Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser soll im Zuge des BUWOG-Verkaufs Bestechungsfelder von fast zehn Millionen Euro erhalten haben. Das will das Magazin "Format" enthüllt haben.

Als wäre der Zivilprozess gegen seinen ehemaligen Steuerberater Peter Haunold nicht genug, wird Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser nun auch mit Enthüllungen zur Causa BUWOG konfrontiert. Dem Magazin "Format" sollen mit einer polizeilichen "Anordnung der Durchsuchung und Sicherstellung" vom 20. Oktober vertrauliche Dokumente vorliegen, die Licht in die verworrene Korruptionsaffäre bringen.

In den Unterlagen befindet sich offenbar der geplante Anklageentwurf zu den Affären BUWOG und Terminal Tower. Dieser soll belegen, dass Grasser gemeinsame Sache mit Walter Meischberger, Immobilienmakler Ernst Plech und Lobbyist Peter Hochegger gemacht hat. Laut BUWOG-Staatsanwalt Gerald Denk kam es im Zusammenhang mit dem Verkauf der BUWOG und der Einmietung in den Terminal Tower unter den Beteiligten zu vereinbarten Bestechungszahlungen. Diese sollen über ein zwischengeschaltetes Konto auf die vier Angeklagten aufgeteilt worden sein.

Die Zahlungen sollen sich auf insgesamt 9,61 Millionen Euro belaufen - Grasser habe "durch Zahlungsversprechen motivierten Zuschlag an das Österreich-Konsortium" erteilt. Meischberger, Plech und Hochegger wurden laut Staatsanwalt vereinbarungsgemäß beteiligt.

Der dem "Format" vorliegende Anklageentwurf liegt derzeit wohl dem Justizministerium vor und muss noch freigegeben werden. Zugespielt wurden die Dokumente dem Magazin angeblich im Zuge einer Razzia beim ehemaligen Novomatic-Generaldirektor Franz Wohlfahrt und früheren Büroräumen der Zentrale. (ncs)