Diese Kolonien gibt es heute noch

Kommentare54
null
Ort: null (null)
Datum: Tue Jan 22 00:00:00 CET 2019
Von
Tom Hartl

Heute gibt es noch Kolonien, auch wenn sie offiziell nicht mehr so genannt werden. Viele von ihnen sind Inseln mit atemberaubender Natur und Stränden.

Auch heute noch unterhalten Länder wie Großbritannien, Frankreich, die Niederland oder auch die USA noch zahlreiche Überseegebiete. Vor allem in der Karibik sind viele Inseln unter der Kontrolle der ehemaligen Kolonialmächte. Eine Inselgruppe die besonders hervorsticht sind die Antillen.
"Spitzenreiter", was die Anzahl der Kolonien betrifft, ist Großbritannien. Zu den Überseegebieten zählen unter anderem die britischen Jungferninseln. Sie umfassen insgesamt um die 60 Inseln und Riffs, auf denen insgesamt rund 28.000 Menschen leben. Hier ist Virgin Gorda, die drittgrößte Insel des Territoriums, zu sehen.
Die Kaimaninseln wurden 1503 von Christoph Kolumbus entdeckt. 1655 werden die Inseln von Oliver Cromwells Armee erobert und unter britische Herrschaft gestellt. 1962 entschließen sich die Kaimaninseln gegen die Unabhängigkeit und bleiben britische Kronkolonie. George Town (Bild) ist die Hauptstadt der Inseln. Hier sind Luxusresorts am Seven Mile Strand zu sehen.
Die Kaimaninseln sind bei Schnorchlern und Tauchern sehr beliebt. Hier sind Taucher und ein Nassau-Zackenbarsch im Korallenriff zu sehen.
Die Bermudainseln sind Namensgeber für das berühmte Bermudadreieck. Sie liegen etwa 1.000 Kilometer vor der amerikanischen Atlantikküste, gehören damit aber nicht mehr zu den Karibikinseln. Bermuda war lange Zeit ein wichtiger Militärstützpunkt Großbritanniens. Heute ist die Insel vor allem eine Steueroase und ein Touristenziel.
Bermuda lockt vor allem mit schöner Natur und atemberaubenden Stränden, wie hier die Tabakbucht bei Saint George's.
Die britischen Pitcairninseln befindet sich wortwörtlich im Nirgendwo zwischen Australien und Südamerika. Die Entfernung zum südamerikanischen Festland beträgt 5.700 Kilometer. Nur 50 Menschen leben auf der Hauptinsel, doch die Geschichte dieser Menschen hat es in sich: Viele der Bewohner sind nämlich die Nachfahren der Meuterer von der Bounty.
Acht der Meuterer ließen sich 1790 zusammen mit 18 polynesischen Frauen und Männern auf der Insel nieder. Acht Jahre später war von den Männern nur noch ein einziger übrig, der Matrose John Adams. Die anderen Männer hatten sich gegenseitig umgebracht. Hier sind Nachfahren der Meuterer im Jahre 1900.
Das britische Inselgebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha befindet sich im südlichen atlantischen Ozean. Insgesamt leben auf der Inselgruppe etwa 5.700 Menschen. Hier ist Georgetown auf Ascension zu sehen, die zweitgrößte Siedlung auf der Inselgruppe. Die bekanntere Insel ist aber St. Helena.
Die Briten wählten die Insel nämlich als zweiten Verbannungsort für Kaiser Napoleon aus. Hier im Longwood House auf Saint Helena wohnte er von 1815 bis zu seinem Tod 1821.
Etwas weniger tropisch geht es auf den Falklandinseln zu. Sie befinden sich am Südzipfel Südamerikas. Hier ist eine Magellan-Pinguinkolonie am Strand von Carcass Island zu sehen. Die Inseln sind ein britisches Überseegebiet. Allerdings sind sie schon lange Gegenstand territorialer Streitigkeiten, zunächst zwischen Großbritannien und Spanien, später zwischen Großbritannien und Argentinien.
Der Konflikt zwischen Argentinien und Großbritannien gipfelte im Falklandkrieg 1982. Am 2. April landen argentinische Soldaten auf den Falklandinseln und besetzen die Insel. In den folgenden Tagen stationiert Argentinien über 10.000 Soldaten auf der Insel. Statt zu verhandeln, schickt Margret Thatcher umgehend die britische Armee mit Fregatten und Flugzeugträger nach Falkland.
Nach zwölf blutigen Wochen endet der Falklandkrieg mit der Kapitulation Argentiniens. Ergebnis eines sinnlosen Krieges: 649 argentinische, 255 britische Soldaten sowie drei Zivilisten sterben. Der britische Autor Julian Barnes bezeichnete den Krieg laut "Der Spiegel" als "hirnlosen, bizarren Streit zwischen nostalgischem Imperialismus und nostalgischem Faschismus".
Frankreich war einst neben Großbritannien die wichtigste Kolonialmacht in Nordamerika. Heute zeugen davon die zahlreichen französischen Überseegebiete. La Martinique ist eines der Übersee-Départements Frankreichs. Auf der gut 1.000 Quadratkilometern großen Insel leben etwa 340.000 Einwohner.
Ein bisschen größer sogar als Martinique ist die Insel Guadeloupe. Hier leben auf 1.600 Quadratkilometern knapp 400.000 Einwohner. Durch ihre Zugehörigkeit zu Frankreich sind die französischen Überseegebiete auch Teil der EU. Die Karibikinseln sind bei französischen Touristen sehr beliebt.
Vor allem die wunderschönen Strände, wie hier der Strand La Perle auf Guadeloupe, ziehen viele Menschen an.
Französisch-Guyana liegt auf dem südamerikanischen Kontinent und grenzt an Brasilien. Es ist das größte Überseeterritorium Frankreichs und hat eine Fläche in der Größenordnung Österreichs. Allerdings leben dort nur etwa 260.000 Menschen. In Kourou, 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Cayenne, bauten die Europäer 1964 das Raketenabschussgelände Centre Spatial Guyanais.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts richtet Frankreich Strafkolonien auf dem guyanischen Festland und der nahen Inselgruppe Îles du Salut ein. Bereits in den Jahren nach der französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts wurden politische Gefangenen nach Guyana verbannt.
Die Gefangenen mussten dort meist schwerste Zwangsarbeiten verrichten. Viele starben an Überanstrengung, Unterernährung, Tropenkrankheiten oder wurden von anderen Gefangenen ermordet. Insgesamt kamen über 60.000 Menschen in die Straflager von Guyana.
Schon den Transport von Frankreich nach Südamerika überlebten viele Gefangene nicht. Hier ist ein Schiff mit Verurteilten im Jahre 1933 auf dem Weg zu den französischen Strafkolonien. Erst 1946 beschloss Charles de Gaulle die endgültige Schließung der Strafkolonien.