Polit-Talk: "Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner"

"Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner": An vier Tagen die Woche senden ARD und ZDF politische Talkshows. In unserer Rubrik finden Sie Nachberichte und Kritiken zu ausgewählten Sendungen und Themen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält seine Hand schützend über den syrischen Diktator Baschar al-Assad. Welche Strategie soll der Westen in Syrien verfolgen? Geht es nach einem einheimischen Journalisten: gar keine.

Mehr noch als der Militäreinsatz in Syrien selbst polarisiert die Art und Weise, wie Donald Trump diesen auf Twitter ankündigte. Bei "Hart aber fair" erklärt eine USA-Kennerin, dass Syrien erst der Anfang gewesen.

War der Militärschlag gegen Syrien richtig? Und welche Rolle sollte Deutschland in dem Konflikt spielen? Bei Anne Will zeigt sich einmal mehr: Gäbe es einfachen Antworten auf diese Fragen, hätte Syrien längst Frieden. 

Russland steht derzeit fast täglich in den Negativschlagzeilen – entweder wegen des Falls Sergej Skripal oder weil Moskau im Syrien-Krieg fest zu Diktator Baschar al-Assad steht. Bei Maybrit Illner kam es dennoch nicht zu kollektivem Putin-Bashing.

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Was ist wichtiger: Das subjektive Sicherheitsempfinden oder die kalte Statistik? Darum dreht sich die Debatte bei "Maischberger". Ein Jens-Spahn-Klon argumentiert mit der Angst, ein Kriminologe fremdelt mit den Emotionen.

Mit seiner Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, hat der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine alte Debatte wiederbelebt. Denn dass diese Debatte noch lange nicht tot ist, zeigt die Sendung "Hart aber fair", bei der leidenschaftlich darüber gestritten wurde.

Die Gäste von Maybrit Illner sprechen über Probleme an deutschen Schulen – vor allem über den Antisemitismus von muslimischen Schülern.

Eine Seltenheit in Talkshows: Am Ende kommt sogar ein Lösungsvorschlag auf den Tisch, den alle irgendwie ganz gut finden. 

Der Mord der Woche im "Tatort", die neuesten Folgen der "Big Bang Theory", die tägliche Dosis "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", die 100. Wiederholung von "Pretty Woman" oder die Ausstrahlungstermine der Fußball-Bundesliga: Hier finden Sie auf einen Blick alle Sendetermine ihrer Lieblingsserien und Live-Shows, dazu alle Top-Filme und Sport-Events.

Der Einmarsch der Türkei in die kurdische Provinz Afrin hat zu einer Gewaltwelle in Deutschland geführt – und zu einer emotionalen Debatte bei Maybrit Illner. Ein kurdischer Vertreter war kurz davor, die Fassung zu verlieren.

Die Deutschen machen sich mehr Sorgen über Trumps Politik als über die von Putin. Bei Maischberger bleibt die Diskussion aber fast komplett bei Putin hängen und sorgt für Streit: "Wollen Sie Zoff oder Gedankenaustausch?"

Donald Trump will die amerikanische Wirtschaft mit Strafzöllen schützen, die auch deutsche Erzeugnisse treffen könnten. Maybrit Illners harmonische Runde war sich einig: Die EU muss eine gemeinsame Antwort finden. Linken-Politiker Oskar Lafontaine kritisiert hier nicht nur Trump, sondern vor allem Deutschland.

Unterhaltsam und turbulent geht es am Mittwochabend bei Sandra Maischberger zu. Die zentrale Frage lautet, was die neue GroKo den sozial Schwachen bringt. Doch hitzig wird es an einer anderen Stelle.

Auch bei Sandra Maischberger dreht sich am Mittwochabend alles um den TV-Zweiteiler „Gladbeck“, in Anlehnung an das Geiseldrama von 1988. Eine Geisel von damals erhebt einen schweren Vorwurf gegen die ARD – und bringt Maischberger damit in Erklärungsnot.

