Ein Glas Rotwein zum Abendessen, ein Bier zum Fußballgucken, ein Cocktail mit den Freundinnen – Gelegenheiten zum Trinken gibt es zur Genüge. Doch ab wann ist Alkohol schädlich, wo verlaufen die Grenzen zwischen Genuss, Gewohnheit und Abhängigkeit?

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Frauen sollten im Durchschnitt pro Tag nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen. Das entspricht in etwa einem kleinen Bier oder einem Glas Wein. Für Männer gilt die doppelte Menge, also 24 Gramm, als unbedenklich. So lauten die offiziellen Empfehlungen für gesunde Erwachsene.

An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte man vollständig auf Alkohol verzichten. Wer diese Grenzwerte regelmäßig überschreitet, kann seine Gesundheit gefährden. Das gilt auch für diejenigen, die unter der Woche keinen oder nur wenig Alkohol trinken, es aber am Wochenende so richtig krachen lassen.

Dieses sogenannte Rauschtrinken gilt nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als eine Form von Alkoholmissbrauch.

"Als Rauschtrinken wird bezeichnet, wenn Frauen mehr als vier Standardgläser Alkohol und Männer mehr als fünf Standardgläser Alkohol zu je einer Trinkgelegenheit konsumieren", teilt die Bundeszentrale unserer Redaktion in einer schriftlichen Antwort mit.

Trinkgewohnheiten hinterfragen

Oft hat Trinken etwas Geselliges und gehört zu festlichen Anlässen einfach dazu. Dennoch ist es wichtig, die eigenen Trinkgewohnheiten zu hinterfragen, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

"Das gilt sowohl für Alltagssituationen als auch für Feiern und andere Anlässe, zu denen oft alkoholische Getränke angeboten werden. Wichtig dabei ist, sich klar zu machen, dass es völlig in Ordnung ist, den persönlichen Alkoholkonsum selbst zu bestimmen und sich nicht von anderen unter Druck setzen zu lassen."

Es ist erwiesen, dass übermäßiger Alkoholkonsum die Leber schädigen kann. Man weiß durch die Forschung mittlerweile auch, dass andere Organe sowie die Psyche durch regelmäßiges Trinken dauerhaft beeinträchtigt werden können. Sogar einige Krebsarten werden durch erhöhten Alkoholkonsum begünstigt.

Der Übergang vom Party- zum Gewohnheitstrinken und weiter zur Alkoholabhängigkeit ist oft fließend. Bedenklich wird es, wenn Alkohol genutzt wird, um Stress abzubauen oder sich wohlzufühlen.

Wenn Alkohol zum Problem wird

Ein eindeutiges Signal für ein problematisches Trinkverhalten ist, wenn dieses in Konflikten mündet, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf Anfrage unserer Redaktion.

"Wenn Sie zum Beispiel häufiger in Streit mit ihrer Partnerin oder dem Partner geraten wegen des Alkoholkonsums. Oder wenn andere Interessen und Verpflichtungen zugunsten des Alkoholtrinkens vernachlässigt werden oder die Gedanken tagsüber überwiegend darum kreisen, wann wieder Alkohol getrunken werden kann."

Auch wiederholte, erfolglose Versuche, weniger zu trinken oder abstinent zu bleiben, sind eindeutige Zeichen für ein Alkoholproblem. In diesen Fällen sollte man sich professionelle Hilfe holen, zum Beispiel bei der kostenfreien Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder einer Suchtberatungsstelle in der Nähe.

Wer befürchtet, dass ein Familienmitglied oder Freund zu viel trinkt, dem empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dies in einer ruhigen Minute anzusprechen und dabei Vorwürfe zu vermeiden.

"Bleiben Sie sachlich, sprechen Sie konkret an, was Ihnen an der Person aufgefallen ist und wie sie sich verändert hat", so die Behörde.

Man solle erklären, "dass Sie sich Sorgen um ihre oder seine Gesundheit machen und sie oder ihn nicht kontrollieren wollen. Auch wenn ein solches Gespräch weder für Sie noch für Ihr Gegenüber einfach ist und das Thema Alkoholsucht ein sehr persönliches und deshalb häufig schambesetztes Thema ist, sollten Sie das Thema dennoch offen ansprechen."

Bei ersten Versuchen könne dies zu Abwehrreaktionen führen, weiß die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Davon solle man sich aber nicht entmutigen lassen."Versuchen Sie es erneut und zeigen Sie dem anderen vor allem, dass Sie jederzeit ein offenes Ohr haben."

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

Verwendete Quellen:

  • Krebsinformationsdienst.de
  • Schriftliche Antwort der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
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