Jeder Autofahrer hat schon einmal von ihr gehört: die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU. Doch was hat es mit der auch als "Idiotentest" bekannten Untersuchung auf sich? Wann droht sie und was muss man können, um sie zu bestehen? Lesen Sie hier alle Fakten rund um die MPU.

Nicht nur für viele Führerscheinanfänger haben diese drei Buchstaben eine erschreckende Wirkung: MPU. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung löst bei so manchem Autofahrer regelrechte Panikzustände aus – niemand will den berüchtigten "Idiotentest" über sich ergehen lassen müssen. Nicht zuletzt schämen sich auch viele, wenn sie als Kandidat zu der berüchtigten Untersuchung antreten sollen. Doch ist die MPU tatsächlich das Schreckgespenst, für das sie immer gehalten wird? Hier kommt die Aufklärung.

MPU nach wiederholtem Führerscheinentzug oder Alkoholfahrt

Zunächst: Eine MPU wird nicht nach jedem mittelschweren Vergehen im Straßenverkehr angeordnet. Wer also mit 140 in einer 100er-Zone geblitzt wird und für drei Monate die Fahrerlaubnis abgeben muss, dem droht nicht gleich eine MPU. Es müssen sogenannte Eignungszweifel vorliegen: Im Normalfall wird die Untersuchung erst bei einem wiederholten Entzug der Fahrerlaubnis angefordert. Wer aber mit mehr als 1,6 Promille Blutalkohol am Steuer erwischt wird, dem droht sie auch beim ersten Mal. Wichtig dabei: Diese Regelung betrifft nicht nur Autofahrer, sondern auch Rad- und E-Bike-Lenker.

Warum diese Grenze bei Alkohol? Der Gesetzgeber sieht bei solch massiven Alkoholfahrten die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Auffälligkeit als deutlich erhöht an – das haben wissenschaftliche Studien ergeben, auf die sich diese Einschätzung stützt. Andere Gründe für eine MPU sind etwa Fahrten unter Einfluss von Betäubungsmitteln, erhebliche und wiederholte Verstöße, die zu Punkten in Flensburg führen, oder Hinweise auf ein erhöhtes Aggressionspotenzial.

Was wird bei der MPU getestet?

Generell soll mit der MPU getestet werden, ob sich eine Person ganz allgemein wieder zum Führen von Kraftfahrzeugen eignet oder ob Bedenken gegen körperliche, geistige und charakterliche Eignung bestehen. Die Prozedur dauert bis zu vier Stunden und umfasst neben einem psychologischen Gespräch und einer verkehrsmedizinischen Untersuchung auch einen computergestützten Test zur Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit. Auch Aufgaben zur Aufmerksamkeit sind Teil des Verfahrens.

Teilnehmer, die die MPU beim ersten Mal nicht bestehen, können sie beliebig oft wiederholen. Wer sich allerdings wieder hinter das Steuer klemmen will, muss sie irgendwann bestehen: Ein Erfolg ist Voraussetzung zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis. Daher ist es besonders wichtig, den Termin der Fahrerlaubnisbehörde, an dem eine gültige MPU vorliegen muss, einzuhalten: Wird das Datum überschritten, lehnt die Behörde den Antrag auf Wiederausstellung der Fahrerlaubnis erst einmal ab.

Das kostet die MPU

Wie so oft sind die Kosten der MPU in einer einheitlichen Gebührentabelle vorgegeben. Dennoch kann es je nach Begutachtungsstelle zu Zusatzkosten kommen, etwa wenn Laborbefunde ausgewertet werden müssen. Generell muss aber mit einem mittleren dreistelligen Eurobetrag gerechnet werden. Daher ist es schon eine Frage des Geldbeutels, sich gut auf die Untersuchung vorzubereiten: Seriöse Anbieter haben verkehrspsychologisches Fachpersonal, das mit den Teilnehmern an deren Einstellungen feilt.

Über die Sinnhaftigkeit der MPU wird schon seit Jahren gestritten. Kritiker halten den Test für eine klare Abzocke, viele Organisationen zur Verkehrssicherheit – darunter auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) – halten die MPU mit ihren wissenschaftlich belegbaren Untersuchungen jedoch für notwendig, um die Straßen in Deutschland so sicher wie möglich zu machen.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet