• Spaziergehen, durch den Park flanieren, tollende Hunde beobachten, es könnte so schön sein. Wären da nicht die vielen kleinen Hundehaufen.
  • Einmal reingetreten, ist der Ärger groß. Trotz Hundekot-Tüten und Straßenschilder: So manches Frauchen oder Herrchen ist zu faul, die Hinterlassenschaften des Vierbeiners zu entsorgen.
  • Das sorgt in vielen Städten für Unmut. Einem Bürgermeister in Deutschland reicht es jetzt mit den stinkenden Häufchen: Er will eine DNA-Datenbank für Hunde!

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Nach der Katze ist der Hund das zweitbeliebteste Haustier der Deutschen. 10,56 Millionen Menschen besaßen laut statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr in Deutschland einen Hund. Dank Corona-Pandemie und Homeoffice-Möglichkeiten ist eine wahre Hundemania ausgebrochen. Vermeldete die Tierschutzorganisation Tasso e.V. im Juni 2019 noch 31.400 Neuanmeldungen von Hunden, waren es im Juni 2020 39.000 Hunde, die bei der Organisation registriert wurden. Dies entspricht einem Anstieg von satten 25 Prozent. Tendenz steigend.

Unmut über Hundehaufen

Doch mehr Hunde bedeuten auch mehr Hundehäufchen. Und das kann zum Problem werden. Laut der Initiative gegen Hundekot in Deutschland setzten die deutschen Vierbeiner bis zu 5,67 Milliarden Hundehäufchen in die Welt. Keine Sorge: Die Masse der Frauchen und Herrchen in Deutschland hebt die Häufchen auf und wirft den Kot in Tüten weg.

Trotzdem sammeln sich jedes Jahr Tausende von Hundekot-Haufen auf den deutschen Straßen. Sie verschmutzen nicht nur die Straßen und das Stadtbild, sondern sind auch Auffangbecken für Parasiten und Bakterien, das vor allem für spielende Kinder ein Problem werden kann. Und bei aller Ehrlichkeit: Jeder, der schon einmal in einen Hundehaufen getreten ist, weiß, wie eklig die stinkenden Häufchen am Schuh sind.

Bußgelder schwanken

Kein Wunder also, dass Hundehalter eine Strafe erwartet, wenn sie die Hinterlassenschaft ihres felligen Mitbewohners einfach liegen lassen. Nur: Regional gibt es hier immense Unterschiede. Während Herrchen und Frauchen in Brandenburg oder Hessen nur 10 bis 20 Euro Bußgeldstrafe zahlen müssen, kann es in Bayern und Baden-Württemberg richtig teuer werden. Bis zu 150 Euro verlangen die Bundesländer für die stinkenden Kothaufen auf der Straße.

DNA-Datenbank für Hunde soll helfen

Und trotzdem: Noch viel zu oft lassen Hundehalter die Häufchen ihrer Hunde liegen. Sehr zum Ärger aller anderen Bürger. Eine neue Lösung muss her – das dachte sich zumindest Stadtbürgermeister Rolf Jung aus Selters in Rheinland-Pfalz. Er fordert eine DNA-Datenbank für Hunde, um endlich die vierbeinigen Übeltäter durch ihre Häufchen identifizieren zu können.

Hundekot ist Abfall – und der muss entsorgt werden, sagt der Bürgermeister. Immer wieder habe es darüber hitzige Diskussionen in den Stadtratssitzungen gegeben, sodass er den Vorschlag einer DNA-Datenbank anbrachte. "Als ehemaliger Polizist kenne ich die Möglichkeiten und Beweisfestigkeit von DNA-Abgleichen. Da besondere Sachverhalte besondere Handhabungen erfordern und ich möglichst immer freidenkend Sachverhalte betrachte, kam mir der Gedanke einer Datenbank für Hunde", so Jung. Alle Hundehalter sollen laut Jung verpflichtet werden, mit ihrem Hund vorstellig zu werden, um einen DNA-Abstrich aus dem Hundemaul zu nehmen.

Außerdem sollen Hundehalter über die Maßnahme aufgeklärt werden. Kostenpunkt: 60 bis 80 Euro pro Untersuchung einer Probe. "Ich bin überzeugt davon, dass alleine dadurch die nicht ordnungsgemäßen Hundekothäufungen nochmal deutlich abnehmen. Denn damit wird klar, dass n beweissicher ermittelt werden kann. Das Entdeckungsrisiko wird für Hundehalter somit deutlich größer." Bürgermeister Jungs Ziel: Möglichst keine Hundehaufen mehr in seiner Stadt Selters.

Innenministerium prüft Selters Antrag

Rechtlich geprüft wurde der Antrag für eine Datenbank bereits von einem Fachanwalt, jetzt liegt der abgesegnete Antrag seit Ende November 2020 beim Innenministerium von Rheinland-Pfalz. "Mir wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass sich mein Antrag in der Rechtsprüfung befindet", so Jung. Seine Erfolgsaussichten schätzt der Bürgermeister gut ein. Eine Entscheidung soll demnächst fallen. Bislang zahlen Hundebesitzer beim Erwischen 10 bis 25 Euro Bußgeld, mit einer DNA-Datenbank könnte die Strafe höher ausfallen. Derzeit gibt 207 Hunde bei etwas mehr als 2800 Einwohner in Selters.

Für Jung ist die Idee der neuen Datenbank ein weiterer Schritt, um den Hundekot in Griff zu bekommen. Zahlreiche Beschwerden hätten schon zu Veröffentlichungen im Amtsblatt sowie zu Hundekotbeutelspendern und Abfallbehälter geführt, doch der Effekt blieb aus. Jetzt soll’s die DNA-Datenbank richten.

Hundetoilette in Nürnberg brachte keinen Erfolg

Selters Bürgermeister Rolf Jung ist mit seinem Problem nicht alleine. Auch andere Städte kämpfen mit den Hundehäufchen. Hundekotbeutelspender in Parks gehören in den meisten deutschen Großstädten fast schon zum guten Ton. Das Hundekot-Problem bekommen die Städte trotzdem nicht in den Griff. Nürnberg griff zuletzt zur Einrichtung einer Hundetoilette.

2000 Euro investierte die Stadt für ein extra errichtetes stilles Örtchen im Rosenaupark in Nürnberg. Wenn die Vierbeiner dringend müssen, dann doch bitte an einem fixen Ort. Nach einem Jahr stand das Pilotprojekt jedoch vor dem Aus: Die Hundehäufchen waren nicht weniger geworden. Vielleicht ist ja die DNA-Datenbank für Hunde die Lösung.

Verwendete Quellen:

  • statista.com: Anzahl der neu registrierten Hunde bei TASSO e.V. in Deutschland in den Jahren 2019 und 2020
  • statista.com: Haustierbesitzer in Deutschland nach Anzahl von Hunden im Haushalt von 2017 bis 2020
  • Initiative gegen Hundekot in Deutschland: Zahlen Daten Fakten
  • Bußgeldkatalog.org: Wenn Hundekot liegen gelassen wird
  • inFranken.de: Stadt versinkt im Hundekot - ist Deutschlands erstes Hundeklo die Lösung?

Pfotenschutz? Dann will dieser Hund lieber gar nicht laufen

Eigentlich wollten Michele Martel und James T. James ihrem Hund Jack nur etwas Gutes tun, als sie dem Vierbeiner Schuhe zum Schutz der Pfoten kauften. Doch der theatralische Hund war alles andere als begeistert und wollte dann lieber gar nicht laufen.