Frank Plasberg lässt bei "hart aber fair" über die Essener Tafel diskutieren. Auf eine Rassismus-Diskussion lassen sich seine Gäste gar nicht erst ein - und das ist auch gut so. Denn es gibt in der Talk-Runde spannendere Fragen und viele Vorwürfe an die Politik.

Es war ein Schock für Diesel-Fahrer: Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sind Fahrverbote in Städten nicht mehr auszuschließen. Dementsprechend fragte Anne Will in ihrer Talk-Runde: "Das Diesel-Chaos - wer übernimmt jetzt die Verantwortung?" Eine Antwort gab es nicht, dafür aber einen völlig überforderten Minister.

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sind in über 60 deutschen Städten ab sofort Fahrverbote für Dieselfahrzeuge erlaubt. Dieselbesitzern drohen erhebliche Mehrkosten, weil sich die Automobilindustrie weigert, Nachrüstungen für manipulierte Pkw zu bezahlen. Bei Maybrit Illner hatte ihr Cheflobbyist einen schwachen Auftritt.

Die Schweizer stimmen über ihre Rundfunkbeiträge ab, Grund genug für Sandra Maischberger, über ARD und ZDF zu reden - mit viel Selbstkritik und einem Thomas Gottschalk, der sich ein wenig fehl am Platze fühlte.

Die Gäste von Anne Will diskutieren über den Fall Deniz Yücel und seine Folgen. Obwohl er Journalist jetzt frei ist, überwiegen in der Runde Sorge und Türkei-Kritik.  

Mit "Macht, Sex, Gewalt – der späte Aufschrei" hat sich Mayrbit Illner für den Donnerstagabend ein heikles Thema ausgesucht. Neue Erkenntnisse zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Dieter Wedel liefert die Sendung nicht. Im Zentrum stehen eine Feministin und eine Philosophin, die sich in einen Kleinkrieg verzetteln.

Über den Nazi-Skandal rund um die Burschenschaft Germania Wiener Neustadt haben auf Puls 4 am Mittwochabend Andreas Mölzer, Martin Engelbert und andere diskutiert. In einem Punkt waren sich alle einig: Die FPÖ müsse sich besser von rechtsaußen abgrenzen. 

Dass Österreich ein Problem mit seiner Vergangenheitsbewältigung hat, wurde allzu deutlich in Corinna Milborns Polit-Talk "Pro & Contra" am Mittwochabend auf Puls 4. Thema war der Nazi-Lieder-Skandal innerhalb der Burschenschaft Germania - doch schließlich wurde sogar die Rolle Österreichs im Zweiten Weltkrieg infrage gestellt.

"Wie antisemitisch ist Deutschland heute?", wollte Anne Will anlässlich des Holocaust-Gedenktages wissen. Die Antwort führte natürlich zu der Frage, ob sich Geschichte tatsächlich wiederholen kann. Der erschreckender Befund bei "Anne Will": Es hat längst angefangen.

Die US-Wirtschaft boomt, Trumps Steuerreform freut die Börsen und auch außenpolitisch sind die erwarteten Konflikte bisher ausgeblieben. Maybrit Illner diskutierte mit einer Männerrunde, ob der US-Präsident seine Sache vielleicht doch ganz gut macht.

Die Gäste von Sandra Maischberger gehen der Frage nach, warum immer mehr Menschen in Deutschland obdachlos sind.

Auch nach dem Ja seiner Partei zu Koalitionsverhandlungen mit der Union wirkt SPD-Chef Martin Schulz bei "Anne Will" wie ein Getriebener. Beim Familiennachzug macht er neue Versprechen – und dann bringt ihn auch noch FDP-Chef Lindner zur Weißglut.

Auf dem SPD-Parteitag am Sonntag entscheidet sich, ob Sozialdemokraten und Union Koalitionsgespräche beginnen. Bei Maybrit Illner sorgte das für eine lebhafte Diskussion, in der ein Politologe den "Boris Johnson der deutschen Politik" ausfindig machte.

