Wegen Auschwitz ist er in die Politik gegangen, nun macht es sich Außenminister Heiko Maas zur Aufgabe, den Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen. Dabei liegt sein Augenmerk sowohl auf Rechtsradikalen, aber auch importiertem Antisemitismus.

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Außenminister Heiko Maas will den Kampf gegen Antisemitismus ausbauen und dabei auch verstärkt Einwanderer in den Blick nehmen. Für die größte Zahl der Vorfälle seien aber Rechtsradikale verantwortlich, sagte Maas am Dienstag in Berlin bei einer Auftaktkonferenz eines europäischen Netzwerkes gegen Judenfeindlichkeit. "Antisemitismus ist kein Importprodukt", sagte Maas.

"Nichts zu beschönigen"

Es gelte, Gleichgültigkeit entgegenzuwirken und Wissenslücken zu schließen, sagte der SPD-Politiker. "Diese Aufgabe ist auch durch die Migrationsbewegung der letzten Jahre größer geworden, da gibt es auch nichts zu beschönigen", sagte Maas. "Viele der Menschen, die zu uns kommen, haben schon früh antisemitische Klischees eingeimpft bekommen."

Maas verwies auf ein Buch des Journalisten Constantin Schreiber, das Beispiele dafür enthalte, wie selbst Schulbücher in manchen Ländern Juden diffamierten. "Solche Zerrbilder prägen sich ein, vor allem bei jungen Menschen in ihrer Entwicklung, und sie gehen auch mit dem Überqueren der deutschen Grenze nicht verloren", sagte Maas.

Der Minister lobte die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA), die das Projekt einer europäische Vernetzung von Initiativen gegen Judenfeindlichkeit vorangetrieben hat. Ziel ist es, Menschen und Projekte, gerade auch aus dem Umfeld der Migration, zu stärken, die gegen Antisemitismus eintreten.  © dpa

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