• Die Modekette Adler hat am Sonntag einen Insolvenzantrag gestellt.
  • Auslöser sollen "erhebliche Umsatzeinbußen durch die Corona-bedingten Schließungen sein.
  • Das Unternehmen hält auch 24 Filialen in Österreich.

Mehr Wirtschaftsthemen finden Sie hier

Die Modekette Adler ist zahlungsunfähig. Das deutsche Unternehmen, das auch mit 24 Filialen in Österreich präsent ist, hat am Sonntag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aschaffenburg im deutschen Bundesland Bayern gestellt.

Konkret soll das Unternehmen in Eigenverwaltung nach einem Insolvenzplan saniert werden, schrieb Adler am Sonntagabend in einer Pflichtmitteilung. Der Geschäftsbetrieb sollte unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfange fortgeführt werden.

Auslöser für den Insolvenzantrag seien die "erheblichen Umsatzeinbußen" durch die seit Mitte Dezember andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen. Adler hat eigenen Angaben zufolge 3.350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland.

Adler-Firmenchef: "Die erneute Corona-bedingte Schließung hat uns keine andere Wahl gelassen"

Im Jahr 2019 setzte das Unternehmen 495,4 Millionen Euro um und erzielte ein Ergebnis von 70,3 Millionen Euro.

"Die erneute Corona-bedingte Schließung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen. Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen", kommentierte Firmenchef Thomas Freude in einer Adler-Aussendung.

Das Beispiel Adler zeige, dass im textilen Einzelhandel selbst ein Unternehmen, das noch Ende 2019 eine "Rekord-Netto-Liquidität" von 70,1 Millionen Euro ausgewiesen habe, innerhalb von knapp zwölf Monaten in eine existenzielle Krise geraten könne. Zudem sei nach dem ersten Lockdown bis Oktober 2020 ein spürbarer Erholungstrend festgestellt worden.   © APA

US-Flugzeugbauer Boeing zahlt Milliardenstrafe im Debakel um den Unglücksjet 737 Max

Der US-Flugzeugbauer Boeing zahlt wegen der beiden Abstürze der Unglücksmaschine 737 Max 2,5 Milliarden US-Dollar. Im Gegenzug werden die Ermittlungen zu den Abstürzen eingestellt.