Der Wettlauf ins Weltall: Bilder des "Space Race"

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Das sogenannte "Space Race" hielt Mitte des letzten Jahrhunderts die Welt in Atem. Es wurde zwischen den USA und der Sowjetunion ausgetragen. Der größte Erfolg: die erste Mondlandung.

Im Jahr 1955 trat US-Präsident Dwight D. "Ike" Eisenhower mit der Ankündigung, einen erdumkreisenden Satelliten ins All schießen zu wollen, das sogenannte "Space Race" zwischen den USA und der Sowjetunion los. Der medial inszenierte "Wettlauf ins All" hatte begonnen.
Nach zwei gescheiterten Testläufen des amerikanischen "Vanguard"-Projekts schockte die vom Westen als hoffnungslos rückständig angesehene Sowjetunion mit dem Satelliten "Sputnik" die USA. Am 4. Oktober 1957 erreichte "Sputnik" die Erdumlaufbahn - und damit kreiste der erste künstliche Satellit um die Erde.
Auch den ersten Menschen schickten nicht die Amerikaner, sondern die Sowjets ins All. Am 12. April 1961 umrundete Juri Gagarin im Raumschiff "Wostok 1" einmal die Erde, bevor er im Wolga-Gebiet in der Nähe der Städte Saratow und Engels landete.
Mit dem "Mercury"-Programm gelangte am 5. Mai 1961 der erste Amerikaner, Alan Shepard (links oben) ins Weltall, aber nicht in den Orbit. Erst im Februar 1962 gelang John Glenn (untere Reihe, dritter von links) als erstem Amerikaner eine Erdumkreisung.
Von den sowjetischen Erfolgen unter Druck gesetzt, kündigte US-Präsident John F. Kennedy im Mai 1961 vor dem US-Kongress an, noch im laufenden Jahrzehnt einen Menschen zum Mond schicken zu wollen. Als das "Space Race" für die Amerikaner schon verloren schien, setzte das "Moon Race" völlig neue Maßstäbe.
Zum "Moon Race" hätte es gar nicht kommen müssen. Bei seinem ersten Treffen mit Nikita Chrustschow im Juni 1961 hatte Kennedy noch eine gemeinsame Mondexpedition von Amerikanern und Sowjets vorgeschlagen. Die Sowjetunion lehnte ab und zeigte sich überrascht, denn sie hielt das US-Raumfahrtprogramm für technisch weit unterlegen.
Aufgrund der hohen Kosten des neu gestarteten "Apollo"-Programms war auch die US-Bevölkerung nicht restlos von dem Vorhaben überzeugt. In einer ikonisch gewordenen Rede 1962 in Houston schwor Kennedy die Nation aber ein: "Wir haben den Mond als Ziel gewählt, nicht weil es leicht zu erreichen ist, sondern gerade weil es schwierig ist."
In der Sowjetunion feierte man im Jahr 1963 unterdessen den nächsten Meilenstein der Raumfahrt. Die Kosmonautin Walentina Tereschkowa wurde zur ersten Frau im Weltall. Die UdSSR betrieb ebenfalls ein bemanntes Mondprogramm, das sie allerdings im Gegensatz zur USA streng geheim hielten.
Für die Raumfahrtbehörde NASA wurden im Rahmen des "Apollo"-Programms unter der Leitung des deutschstämmigen Raketeningenieurs Wernher von Braun die "Saturn"-Raketen entwickelt. Die "Saturn V" sollte später tatsächlich die ersten Menschen zum Mond befördern.
Einen schweren Rückschlag mussten die Amerikaner am 27. Januar 1967 verkraften. Gus Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee, die Crew der "Apollo 1"-Mission, kamen bei Bodentests in einem Feuer ums Leben.
Das "Apollo"-Programm brachte bei der achten Mission erstmals Menschen zum Mond, diese umrundeten den Erdtrabanten aber nur. Erst die Crew der elften "Apollo"-Mission, bestehend aus Michael Collins, Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin (v. l.), war auserwählt, die erste Mondlandung zu wagen.
Am 16. Juli 1969 startete die "Saturn V"-Rakete der "Apollo 11"-Mission mit der Crew an Bord vom "Kennedy Space Center" in Florida in Richtung Mond. Das geheime sowjetische Mondprogramm hatte davor nur zwei fehlgeschlagene Teststarts ihrer N1-Rakete vorzuweisen.
Der frühere US-Präsident Lyndon B. Johnson betrachtete den Start von der Zuschauertribüne aus.
Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch die Mondoberfläche. Hier ist er im Mondlandemodul zu sehen.
Der zweite Mensch auf dem Mond, "Buzz" Aldrin, wird von Armstrong fotografiert, wie er aus dem "Lunar Module" klettert.
Das "Space Race" hatte seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Die erste Mondlandung gilt bis heute als der entscheidende große Wurf, der den "Wettlauf ins All" zugunsten der Amerikaner entschied - trotz der vielen frühen Erfolge des sowjetischen Raumfahrtprogramms.
Nach 22 Stunden auf dem Mond hebt hier das "Lunar Module" samt den Astronauten Armstrong und Aldrin wieder ab, um sich mit dem "Apollo"-Modul im Mond-Orbit zu treffen. Darin wartete Michael Collins, das dritte "Apollo 11"-Crewmitglied, der den Mond niemals selbst betreten hat.
Rückkehr zur Erde: Am 24. Juli 1969 landeten die Astronauten im Pazifischen Ozean und wurden von Schlauchbooten in Empfang genommen. Die gesamte Mondmission dauerte etwas mehr als acht Tage.
Der damalige US-Präsident Richard Nixon heißt die "Apollo 11"-Astronauten auf der "U.S.S. Hornet" im Pazifischen Ozean willkommen. Armstrong, Collins und Aldrin sitzen in einer Quarantäne-Kapsel. Aus Furcht vor unbekannten Mikroorganismen mussten sie insgesamt 17 Tage in Quarantäne verbringen.
Am 13. August 1969 wird in New York eine Parade zu Ehren der Mondfahrer abgehalten. Sie geht als eine der größten Parties der Stadt in die Geschichte ein. Die große Bedeutung der ersten Mondlandung zeigt sich nicht zuletzt in Bildern wie diesem.