Alex Feuerherdt

Schiedsrichter-Coach und freier Publizist

Alex Feuerherdt ist Schiedsrichter seit 1985 und hat Spiele bis zur Oberliga geleitet. Er lebt in Köln und ist dort verantwortlich für die Aus- und Fortbildung der Unparteiischen. Außerdem wird er als Schiedsrichter-Coach eingesetzt.

Gemeinsam mit Klaas Reese betreibt er Deutschlands ersten und einzigen Schiedsrichter-Podcast, "Collinas Erben", der sich mit den Fußballregeln, den Entscheidungen der Referees sowie mit den Hintergründen und Untiefen des Pfeifens befasst. Hauptberuflich arbeitet Feuerherdt als freier Publizist und Lektor.

Artikel von Alex Feuerherdt

90 Minuten lang hat der Unparteiische mit dem Ruhrgebietsduell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund keine Probleme. Doch dann wird es auf einen Schlag hektisch und giftig. Vor allem das Handspiel eines Dortmunders erregt die Gemüter.

Seit dieser Saison gilt offiziell: Nicht jede "Notbremse" ist rotwürdig. Das scheint sich aber noch immer nicht überall herumgesprochen zu haben, wie sich am Wochenende in zwei Bundesliga-Partien gezeigt hat.

Nicht zuletzt wegen eines äußerst umstrittenen Strafstoßes erreicht Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach das Viertelfinale in der Europa League. War der Elfmeter wirklich berechtigt?

Dortmunds Dembélé steigt Herthas Weiser unsanft auf den Knöchel, der spielt daraufhin den sterbenden Schwan. Beide sehen Gelb, und im Internet gibt es einen Shitstorm. Dabei hat der Schiedsrichter mit Augenmaß gehandelt.

Die historische Aufholjagd des FC Barcelona gegen Paris St. Germain wird auch Deniz Aytekin so schnell nicht vergessen. Der deutsche Schiedsrichter zeigte in einem überaus schwierigen Spiel eine starke Leistung, hinter seinem zweiten Elfmeterpfiff für die Gastgeber steht aber zumindest ein dickes Fragezeichen.

Verwirrung beim Spiel zwischen dem FC Arsenal und dem FC Bayern: Der Kapitän der Gastgeber sieht für eine "Notbremse" erst Gelb und schließlich doch Rot. Wie konnte es dazu kommen? Und durfte der Schiedsrichter seine Entscheidung überhaupt ändern?

Eintracht Frankfurt hadert mit dem Unparteiischen – und das nicht ohne Grund. Denn Günter Perl traf in der Tat einige unglückliche Entscheidungen. Vor allem ein zu Unrecht annulliertes Tor für die Eintracht und ein Abseitstreffer für Freiburg, der gegeben wurde, erzürnten die Hessen.

Riesendiskussionen in Ingolstadt: Gladbachs Lars Stindl erzielt ein Tor mit der Hand – doch der Schiedsrichter gibt den Treffer. Und das ist auch zumindest vertretbar. Denn Absicht liegt hier nach den Regeln nicht vor.

Hertha BSC ist stocksauer auf Schiedsrichter Patrick Ittrich. Der nämlich ließ in der Partie gegen den FC Bayern ungewöhnlich lange nachspielen, sodass der Rekordmeister doch noch zum späten Ausgleich kam. Für die Entscheidung des Referees gibt es aber gute Gründe.

Viel Aufregung beim Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen den FC Arsenal: Die Münchner waren trotz des klaren 5:1-Sieges unzufrieden mit dem Schiedsrichter, weil dieser einen strittigen Elfmeter gegen sie pfiff und ihnen selbst mehrmals einen verweigerte. Doch der Protest war längst nicht immer berechtigt.

Weil er den Arztkoffer des Gegners erregt vom Platz schleudert, sieht Leipzigs Kapitän Willi Orban die Gelbe Karte. Zu Recht? Hamburgs Torwart René Adler räumt derweil einen Gegner ähnlich resolut ab wie Manuel Neuer im WM-Finale.

Die Leipziger toben, weil der Schiedsrichter-Assistent ihrem Ausgleichstor in der Nachspielzeit wegen Abseits die Anerkennung verweigert. Doch der Mann hat nicht nur Recht, sondern auch gute Nerven. Ohnehin sind die Linienrichter viel besser als ihr Ruf.

Hat Anthony Modeste vom 1. FC Köln in Darmstadt seinen Gegenspieler ins Gesicht geschlagen oder nur unglücklich getroffen? Muss der Stürmer eine Sperre befürchten, obwohl der Schiedsrichter nicht einmal auf Foul entschied? Darüber wird der DFB in dieser Woche befinden. Der Schiedsrichter-Streitfall.