Bereits seit 2015 unterstützt die Schwarmintelligenz der "Eve Online"-User nebenbei die wissenschaftliche Forschung. Seit Kurzem kämpfen die Weltraumkrieger nicht mehr nur gegeneinander, sondern gemeinsam gegen COVID-19 - und leisten dabei beachtliche Arbeit.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Spiele sind eigentlich dazu da, als Gegengewicht zum stressigen Alltag für Entspannung und Unterhaltung zu sorgen. Dass in den digitalen Welten auch das Potenzial steckt, die reale Welt zu einem besseren Ort zu machen, klingt daher erst einmal erstaunlich. Doch genau diesen Ansatz verfolgt die Weltraum-Simulation "Eve Online" von CCP Games- was mitunter zu beachtlichen Ergebnissen führt.

Seit 2015 versuchen die Macher von "Eve Online" im Rahmen des "Project Discovery" die Schwarmintelligenz der User mithilfe eines Minispiels anzuzapfen, um der wissenschaftlichen Forschung bei der Auswertung von Daten zu helfen - sei es bei der Suche nach Exoplaneten oder der Erforschung von Krankheiten. Seit Juni 2020 gilt das Engagement voll und ganz dem Kampf gegen das Corona-Virus.

36 Jahre Arbeit gespart dank Online-Gaming?

Ein BBC-Bericht kam nun zu einem spektakulären Ergebnis: Der Einsatz der 171.000 teilnehmenden Spieler am "Project Discovery" und die von ihnen bewältigten 47 Millionen Aufgaben sparten der Virus-Forschung demnach in nur vier Monaten umgerechnet 36 Jahre Arbeit, wie sie beispielsweise bei der Kategorisierung von Zellen anfallen würde. Aber was mussten die Weltraum-Krieger eigentlich machen?

Mit "Project Discovery" unterstützt die Schwarmintelligenz der "Eve Online"-Spieler den Kampf gegen COVID-19.

Mithilfe der sogenannten "Durchflusszytometrie" werden Daten gewonnen und analysiert, um den Wissenschaftlern zu helfen, das Virus SARS-CoV-2 besser zu verstehen. Medizinisches Fachwissen ist dabei nicht nötig, denn die Unterstützung der Forschung geht im wahrsten Wortsinn spielerisch vonstatten: Konkret sehen die am Projekt gegen Corona teilnehmenden Gamer in "Eve Online" ein Zellbild.

Dann gilt es, Polygone zu zeichnen, um die Zellcluster im Blut voneinander abzugrenzen. Dies soll den Wissenschaftlern helfen zu analysieren, wie unser Immunsystem auf Viren wie Corona reagiert. Klingt zugegebenermaßen nicht nach dem größtmöglichen Spielspaß, doch gibt es - neben der Motivation, Gutes zu tun - eine weitere Belohnung: Die geleistete Arbeit wird unter anderem mit Ingame-Währung (ISK) und kosmetischen Gegenständen entlohnt.   © 1&1 Mail & Media/teleschau