Berlin (dpa) - Ratingagenturen beurteilen die Kreditwürdigkeit von Wertpapieren, die Unternehmen und Staaten herausgeben.

Die drei großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch sind in den USA ansässig und wollen mit ihren Diensten Gewinne erzielen. Ihnen wird vorgeworfen, die große Finanzkrise 2007/2008 mit verursacht zu haben, weil sie Bestnoten für Wertpapiere vergaben, in denen faule US-Immobilienkredite gebündelt waren.

Geben die Agenturen einem Land oder einem Unternehmen die Bestnote, so hat das in der Regel zur Folge, dass sie weniger Zinsen für die Schuldenaufnahme zahlen müssen als diejenigen, die schlechter eingestuft werden. Doch das muss nicht immer so sein: Die USA haben trotz einer Herabstufung kein Problem, sich günstig mit Kapital zu versorgen.

Die Ratingagenturen verwenden für die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch etwa mit der Bestnote AAA (Englisch: "Triple A"). Die Topnote haben nur noch wenige Länder, beispielsweise Deutschland. Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C.

Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch "Ramsch" (englisch: Junk) genannt wird. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren. Am Ende der Skala steht mit D der Ausfall, also die Pleite eines Schuldners.