• Die Wirtschaft drängt weiter auf ein Ende de Lockdowns.
  • Die Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer warnt: Vielen Gewerbe- und Handwerksbetrieben droht "die Luft auszugehen".
  • Die Einschränkungen hätten gravierende Folgen für Zehntausende Zulieferer.

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Wirtschaftstreibende drängen auf ein Ende des Lockdowns. "Nach 21 Monaten Dauerkrise droht vielen Gewerbe- und Handwerksbetrieben die Luft auszugehen. Das Auf- und Zusperren von Handel, Gastronomie und Hotellerie in mittlerweile vier Lockdowns sowie das Verbot von Events oder Verunmöglichen von Großveranstaltungen hat gravierende Folgen für Zehntausende Zulieferer", warnten am Samstag Vertreter der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer.

Wirtschaftshilfen sollen fortgesetzt werden

Der designierte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) kündigte indes an, die Wirtschaftshilfen und sonstigen Unterstützungen in der Pandemie fortzusetzen. "Es wird das geben, was es brauchen wird, damit Unternehmen unterstützt und die Arbeitslosigkeit niedrig gehalten werden kann", sagte Brunner in der "ZiB2" am Freitagabend. Österreich sei dank der Wirtschaftshilfen finanziell sehr gut durch die Coronakrise gekommen. Die Hilfen würden weitergehen, solange es notwendig sei.

In den "Vorarlberger Nachrichten" erklärt er zum ÖVP-Rückzug aus dem Klimaschutzministerium, wo er bisher Staatssekretär war, jedem in der ÖVP sei klar, dass Klimaschutz, Umweltschutz und Energiewende zu den größten Herausforderungen zählen - "und das betrifft jedes Ressort". Es werde auch für ihn Teil seiner Aufgaben sein, gerade in diesem Bereich seine Erfahrung und Kompetenz einzubringen. Im Klimaschutz- und Verkehrsministerium war Brunner für Luft- und Schifffahrt zuständig.

Den Wirtschaftstreibenden sind die Hilfen zu wenig, sie wollen ein Ende des Lockdowns, wie sie in einer Aussendung am Samstag erklärten. "Der Lockdown gefährdet Betriebe und Arbeitsplätze, deshalb muss am 12. Dezember wieder aufgesperrt werden", sagte Kuno Graßner, Vorsitzender der Berufsgruppe der Textilreiniger. Das Lebensmittelgewerbe – Bäckereien, Konditoreien, Fleischer, Getränkehersteller – leide in der Zwangspause für Restaurants, Wirtshäuser und Hotels ebenfalls mit. "Das ist ein Geschäftszweig, der für viele Betriebe in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Auch das Weihnachtsgeschäft ist in normalen Jahren ein wesentlicher Faktor: das reicht von der Belieferung der Weihnachtsmärkte mit süßen Brezen bis hin zum Catering für Weihnachtsfeiern. Das fiel heuer flach", ergänzte Josef Schrott, Innungsmeister der Bäcker.

Ausfall der Weihnachtsmärkte schmerzt das Kunsthandwerk

Der Ausfall der Weihnachtsmärkte schmerze ganz besonders das Kunsthandwerk, das um das wichtigste Jahresgeschäft umfällt. "Die Mehrzahl unserer Betriebe sind Ein-Personen-Unternehmen. Das Geschäft auf den Advent- und Weihnachtsmärkten macht für sie ein Drittel bis zur Hälfte des üblichen Jahresumsatzes aus", so Wolfgang Hufnagl, der Bundesinnungsmeister der Kunsthandwerke.

Besonders schlimm betroffen seien auch Berufsfotografen und Veranstaltungstechniker sowie Beschallungs- und Beleuchtungstechniker. Ohne Ballveranstaltungen gebe es auch keinen Bedarf an einem neuen Ballkleid, Frack und Smoking – "das bekommen die Kleidermacher schmerzlich zu spüren".

"Letztlich sitzen alle Unternehmen in ein- und demselben Boot. Es darf nicht passieren, dass Branchen ohne Verschulden in ihrer Existenz gefährdet werden. Der Lockdown muss deshalb für alle wie versprochen am 11. Dezember enden", forderte Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer.  © APA