Mit ihren toten Augen hängen sie von den Bäumen der mexikanischen Insel. Fast tausend Puppen, die sich sich im Wind wiegen. Die Isla de la Muñecas (zu dt. Puppeninsel) am östlichen Rand von Mexiko-Stadt ist wahrlich einer der gruseligsten Orte der Welt. Doch was hat es mit den Puppen auf sich?

Die kleine Insel in Mexiko war schon immer ein Ort der Einsamkeit. Bis 2001 war sie einzig vom Blumenzüchter und Fischer Julián Santana Barrera bewohnt. Mit ihm beginnt und endet die Gruselgeschichte der Isla de la Muñecas.

Den Beitrag über die Puppeninsel Isla de la Muñecas können Sie im folgenden Video ab 7:03 Minuten sehen:

Es ist das Jahr 1951. Julián Santana Barrera findet am Ufer angespült die Leiche eines kleinen Mädchens. Sie war offenbar ertrunken. Zumindest erzählt Barrera das später so. Nach diesem schrecklichen Erlebnis beginnt er, weggeworfene Puppen zu sammeln. Er zieht sie aus dem Müll, aus den Kanälen in Mexiko Stadt.

Angeblich fühlte er sich von dem Geist des kleinen Mädchens verfolgt, hört immer wieder ihre Schreie. Seinem Neffen, der heute als einziger Mensch auf der Insel wohnt, erzählt er, sie habe gejammert und nach immer neuem Spielzeug verlangt. Also bringt er ihr Spielzeug. Puppen, immer mehr Puppen.

Barrera ist besessen, der Gedanke an den Geist treibt ihn um.

Um sich vor dem toten Mädchen zu schützen, beginnt er, die Puppen in den Bäumen aufzuhängen. Wenn der Wind weht, schaukeln die Puppen. In der Dunkelheit wirken sie wie Kinderleichen.

Viele der Puppen werden in der Witterung zerstört. Die Sonne versengt das Plastik. Einigen fehlen Arme und Beine, manchen die Augen. Viele Mexikaner erzählen sich, Barrera habe die Puppen in seinem Verfolgungswahn selbst verstümmelt.

Dennoch bleibt Julián Santana Barrera auf der Insel, verlässt sie kaum mehr. Das kleine Mädchen lässt ihn nicht los. Er wird zum Gefangenen seines eigenen Wahns. Erzählungen zufolge muss ihm sogar sein Neffe das Essen bringen. Anastacio Santana, besagter Neffe, lebt noch heute auf der Insel. Sein Onkel ist 2001 im Alter von 86 Jahren gestorben. Auch um seinen Tod ranken sich Legenden. Am Tag seines Ablebens geht Julián Santana Barrera mit seinem Neffen fischen, an derselben Stellen, an der er einst das tote Mädchen gefunden hat. Dort erzählt er seinem Neffen, im Kanal würde eine Sirene leben, die schon mehrmals angekündigt habe, ihn eines Tages zu sich zu holen. Das schreibt "travelbook.de". Als Anastacio seinen Onkel kurz alleine lässt und wenig später wieder kommt, treibt sein Onkel tot im Wasser. Die Todesursache ist ein Herzinfarkt.

Mysteriöse Hundeunfälle schrecken immer wieder die Bewohner der schottischen Kleinstadt Milton auf. Seit den 1950er-Jahren stürzten sich über 50 Vierbeiner in den Tod. Manche glauben an Gespenster und Hokuspokus, andere wollen dem Phänomen wissenschaftlich auf den Grund gehen. Aber noch ist nicht exakt geklärt, was hinter den seltsamen Unglücken steht.

Die Isla de la Muñecas ist zu diesem Zeitpunkt schon ein beliebtes Touristenziel. Inzwischen müssen Besucher für das Gänsehautgefühl Eintritt zahlen. In den 1990er Jahren wird sie auch von Einheimischen als Ort für Mutproben benutzt. Die Legende besagt, dass in der Nacht die Puppen lebendig werden und sich bewegen.

Barreras Neffe Anastacio wohnt immer noch dort. Auf der Insel der Puppen.

(ska)