Ohne Suchmachinen wäre das Internet wie der sprichwörtliche Heuhaufen voller Nadeln. Doch trotz der hilfreichen Internet-Gräber bleibt Wissen oft unter Bergen von Unsinn und Fehlinformationen verschüttet. Mit folgenden Finessen können Sie selbst den Spaten in die Hand nehmen.

Rund sechs Milliarden Menschen pflastern im Internet täglich neue Wege. Leider herrscht auch genau deswegen permanent Chaos auf dem endlosen Datenhighway. Suchmaschinen helfen wie ein GPS-System beim Navigieren durch die Weiten des Webs. Aber auch dabei kann die Fahrt über holprige Umwege führen, die in endlosem Klicken ohne Erfolg endet. Einfache Tipps und Tricks helfen Ihnen dabei, rechtzeitig eine Abkürzung einzuschlagen.

Auf den Spuren von Sherlock Holmes

Ob Gelegenheits-Sucher oder Online-Detektiv – es ist nie verkehrt, sich einige Kniffe in den Notizblock zu kritzeln. Wenn Sie auf der Suche nach guten Alternativen sind, zum Beispiel zu einem bestimmten Urlaubsort, einem kostenpflichtigen Programm oder anderen Parametern, dann tippen Sie doch Mal "better than" und dann den Suchbegriff ein, also "besser als Suchbegriff". Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit können Sie sich so das nervige Durchlesen von Magazinen, Katalogen oder Foreneinträgen sparen. Vergessen Sie die Anführungsstriche nicht, denn diese signalisieren, dass Sie auf genaue Worttreffer aus sind.

Auch praktisch: Bei Fragen bezüglich einer bestimmten Vorgehensweise, etwa dem Hochladen von Videos ins Web oder dem Binden einer Krawatte, empfiehlt es sich ein "how to" vor den Suchbegriff zu schreiben und das Ganze mit einem Fragezeichen ausklingen zu lassen. So etwas funktioniert auch in deutscher Sprache, also zum Beispiel "Wie binde ich einen Seemannsknoten?". Eine verwandte und meist umfangreichere Methode stützt sich auf die Suche nach pdf-Dateien. Hängen Sie dafür einfach ein "filetype:pdf" an ihren Suchbegriff an. Statt PDFs können Sie so übrigens auch die meisten anderen gängigen Dateiformate wie DOC oder JPG finden.

Aus den Memoiren von Wattson

Generell gilt: Benutzen Sie Ihre Fantasie. Wie könnte man noch nach dem Gesuchten fragen? Scheuen Sie nicht davor zurück auch ganze Sätze oder Phrasen einzugeben. Auf diese Weise werden Sie fast immer ein Forum finden, in dem jemand anderes bereits dieselbe Frage hatte und Antworten bekam. Gleiches gilt für Musitexte. Häufig reicht es schon wenige Wörter eines Liedes zu suchen, schon findet man Interpret und Songtitel. Eine sehr einfache, aber häufig unterschäzte Methode, um übersichtlich Zeit beim Surfen zu sparen, ist die Verwendung von mehreren Tabs in ihrem Browser. So können Sie schnell zwischen verschiedenen Seiten hin und her wechseln. Einen Tab öffnen Sie mit dem Tastaturbefehl "Ctrl + T" oder per Mausradklick auf einen Link. Ebenso hilfreich sind Favoriten. Machen Sie üppig davon gebrauch, denn Sie können nie wissen, wann eine gefundene Seite wieder einmal nützlich sein könnte.

Perfektion durch Präzision

Wenn Sie Plus- oder Minus-Zeichen in Ihre Suche mit einbeziehen, können Sie entweder mehrere Begriffe gleichzeitig in einem Artikel finden, also etwa "TV + Plasma + Sonderangebot" oder aber Ergebnisse präzisieren. Zum Beispiel wenn sie nach dem Regisseur J.J. Abrams suchen, aber keine Treffer bezüglich seiner Erfolgsserie "Lost" finden wollen. Es gibt allerdings noch eine stärkere Methode, um unerwünschte Ergebnisse auszuschließen. Auf der Suche nach (gebrauchten) Waren etwa wollen Sie keine Ebay oder Amazon Artikel sehen? Befehlen Sie der Suchmaschine diese wegzulassen, indem sie "-site:ebay.de -site:amazon.de" an ihren Begriff anhängen.

Wo wir gerade von Plus und Minus sprechen: Fast jede Suchmaschine lässt sich auch als zuverlässiger Taschenrechner verwenden. Dazu genügt es die Rechnung ins Suchfeld einzugeben, also vielleicht "78+15". Schon spuckt das Internet die Lösung aus. Nämlich 93. Das funktioniert meistens auch bei Übersetzungen, etwa "Fahrstuhl auf Englisch". Für Synonyme reicht es oft "Anderes Wort für Suchbegriff" einzugeben. Ein "define: Begriff" hingegen erzweckt eine Suche nach der erstbesten Erklärung für ein Wort.

Übung macht den Meister

Natürlich gibt es noch diverse weitere Tricks und jeder kennt seine eigenen Trampefpfade, doch mit diesem Basiswissen sollten Sie einen Großteil des Datenstaus umfahren können. Zum Schluss noch ein Surftipp: Suchen Sie doch mal nach Top-10-Listen über ein bestimmtes Thema. Gute Ergebnisse garantiert.

Max Trautman