Fritz von Weizsäcker, Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, wird während eines Vortrags in einer Berliner Klinik erstochen. Der Angreifer soll in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

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Fritz von Weizsäcker hält am Dienstagabend in der Berliner Schlosspark-Klinik einen Vortrag. Noch während der Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor dem Laienpublikum referiert, stürmt ein Mann auf die Bühne – ein Messer in der Hand.

Ein Polizist aus dem Publikum versucht den Angreifer noch zu überwältigen und wird dabei selbst schwer verletzt. Als Rettungssanitäter und ein Notarzt gegen 19:00 Uhr eintreffen, ist Fritz von Weizsäcker bereits tot. Erstochen.

Bei dem Versuch den Täter aufzuhalten, wird ein Polizist bei dem tödlichen Angriff auf Fritz von Weizsäcker schwer verletzt. Nun ist der Beamte zum zweiten Mal operiert worden. 

Weil mehrere der etwa 20 Zuschauer dabei helfen, den Täter festzuhalten, kann die Polizei den Mann noch vor Ort festnehmen. Doch auch am Tag nach der Tat sind viele Fragen ungeklärt.

Der Angreifer soll nun in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Dies wolle man in Hinblick auf eine "akute psychische Erkrankung" beantragen, teilte die Staatsanwaltschaft Berlin mit.

Was ist das Motiv hinter der Attacke?

Laut Staatsanwaltschaft liegt das Motiv "nicht im höchstpersönlichen Bereich", sondern in einer "wohl wahnbedingten allgemeinen Abneigung des Täters gegen die Familie des Getöteten".

Wer ist der Angreifer?

Bei dem Täter handelt es sich um einen 57 Jahre alten Deutschen. Bislang war der Mann noch nicht polizeibekannt. Gerüchte, dass es sich um einen Patienten der Klinik handelt, dementiert eine Sprecherin der Polizei später.

Wie die Polizei Berlin mitteilte, stammt der Mann aus Rheinland-Pfalz. Er habe dort seinen festen Wohnsitz und keinen in Berlin. Mit einem richterlichen Beschluss und Unterstützung der Kollegen in Rheinland-Pfalz werde die Wohnung des Mannes durchsucht. Er soll noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

Nach Informationen von "Bild" sei bei der Wohnungsdurchsuchung nichts Auffälliges gefunden worden. Wie die Zeitung weiter schreibt, sei der Angreifer psychisch auffällig.

Eine Polizeisprecherin erklärte aber am Dienstagmittag, dass bisher keine Erkenntnisse zur Zurechnungsfähigkeit des 57-Jährigen vorliegen würden.

Wer ist das Opfer?

Fritz Eckhart von Weizsäcker wurde 1960 in Essen geboren. Er war das jüngste von vier Kindern des 2015 verstorbenen Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Von 1979 bis 1987 studierte Fritz von Weizsäcker Humanmedizin in Bonn und Heidelberg. Nach seiner Facharztausbildung für Innere Medizin und Gastroenterologie wurde er 2003 Professor für Innere Medizin an der Universität Freiburg.

Seit 2005 war von Weizsäcker Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Er galt als Experte für Leber- und Gallenwegserkrankungen.

Nach Angaben seiner Klinik engagierte sich von Weizsäcker, neben seinem beruflichen Wirken, in mehreren Vereinigungen. So saß er unter anderem im Vorstand der Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie in Berlin und Brandenburg und im Vorstand beim Gesundheitsportal der Stadt Berlin.

Mit Material der dpa.

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Teaserbild: © picture alliance/dpa