• Aufgrund der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der Inflation nimmt die Verunsicherung in der Bevölkerung zu.
  • Immer mehr Menschen denken deshalb über eine Nebenbeschäftigung nach.
  • Das hat eine repräsentative Umfrage der TQS-Research & Consulting ergeben.

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Viele Menschen in Österreich wünschen sich flexibleres Arbeiten. Aber nicht nur, um mehr Freizeit zu haben. Mit verunsichernden Faktoren wie der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der hohen Inflation konfrontiert, denken nun einige über eine Nebenbeschäftigung nach. Das ergab eine repräsentative Umfrage der TQS-Research & Consulting. Nur 28 Prozent trauen der Bundesregierung zu, die richtigen Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu setzen.

63 Prozent der Befragten wollen neben dem Hauptberuf noch einer Nebentätigkeit nachgehen

63 Prozent der befragten Personen wollen neben dem Hauptberuf auch einer Nebentätigkeit nachgehen dürfen. "Das ist eine deutliche Änderung zu früheren Erhebungen, wo viele nur Freizeit maximieren wollten", heißt es dazu im Studienbericht. Die Studienautoren Dieter Scharitzer und Angelika Sonnek führen diesen Wandel auf die mehrfachen Krisen und die zuletzt hohen Preissteigerungen zurück. Denn auch die Freizeit komme den Beschäftigten immer teurer.

Mehr als die Hälfte (62 Prozent) fühlen sich von der hohen Inflation stark betroffen. 54 Prozent haben wegen der Teuerung weniger Geld zur Verfügung als noch vor Beginn der Corona-Pandemie und den anderen Krisen.

Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt werden gegenüber früheren Umfragen wieder besser eingeschätzt

Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt werden gegenüber früheren Umfragen wieder besser eingeschätzt. Nur 17 Prozent sehen ein Risiko, in den nächsten 6 Monaten die Arbeit zu verlieren. Ein Drittel ist aktiv auf der Suche nach einem neuen Job oder zumindest offen für einen Wechsel im nächsten Jahr.

Bei Arbeitsstellen, wo Home-Office möglich ist, nehmen das derzeit 68 Prozent der Befragten für ein bis zwei Tage in Anspruch und finden das auch angemessen. Auch wenn dieses Arrangement für viele passend ist, wünschen sich einige Beschäftigte generell mehr Zeit im Home-Office. 18 Prozent wollen gar nicht mehr in ihre Arbeitsstätte zurückkehren, sondern lieber nur remote arbeiten. Knapp die Hälfte findet, dass sich durch Home-Office ihre persönliche Lebensqualität und dadurch auch ihr Privatleben verbessert hat.

Neben flexiblen Arbeitszeiten mit Home-Office-Möglichkeit werden zusätzliche freie Tage (71 Prozent) und finanzielle Zuverdienstmöglichkeiten (65 Prozent) zunehmend wichtig. Auch die 4-Tage-Woche findet die überwiegende Mehrheit (87 Prozent) attraktiv. Weniger relevant schätzen die Befragten Mitarbeiterevents (45 Prozent) oder die Organisation von Dienstleistungen (41 Prozent) ein.

Die Umfrage wurde zwischen 24. August und 2. September unter 1.000 Menschen durchgeführt und ist repräsentativ für internetaffine Menschen in Österreich im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. (mit)  © APA