Die Rosenmontagsumzüge, die stattfanden, sind trotz der steten Gefahr durch das stürmische Tief namens "Bennet" glimpflich über die Bühne gegangen. In Mainz flogen zwar Ziegel von einem Dach herab, zu Schaden kam aber niemand. In Südhessen und im Münsterland aber sind aufgrund ungeheurer Windstärken ein Toter und ein Schwerverletzter zu beklagen.

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Rosenmontagsstimmung und Sturmtief, das passte an vielen Orten in Deutschland nicht zusammen. In Bottrop, Fulda und Seligenstadt gingen die Veranstalter der traditionellen Umzüge kein Risiko ein und bliesen das Spektakel ab.

Abgespecktes Karnevalspektakel

In Düsseldorf, Aachen, Münster und Koblenz lautete die Konzession an die Sicherheit, später anzufangen, um dem Wind diesen etwas aus den Segeln zu nehmen.

In Köln, Bonn und Aachen blieben zudem die Pferde im Stall. Außerdem suchten die Jecken im Kölner Zug Schilder, Fahnen und hohe Aufbauten vergebens. Der Stimmung aber tat dies keinen Abbruch, obwohl sich zum Sturm mancherorts auch Regen gesellte.

Die Bahn musste Strecken sperren

Wer mit der Deutschen Bahn in die karnevalistischen Epizentren reiste, musste Geduld, eine alternative Reise-Route und eine funktionierende Internet-Verbindung besitzen, um sich zeitnah über mögliche Streckensperrungen und somit Zugverspätungen oder gar -ausfälle informieren zu können.

Zu schweren Unfällen kam es auf den Straßen. Beim Einsturz einer Mauer infolge starker Sturmböen wurde auf einer Baustelle im südhessischen Lorsch ein Arbeiter schwer verletzt.

Bauarbeiter von einstürzendem Rohbau schwer verletzt

Wie die Polizei in Darmstadt mitteilte, wurde die frisch fertiggestellte Mauer im dritten Stock eines Rohbaus vom Wind umgerissen.

Der Bauarbeiter arbeitete zu diesem Zeitpunkt auf einem Gerüst, wurde von Mauerteilen getroffen und stürzte innerhalb des Gerüsts mehrere Meter tief.
Der 48-jährige verletzte sich bei dem Unglück den Angaben zufolge schwer. Er wurde mit einem Rettungswagen zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Baum erschlägt Autofahrer

Noch schlimmer kam es im münsterländischen Ochtrup. Dort erschlug ein umstürzender Baum einen 37 Jahre alten Autofahrer in dessen Pkw. Der Mann war auf einer Landstraße unterwegs, als 500 Meter von einer Autobahnauffahrt der Baum umfiel und das Fahrzeug traf.

Auch in den kommenden Tagen ist Vorsicht geboten. Der Sturm schwächt sich zwar etwas ab und verlässt den Westen Deutschlands. Um den Brocken herum, die höchste Erhebung Norddeutschlands, behält er jedoch die ganze Woche über Orkanstärke.

Es bleibt stürmisch

Am Freitag machen sich um Hamburg herum und im Südosten Bayerns neue Felder mit böigem Wind breit und läuten ein stürmisches Wochenende ein.

Von Frühling ist in den kommenden sieben Tagen nichts zu sehen. Bei wechselnder Bewölkung gibt immer wieder Regen.

Am Donnerstag wandert er aus dem Norden und Nordwesten zur Landesmitte und breitet sich auch Richtung Südwesten aus.

Die Höchsttemperatur der kommenden Woche wird voraussichtlich am Mittwoch und Donnerstag mit 17 Grad Celsius erreicht, aber nur in Richtung Osten der Republik: in Berlin, Sachsen, Franken und Oberbayern. (hau/AFP/dpa)

Teaserbild: © Julian Stratenschulte/dpa