Bundeskanzler Sebastian Kurz ist bei seiner Deutschland-Stippvisite in der ARD-Sendung "Maischberger" zu Gast. Moderatorin Sandra Maischberger fordert den ÖVP-Politiker forsch. Markant: Er weicht immer dann auf die Flüchtlingsfrage um, wenn es ungemütlich für ihn wird.

Die Parteichefs von SPD, CDU und CSU haben sich bei den Sondierungen geeinigt, doch die Sozialdemokraten müssen sich erst noch mit sich selbst einigen. Die Zustimmung zu einer möglichen großen Koalition bringt die Partei in ein Dilemma. Daher fragt sich nicht nur Frank Plasberg in "Hart aber fair": Kann daraus eine tragfähige Regierung werden?

Sinn- und ziellos: Der gestrige Talk bei Frank Plasberg war für Zuschauer, die nach inhaltlicher Relevanz suchen, ein Grauen. Stattdessen gab es bei "Hart, aber fair" gestern Abend nur ein wildes Themen-Hopping. Mehr als ein paar knackige Zitate sprangen nicht heraus.

Maybrit Illner zieht Bilanz und fragt, was 2017 verloren ging. Da dürfen natürlich die Themen des Jahres wie der G20-Gipfel, Trumps Isolationismus, das Insektensterben oder die Nordkorea-Krise nicht fehlen. Taten sie aber. Stattdessen bestimmte gestern Abend wieder einmal ein Thema das ganze Geschehen.

Vor einem Jahr fürchteten sich viele vor 2017. "Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)", betitelte der Spiegel damals ein Cover mit Donald Trump. Sandra Maischberger griff die vergangene Zukunftsangst auf, kürte das zu Ende gehende Jahr zum "Panikjahr" und hetzte die Gäste ihrer Talkshow von Katastrophe zu Katastrophe. Oder war 2017 doch besser als befürchtet?

Die Außenpolitik der USA bestimmte nach der Jerusalem-Rede von Donald Trump die Nachrichten in der vergangenen Woche. Ein Historiker verglich bei "Anne Will" Präsident Trump mit einem Elefanten im Porzellanladen, ein Journalist ließ anklingen, Trump brauchte Betreuung und ein Politiker sagte, er wisse genau, was er tue.

Sandra Maischberger macht irgendwas mit Groko, lädt sich die falschen Gäste ein- und dann auch noch zu viele. Was sie herausfinden will, weiß sie nicht. Und dann ist da noch Claus Strunz.

Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen bei "hart aber fair", was der stille Tod der Bienen durch Pflanzenschutzmittel bedeutet.

Die Europa-Abgeordnete Viviane Reding fordert bei Anne Will von deutschen Politikern: Reißt euch endlich zusammen. Doch die Aussichten auf eine stabile Regierungskoalition werden auch an diesem Abend nicht rosiger.

Will, Plasberg, Maischberger und gleich mehrfach Lanz: An den gescheiterten Sondierungsgesprächen kam in dieser Woche keine Talkshow vorbei. Gestern Abend fragte nun auch Maybrit Illner, ob es nun Neuwahlen gibt. Die Antwort ist ein eindeutiges Vielleicht.

Warum sollte im TV-Studio klappen, was den Sondierern gelingt? Am Freitagmorgen wurde bekannt: Die "Jamaikaner" vertagen sich. Dass Jamaika ein wackliges Konstrukt ist, dieser Eindruck verstärkte sich bereits am Donnerstagabend im Lauf des Talks bei Maybrit Illner.

Paradise Papers, Steueroasen, Air-Berlin-Pleite: Nur einige der Schlagworte, mit denen sich Sandra Maischberger und ihre Gäste gestern Abend abmühten. Besonders skurril: Ein Immobilienunternehmer, der zugab, betrogen zu haben und dies gleichzeitig anprangerte.

