Laien verwechseln oft Kopfweh und Migräne. Wer darunter leidet weiß jedoch: Mit leichten Kopfschmerzen kann man diese Erkrankung des Gehirns nicht vergleichen.

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Bei Migräne gesellen sich zu den intensiven Schmerzattacken teilweise Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen, Appetitlosigkeit und Empfindlichkeit gegen Geräusche, Licht oder sogar Gerüche.

Typisch sind pulsierende oder stechende Kopfschmerzen, die anfallartig auftreten. Meist betreffen sie nur eine Kopfseite sowie den Bereich um Stirn, Schläfen und Augen. Ebenfalls symptomatisch für Migräne: Bei Bewegung verschlimmert sich die Qual, Ruhe und Dunkelheit dagegen lindern den Schmerz.

Wie lange dauert eine Migräne-Attacke?

Unbehandelt dauert die Kopfschmerzphase zwischen vier Stunden bis zu drei Tagen. Selbst wenn die Attacke vorbei ist, fühlen sich viele Patienten noch Stunden oder gar Tage später müde und erschöpft.

In der Regel treten die Attacken episodisch auf, doch wenn sich die Migräne immer häufiger bemerkbar macht, kann die Erkrankung chronisch werden. Bestehen die Symptome mehr als 15 Tage pro Monat, spricht dies für chronische Migräne.

Wer kann Migräne bekommen?

Migräne ist kein seltenes Leiden: Etwa 13 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer kennen diese Schmerzattacken. Viele Frauen haben kurz vor oder zu Beginn der Monatsblutung Migräneattacken. Am häufigsten betroffen sind Erwachsene zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. In dieser Altersstufe leiden dreimal so viele Frauen wie Männer an Migräne. Doch bereits im Schulkind-Alter können Migräneattacken vorkommen, wenn auch selten vor der Pubertät.

Was sind Migräne-Trigger?

Als Trigger bezeichnet man Faktoren, die eine Migräne auslösen können. Neben einer biologischen Veranlagung können das individuelle Faktoren sein. So reagieren manche Menschen auf Stress, Schlafmangel oder Reizüberflutung mit Migräneanfällen. Auch wer fastet oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, kann betroffen sein. Auch alkoholische Getränke wie Rotwein, Medikamente mit sogenannten Nitroverbindungen und Koffeinentzug können Migräne triggern. Gewisse Wetterlagen - wie der Föhnwind im süddeutschen Raum - werden ebenfalls als Trigger vermutet.

Welche Arten von Migräne gibt es und wie äußern sich diese?

Manchmal kündigt sich die Migräne an. Symptome wie Sehstörungen, Kribbel- oder Schwindelgefühle können Vorboten sein. Man spricht dann von einer "Aura". In seltenen Fällen können sogar Sprachstörungen oder Lähmungen eintreten. Migräne mit Aura tritt in etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle auf. Männer sind hier häufiger betroffen als Frauen.

Doch auch bei der herkömmlichen Variante der Migräne ohne Aura kann es Vorboten geben. Man spricht dann von der Prodromalphase. Stunden vor der eigentlichen Attacke oder sogar bereits zwei Tage im Voraus können folgende Symptome wie Müdigkeit, Heißhunger, Konzentrationsschwäche oder Licht- und Lärmempfindlichkeit die Kopfschmerzphase ankündigen. Auch psychische Auffälligkeiten wie Gereiztheit, Stimmungsschwankungen oder Gleichgültigkeit sind möglich.

Seltener sind Sonderformen wie die vererbbare Familiäre Hemiplegische Migräne, bei der während der Dauer eines Migräne-Anfalls halbseitige Lähmungen auftreten. Die Retinale Migräne bringt einen Gesichtsfeldausfall für die Dauer der Attacke mit sich - bis hin zum Erblinden für einige Minuten. Noch seltener ist die Migräne mit Hirnstamm-Aura, bei der es neben Sehstörungen zu Benommenheit bis zum Koma kommen kann.

Wie stellt der Arzt Migräne fest?

Ob eine Migräne vorliegt, diagnostiziert ein Arzt im Gespräch. Indikatoren wie Art, Stärke, Dauer und Häufigkeit der Anfälle helfen bei der Diagnose. Der Patient kann bei der Diagnose helfen, indem er ein Kopfschmerztagebuch führt.

Zusätzlich soll eine neurologische Untersuchung andere Erkrankungen ausschließen. Ist die Symptomatik nicht eindeutig, können - je nach Verdachtsdiagnose - weitere Untersuchungen wie Ultraschall, CCT, MRT oder EEG nötig sein.

Wie wird Migräne behandelt?

Bei einer akuten Kopfschmerzattacke sollen in der Regel gängige Schmerzmittel die Pein lindern. Bei leichten bis mittelschweren Symptomen werden beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt. Sind die Beschwerden noch intensiver, kommen Triptane als Therapie zur Anwendung. Diese migränespezifischen Medikamente sollen an die Wurzel des Übels: Sie sollen die neurovaskuläre, also eine an den Blutgefäßen des Gehirns und der Hirnhäute vorhandene Entzündung eindämmen, welche die Blutgefäße der Hirnhäute dehnt. Diese Entzündungsreaktion bewirkt nach heutigem Stand die typischen Migränekopfschmerzen.

Die Medikamentation sollte nie in Eigenregie geschehen, sondern durch den behandelnden Arzt erfolgen. Denn wer zu häufig und über längere Zeit Schmerzmittel nimmt, muss eine Verschlechterung der Migräne befürchten. Außerdem kann es zu vielen weiteren gefährlicheren Nebenwirkungen kommen - bei dauerhafter Einnahme von hohen Dosen drohen sogar zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen.

Wer regelmäßig unter Migräne leidet, dem wird der Arzt zur Prophylaxe raten. Neben entsprechenden Medikamenten sollte die Therapie mit anderen vorbeugenden Maßnahmen ergänzt werden, wie beispielsweise durch diverse Entspannungsmethoden (Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training), Ausdauersport oder Akupunktur. Sitzen die Stress-Faktoren tiefer, kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Als bewährte Hausmittel gelten das Auftragen von Pfefferminzöl auf die Schläfen sowie Tees mit Gewürznelke, Ingwer oder Kamillenblüten.

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Migräne- und Kopschmerzgesellschaft: "Migräne - Informationen für Patientinnen und Patienten"
  • Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung: "Migräne"
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: "Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne"
  • Neurologen und Psychiater im Netz: "Was ist Migräne?"
  • Krankenkassenzentrale: "Migräne – vorübergehender Schmerz oder ernsthafte Krankheit?"
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