Das war eine Amtsübergabe in Rekordzeit: Nicht einmal eine Minute brauchen Christian Kern und Sebastian Kurz für die Zeremonie. Wie ziemlich beste Feinde eben.

Kürzer hat eine Amtsübergabe wohl noch nie gedauert: In 50 Sekunden ist alles erledigt. Und hätte es ein Sinnbild dafür gebraucht, wie angespannt das Verhältnis zwischen dem nunmehrigen Ex-Kanzler Christian Kern und Neo-Kanzler Sebastian Kurz sein dürfte - die Fotos des Akts sprechen Bände.

"Viel Erfolg" - und Abgang

Kern wünschte seinem Nachfolger "viel Erfolg". Österreich sei in einem sehr guten Zustand. Es sei an der neuen Regierung, darauf aufzubauen und das Land in ruhige Gewässer zu führen.

Eine für einen Oppositionspolitiker ungewöhnliche Aussage, wie Kern selbst feststellte, kam zum Schluss: "Ich fände es gut, wenn diese Regierung auch Erfolg hat." Und: Abgang.

Ursprünglich hätte die Amtsübergabe Montagmittag auf der Stiege des Kanzleramts stattfinden sollen. Doch wegen des großen Medienandrangs wurde der Handschlag zwischen Kern und Kurz in den Kongresssaal verlegt, wo auch die Briefings nach dem Ministerrat stattfinden.

Kern wird ab sofort nur noch als Klubobmann der SPÖ im Nationalrat fungieren. (ank)