Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Beginn eines Staatsbesuchs in China aus gesundheitlichen Gründen um einen Tag auf Sonntag verschoben. Lula leide unter einer "leichten Lungenentzündung", teilte sein Pressebüro am Freitag mit. Der 77-Jährige sei in der Vornacht zu Untersuchungen im Krankenhaus gewesen, befinde sich aber inzwischen wieder im Präsidentenpalast in Brasília.

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Der seit Jahresbeginn amtierende Linkspolitiker will bei seinem bis zum 31. März dauernden Besuch mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zusammenkommen, der gerade den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland besucht hat. Bei den Gesprächen zwischen Lula und Xi soll es um stärkere Handelsbeziehungen gehen, aber auch um Vermittlungsmöglichkeiten im Ukraine-Krieg.

Brasilien strebt die Bildung einer Gruppe von Staaten an, die im Ukraine-Konflikt vermitteln sollen. In diesen Bemühungen betrachtet Lula Peking als wichtigen Partner. China hatte im Februar ein als "Friedensplan" für die Ukraine bezeichnetes Papier vorgelegt. Westliche Staats- und Regierungschefs erachten den Plan jedoch aufgrund der politischen Nähe Chinas zu Russland und als wenig glaubwürdig.

Lula strebt auch eine Stärkung der bilateralen Beziehungen zu China an, die unter seinem rechtsradikalen Vorgänger Jair Bolsonaro stark gelitten hatten.

Experten sehen Lulas Besuch in China knapp drei Monate nach seinem Amtsantritt als Hinweis darauf, dass er Brasilien abermals als geopolitische Macht mit Führungsanspruch im globalen Süden etablieren will und dafür eine strategische Partnerschaft mit China anstrebt. Lula hatte das Präsidentenamt bereits in den Jahren 2003 bis 2010 ausgeübt.


  © AFP

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