Niki strebt ein zweites Insolvenzverfahren in Österreich an. Das Hauptverfahren würde jedoch in Deutschland verbleiben. Kritik kommt vom Fluggastportal Fairplane - das als erstes Beschwere eingereicht hatte.

Die Air-Berlin-Tochter Niki hat wie angekündigt in Österreich ein zweites Konkursverfahren beantragt. Das teilte der Wiener Gläubigerschutzverband AKV am Donnerstag mit.

Mit diesem sogenannten Sekundär-Insolvenzantrag beim Landgericht Korneuburg soll der bereits ausgehandelte Kaufvertrag mit der British-Airways-Mutter IAG abgesichert werden.

Beschwerde von Fairplane

Das Fluggastportal Fairplane war juristisch gegen das deutsche Insolvenzverfahren vor dem Landgericht Berlin vorgegangen. Nach Ansicht von Fairplane ist die Justiz in Österreich für das Insolvenzverfahren zuständig.

Dieser Sichtweise stimmte das Berliner Landgericht zu. Nach Darstellung des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther bleibt das Hauptverfahren jedoch in Deutschland.

Kritik an zweitem Insolvenzverfahren

Fairplane drängt jedoch immer noch auf die Eröffnung eines Hauptverfahrens in Österreich. Das nun vom vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther beim Landgericht Korneuburg beantragte Sekundär-Insolvenzverfahren sei "teurer und komplizierter" als nötig, sagte Fairplane-Geschäftsführer Andreas Sernetz am Donnerstag in Wien.

Im Interesse aller Beteiligten komme es nun auf schnelle Rechtssicherheit an, damit der Kauf von Niki durch die British-Airways-Mutter IAG wie geplant über die Bühne gehen könne.

Sernetz geht davon aus, dass ein österreichischer Masseverwalter kein Interesse daran habe, den Deal platzen zu lassen. "Kein Masseverwalter wird den Verkauf blockieren."

Niki war - nach der Mitte August von ihrer Mutter Air Berlin beantragten Insolvenz - ebenfalls in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. (dpa/ank)