für die Entwicklung neuer Funktionen, die Musk vorschweben.

Die Massenkündigungen bei Twitter wurden per E-Mail vorgenommen, um die Kosten nach Musks Übernahme zu senken. Viele Mitarbeiter erfuhren von ihrer Entlassung, indem ihr Zugriff auf unternehmensweite Systeme wie E-Mail und das Chatprogramm plötzlich gesperrt wurde. Wie überstürzt und chaotisch der Prozess verlief, zeigt sich nun, da man die Entlassenen um ihre Rückkehr bittet. Zuerst hatte der Journalist Casey Newton darüber berichtet – auf Twitter.

Musk macht bei den verbliebenen Angestellten Druck, neue Funktionen zu implementieren. Um neue Deadlines einzuhalten, schlafen manche Mitarbeiter sogar im Büro. Am Samstag hat Twitter einen neuen Abo-Service eingeführt, der vorsieht, dass Nutzer 7,99 Dollar pro Monat für die Nutzung der begehrten blauen Verifizierungs-Häkchen zahlen.

Wie die "New York Times" berichtet, will der Kurznachrichtendienst damit nun allerdings bis nach den US-Zwischenwahlen am 8. November warten. Bei Twitter war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Bislang war die Vergabe des blauen Häkchens, das die Echtheit des Twitter-Profils garantiert, kostenlos. Es ist die erste größere Überarbeitung der Social-Media-Plattform durch den neuen Eigentümer Musk.

Da nun jeder Nutzer das Verifizierungszeichen gegen Zahlung erhalten können soll, waren Sicherheitsbedenken geäußert worden – insbesondere im Vorwege der Midterm-Wahlen. Denn Nutzer könnten sich auf dem Wege als Politiker oder Medien ausgeben und Falschinformationen rund um die Wahlen verbreiten.  © DER SPIEGEL

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