Meeressaurier: Diese Saurier beherrschten einst die Ozeane

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Die Saurier dominierten von vor etwa 235 Millionen Jahren bis vor 66 Millionen Jahren die Erde. Sie waren die unangefochtenen Herrscher in jedem Ökosystem: an Land, im Wasser und in der Luft. Hier präsentieren wir Ihnen die herausragendsten Vertreter unter den Meeressauriern.

Die Weltmeere waren von einer Vielzahl an Meeressauriern geprägt. Grob lässt sich die Meeresfauna der Saurier in drei Typen unterscheiden: Fischähnliche wie die Ichtyosaurier, krokodil- oder schildkrötenähnliche wie Metriorhynchus und Plesiosaurus und diejenigen, die mit heutigen Schlangen und Leguanen verwandt sind, wie zum Beispiel Mosasaurier.
Der Plesiosaurier war ein bis zu 15 Meter langer Sauropterygia (Flossensaurier) und ähnelte mit seinen vier paddelförmigen Flossen vom Körperbau her einer extrem langhalsigen Schildkröte. Auf seinem Speiseplan standen Tintenfische, Ammoniten und Haie. Forscher errechneten eine Bisskraft von 147 Kilonewton - die stärkste im Tierreich.
Hier wird ein junger Plesiosaurier zur Mahlzeit für einen deutlich größeren Liopleurodon. Die Meeresjäger des Mitteljura wurden durchschnittlich fünf bis sieben Meter lang. Das Gehirn des Liopleurodon deutet darauf hin, dass das Sehen der wichtigste Sinn bei der Jagd war. Ähnliche Gehirnstrukturen finden sich heute beim Weißen Hai.
Doch offenbar mischten nicht nur Meeressaurier die Ozeane auf. Forscher halten es für denkbar, dass auch der Flugsaurier Dorygnathus banthensis (r.) unter Wasser Beute fangen konnte. Er musste jedoch aufpassen, dabei nicht selbst zum Gejagten zu werden.
Meeressaurier der Gattung Stenopterygius sind Thunnosauriden, eine Gruppe fortgeschrittener Ichthyosaurier mit spindelförmigen, versteiften Körpern. Sie bewegten sich wie Thunfische nur mit Schwanzflossenschlägen schnell durch das Wasser und wurden drei bis vier Meter lang. Ihre Rückenflosse ähnelte der eines Weißen Hais.
Der Nothosaurus war ein Sauropterygia und lebte sowohl an Land als auch im Wasser. Die Körperlänge variierte stark und reichte bis sieben Meter, wovon der Schädel bis zu 60 Zentimeter ausmachte. Zahnanordnung und Kiefermuskulatur lassen vermuten, dass er seine Beute mit einer ähnlichen Methode wie viele Krokodile fing: Er hielt das Beutetier fest und bewegte den Kopf ruckartig hin und her.
Der Metriorhynchus erreichte eine Länge von drei Metern. Seine Schwanzflosse machte ihn zu einem effektiveren Schwimmer als heutige Krokodile. Der Metriorhynchus war ein Fleischfresser.
Der bis zu 18 Meter lange Mosasaurier war ein riesiger Meeresräuber. In "Jurassic World" wird er als Ungetüm dargestellt, das problemlos einen Weißen Hai am Stück verschluckt. Doch bei dessen durchschnittlicher Länge von vier Metern, teils sogar über sieben Metern, dürfte er auch für diesen Giganten ein zu großer Happen sein.
Der Pliosaurus gehörte mit bis zu 15 Metern Länge zu den größten Meeressauriern. Obwohl Pliosaurus und Mosasaurus sich ähneln, sind sie nicht eng miteinander verwandt. Der Pliosaurus gehört zu den Sauropterygia. Seine nächsten lebenden Verwandten sind Schildkröten. Der Mosasaurus gehört zu den Lepidosauriformes. Dessen nächste heutige Verwandte sind zum Beispiel Schlangen.
Der Shastasaurus war ein bis zu 21 Meter langer Ichtyosaurus und unterschied sich von anderen Fischsauriern durch seine schlanke Körperform. Er war nur zwei Meter breit, bei etwa sieben Metern Höhe. Hinzu kam eine vergleichsweise kurze, zahnlose Schnauze, weswegen Forscher annehmen, dass er sich vor allem von weichen Kopffüßlern wie Tintenfischen ernährte.
Der bis zu acht Meter lange Cryptoclidus schluckte neben seiner Beute auch größere Steine. Zum einen könnte dies dem Auftrieb seiner Lungen entgegengewirkt haben, um das Tauchen zu erleichtern. Auch möglich ist, dass ihm die Steine dabei halfen, seine Nahrung im Magen zu zermahlen, denn mit seinen spitzen, nadelartigen Zähnen konnte das Tier nicht kauen.
Das sechs Meter lange Eurhinosaurus lebte im flachen Meer. Sein Oberkiefer war doppelt so lang wie der Unterkiefer und bestückt mit nach oben und unten weisenden Zähnen. Damit ähnelt er dem heutigen Schwertfisch. Manche Forscher vermuten, er habe damit Beute aufgespießt oder durch rasche Auf- und Ab-Bewegungen verletzt. Andere denken, der Überbiss diente dem Gründeln im Sediment.
Der Brachypterygius hatte relativ kleine Flossen. Die großen, lichtstarken Augen und der stromlinienförmige Körper lassen einen schnellen Schwimmer vermuten, der in große Tiefen vorstieß, um dort Jagd zu machen. Wahrscheinlich war er in der Lage, auch noch in einer Tiefe von über 500 Metern Beute aufzuspüren und zu fangen.
Auch der Shonisaurus gehörte zu den größten Arten unter den Ichtyosauriern. Der S. popularis war 15 bis 21 Meter lang, der S. sikanniensis sogar bis 23 Meter. Der Shonisaurus hatte einen massigen Körper mit ausladendem Brustkorb, wobei der S. sikanniensis noch etwas schlanker gebaut war als der kleinere S. popularis.