Österreichs Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser sieht seine berufliche Existenz durch die Korruptionsermittlungen gegen ihn zerstört. Er sei ruiniert, sagte er der "Kronen Zeitung" (Samstag).

Ex-Finanzminister geht laut seinem Anwalt gegen Anklage vor.

Gegen Grasser wurde sieben Jahre lang wegen des Verdachts der Untreue und der Korruption ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hatte vor gut einer Woche Anklage gegen den 47-Jährigen und 15 weitere Verdächtige erhoben.

Nur noch wenig Erspartes

Grasser soll 2006 beim Verkauf von fast 60.000 Bundeswohnungen (Buwog) einem privaten Investor den entscheidenden Tipp über die notwendige Höhe eines Kaufpreises gegeben haben, um einen Mitbieter auszustechen. Als Dank sollen rund 9,6 Millionen Euro - ein Prozent des Kaufpreises von 961 Millionen Euro - in die Taschen der Verdächtigen geflossen sein. Grasser bestreitet die Vorwürfe und will gegen die Anklage vorgehen. Der frühere FPÖ-Politiker war von 2000 bis 2007 Finanzminister Österreichs.

Immer wieder habe er versucht, etwas aufzubauen, sagte Grasser. "Es ist ein kleines Pflänzchen gewachsen - und dann sind halt die nächsten Schlagzeilen gekommen und die nächsten Einvernahmen und Beschuldigungen, und das Pflänzchen war wieder weg." Von seinen Ersparnissen sei "ein bisschen noch übrig". © dpa