Innerhalb von wenigen Tagen ist der Streetscooter der Post zweimal mit einem mutmaßlichen Schwermetall-Problem auffällig geworden. Nach einem Bericht über einen zu hohen Bleigehalt ist nun von Cadmium die Rede.

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Der Streetscooter gilt als das ökologische Aushängeschild der Post und als Innovation, die der vermeintlich trägen Autoindustrie Beine machen soll. Doch nun wird auch der E-Transporter des Logistikkonzerns von Umweltproblemen ereilt. Laut mehrerer Magazinberichte, unter anderem von "Spiegel Online", ist das Kraftfahrtbundesamt (KBA) im Streetscooter auf das giftige Schwermetall Cadmium gestoßen.

Gleiches beanstandetes Ladegerät wie bei VW?

Demnach soll es sich um das gleiche Hochvolt-Ladegerät handeln, das auch in 124.000 Autos des VW-Konzerns eingebaut wurde. Wenn diese Information zutrifft, dürfte es sich um 0,008 Gramm Cadmium handeln, die in einem Relais verwendet werden. Laut Auskunft des KBA geht die Behörde dem nach. Im Fall des Cadmiums in Ladegeräten, die in Modelle des VW-Konzerns eingebaut wurden, prüft das KBA derzeit einen Rückruf.

Die Post will bei Notwendigkeit reagieren

Ein Sprecher der Post erklärte hierzu, dass sie beim Streetscooter die gesetzlichen Anforderungen und damit die Grenzwerte etwa für Cadmium einhalten würden. Dabei verlasse sich der Konzern auf die Angaben der Zulieferer. "Sollten uns entsprechende Hinweise vorliegen, dass gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen wird, würden wir umgehend entsprechende Maßnahmen zur Veränderung veranlassen“, fügte er hinzu.

Wenige Tage zuvor hatte "Bild am Sonntag" berichtet, dass der Streetscooter ein Problem mit dem Bleigehalt haben soll. Das Lenkgetriebe würde "für bestimmte Zulassungstypen" einen zu hohen Bleigehalt aufweisen.

Gemeint ist damit, dass seit 2016 verschärfte Anforderungen für den Schwermetallgehalt in Serienautos gelten. Diese strengeren Werte kann der seit 2014 produzierte Streetscooter anscheinend nicht erfüllen.

Post umgeht möglicherweise Grenzwert für Blei

Deswegen soll sich die Post eines Tricks bedienen. Damit sie die Transporter trotzdem auf die Straße bringt, werden die Streetscooter per Einzelabnahme zugelassen. Das ist teurer als eine Typzulassung, aber dann gelten höhere Grenzwerte, die der Transporter erfüllt.

StreetScooter-Chef Achim Kampker wies die Vorwürfe unterdessen vehement zurück. Der Vorwurf, in den Fahrzeugen sei zu viel Blei verbaut, weise das Unternehmen in aller Deutlichkeit zurück. Bei StreetScooter halte man sich strikt an die gesetzlichen Anforderungen und die jeweiligen Grenzwerte, die für die Kleinserie an Elektrofahrzeugen gelten.

Allerdings wurde schon 2015 die Kapazität für die Produktion der Elektrotransporter auf 15.000 Fahrzeuge gesteigert. Demnächst soll sie 20.000 Einheiten pro Jahr betragen. Damit hat Streetscooter die Größenordnung einer Kleinserie weit hinter sich gelassen.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet

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