Thyssenkrupp und der indische Tata-Konzern wollten die Nummer zwei auf dem europäischen Stahlmarkt schmieden. Doch daraus wird nichts: Die Fusion ist geplatzt. Thyssenkrupp baut als Reaktion Tausende Stellen ab.

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Thyssenkrupp streicht 6.000 Stellen: Der Industriekonzern reagiert mit dem Schritt auf das Platzen der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata.

Von den Stellen, die abgebaut werden, entfallen 4.000 auf Deutschland, sagte Vorstandschef Guido Kerkhoff am Freitag.

Betriebsbedingte Kündigungen könnten bei einem Abbauprogramm dieser Größenordnung nicht ausgeschlossen werden, ergänzte Personalvorstand Oliver Burkhard.

In der Gesamtzahl seien 2.000 Stellen enthalten, die auch bei der Stahlfusion mit Tata gestrichen werden sollten. "Es ist ein recht tiefgreifender Einschnitt", sagte Burkhard.

Harter Schlag für Thyssens Stahlarbeiter

Für die rund 27.000 Stahlarbeiter von Thyssenkrupp sei das Veto der EU-Kommission "ein harter Schlag", sagte Kerkhoff. Ihnen hätten die Fusion mit Tata "eine Zukunftsperspektive gegeben".

Die IG Metall hatte eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026 sowie eine langfristige Standortsicherung erreicht. Dieser Tarifvertrag werde jetzt nicht in Kraft treten, sagte Burkhard.

Thyssenkrupp hatte zuvor mitgeteilt, dass die seit mehr als einem Jahr angestrebte Stahlfusion mit Tata Steel voraussichtlich nicht zustande kommen werde. Man erwarte, dass die EU-Kommission die Fusion untersage. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden.

Keine Aufspaltung des Konzerns

Kerkhoff hat deshalb auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter abgesagt. "Der Konzern bleibt als Ganzes erhalten", sagte er.

Um neues Geld in die Kasse zu bekommen, will Kerkhoff jetzt die profitable Aufzugssparte des Konzerns an die Börse bringen. Das hatten Investoren immer wieder gefordert.

Investoren reagierten positiv auf die Ankündigungen. Der Aktienkurs des Dax-Unternehmens legte bis zum frühen Nachmittag teils um mehr als 20 Prozent zu. Die Aufzugssparte mit weltweit rund 50.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro gehört zu den wichtigsten und profitabelsten Geschäftsfeldern des Konzerns. (dpa/ank/hub)

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