Steht die Auto-Nation Deutschland vor einem Umbruch? Der Dieselskandal, Feinstaub, Staus und Umweltverschmutzung sorgen für Frust und Zweifel bei den Verbrauchern. In der ARD-Talkshow "Hart aber fair" prallen die unterschiedlichen Meinungen zum Thema heftig aufeinander.

Es ist eine reine Männerrunde gewesen - mit Ausnahme von Puls4-Moderatorin Corinna Milborn: Die #metoo-Bewegung war am Montagabend das Diskussionsthema bei "Pro & Contra". Intime Geschichten aus der Jugend kamen zur Sprache, und Promi-Anwalt Manfred Ainedter nahm Peter Pilz in Schutz.

Der Fall Weinstein hat unter dem Hashtag #metoo eine Debatte ausgelöst. Da stellt sich die Frage, ob der Gesellschaft Sexismus nur ein Hashtag wert ist, oder ob sich diesmal etwas ändert. Das wollte auch Anne Will gestern Abend von ihren Gästen wissen.

Vor ziemlich genau einem Jahr ist das passiert, was viele Experten nie für möglich und die meisten für einen schlechten Witz gehalten haben: Donald Trump wurde zum Präsidenten der USA gewählt. Wie hat Trump in diesem Jahr die Welt verändert? Darüber diskutierte gestern Abend Maybrit Illner mit ihren Gästen. Fazit: Trump bedeutet nicht unbedingt das Ende der Welt, sondern nur das Ende der Welt, die wir kannten.

Sandra Maischberger diskutiert am ARD-Themenabend mit ihren Gästen über sexuelle Nötigung. Eine Fernsehmoderatorin erzählt davon, wie sie einst selbst vergewaltigt worden sei. Die Diskussion zeigt, wie weit verbreitet sexuelle Nötigung und Sexismus in unserer Gesellschaft sind – und wie wenig davon an die Oberfläche dringt.

Einen Tag nach den neusten Enthüllungen über weltweite Steuerflucht waren die Paradise Papers natürlich Thema bei "Hart aber fair" in der ARD: Wie schafft es ein Konzern wie Nike, in Deutschland kaum Steuern zu zahlen? Welche Konsequenzen haben die Enthüllungen? Und wie viele Nullen hat eigentlich eine Billion?

Flüchtlinge, Autonomiebestrebungen, Reformpläne: Europa steht vor großen Herausforderungen – und in Berlin lässt man sich mit der Regierungsbildung Zeit. Maybrit Illner sprach mit ihren Gästen über den Zustand der EU und versuchte, ihnen nebenbei Neuigkeiten über die Koalitionsverhandlungen zu entlocken. Da reagierte FDP-Chef Christian Lindner ein wenig patzig.

Bei Maybrit Illner gehen die Gäste aus den Jamaika-Parteien recht gesittet miteinander um. Ein gemeinsames Projekt für ihre mögliche Koalition finden sie aber nicht.

Bei Hart aber fair bespricht Frank Plasberg an diesem Montagabend ein Thema, das Millionen Bürgern in deutschen Städten betrifft: die Not an bezahlbarem Wohnraum.

Die Verhandlungen über die Jamaika-Koalition haben begonnen. Aber die Vorstellungen der Parteien, wie das Bündnis inhaltlich unterfüttert wird, gehen weit auseinander. Das zeigte sich auch gestern Abend bei Maybrit Illner: Markus Söder von der CSU geriet heftig ins Stocken, als er zu einer Prognose über den Erfolg der Gespräche gefragt wurde.

Bei "Maischberger" haben die Gäste am späten Abend das Thema "Was bringt ein Einwanderungsgesetz?" diskutiert. Klingt vielversprechend - herausgekommen ist aber viel Gerede und wenig Konkretes.

Selten wird eine politische Talkshow mit so viel Herzblut geführt wie "Hart aber fair". Es geht um Lerneffekte nach den Wahl-Schlappen für Kanzlerin Angela Merkel.