• Sebastian Kurz hat einen neuen Job: Er hat eine Cyber-Firma gegründet.
  • Zusammen mit dem israelischen Unternehmer Shalev Hulio leitet er künftig Dream Security.
  • Hulios ehemalige Firma steckt hinter der umstrittenen Spionagesoftware Pegasus.

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Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat mit Shalev Hulio, dem Ex-Chef des israelischen Technologieunternehmen NSO, das die umstrittene Spionagesoftware Pegasus herstellt, und dem Geschäftspartner Gil Dolev eine Firma für Cybersicherheit gegründet.

"Die Notwendigkeit, kritische Infrastruktur wie Energie-, Wasser- oder Gesundheitsversorgung vor Cyber-Attacken zu schützen, wird immer größer", erklärte Kurz am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite.

Ziel der Firma Dream Security mit Sitz in Tel Aviv sei es, Lösungen zum Schutz gegen derartige Angriffe anzubieten. Der 36-jährige ehemalige konservative Regierungschef soll Präsident des Unternehmens werden, wie die israelische Wirtschaftszeitung "Globes" am Mittwochabend berichtete.

Das kann die NSO-Software

Die neue Firma werde sich zunächst auf den europäischen Markt konzentrieren, sagte Kurz der Zeitung. Während seiner Zeit als Regierungschef habe er zahlreiche Attacken auf Regierungen, Produktionsanlagen und Energieeinrichtungen gesehen, von denen viele nicht öffentlich geworden seien.

NSO-Mitbegründer Hulio hatte im August seinen Chefposten in dem Unternehmen abgegeben. Die von NSO hergestellte Pegasus-Software ist in der Lage, sämtliche Daten von damit angegriffenen Mobiltelefonen auszulesen. Außerdem kann Pegasus unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten. Nach Unternehmensangaben wird die Software ausschließlich an Regierungsbehörden verkauft, um Kriminelle aufzuspüren.

Journalisten, Politikern und Menschenrechtsaktivisten ausspioniert

Eine Recherche von 17 internationalen Medien hatte jedoch 2021 ergeben, dass mit Hilfe von Pegasus die Telefone von hunderten Journalisten, Politikern und Menschenrechtsaktivisten in verschiedenen Ländern überwacht worden waren, darunter auch in autoritär regierten Ländern wie etwa Saudi-Arabien.

Kurz war vor einem Jahr nach Vorwürfen der Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit als österreichischer Bundeskanzler zurückgetreten. Anfang des Jahres stieg er bei dem US-deutschstämmigen Investor Peter Thiel ein, einem der wenigen Unterstützer des früheren US-Präsidenten Donald Trump im kalifornischen Silicon Valley. (mss/afp)

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