Sabine Oberhausers Nachfolge ist geklärt: Der SPÖ-Vorstand spricht sich geschlossen für Pamela Rendi-Wagner als neue Ministerin aus. Angelobt werden könnte sie schon am Montag.

Der SPÖ-Vorstand hat sich einstimmig auf Pamela Rendi-Wagner als Nachfolgerin für Sabine Oberhauser geeinigt. Zuvor hatten sowohl die SPÖ-Frauen als auch die Gewerkschaft angekündigt, Rendi-Wagner zu unterstützen.

Rendi-Wagner übernimmt beide Agenden von Oberhauser: Sie wird das Gesundheits- und Frauenministerium leiten. Im Vorfeld hatte es parteiintern Diskussionen gegeben, weil die 46-Jährige weder Mitglied der SPÖ-Frauen ist, noch aus der Gewerkschaft kommt.

Unterstützung von Gewerkschaftsseite

Für ÖGB-Chef Erich Foglar tut es nichts zur Sache, dass Oberhausers Nachfolgerin nicht aus der Gewerkschaft kommt: "Ich denke, dass die Entscheidung eigentlich eine sehr gute sein wird", sagte er der Austria Presse Agentur. Rendi-Wagner sei "ganz einfach eine kompetente Frau in der Sache".

"Wer für die Menschen in Österreich arbeitet, der arbeitet auch für die Gewerkschaft", betonte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ). Er ist nun der einzige Gewerkschafter im Regierungsteam.

SPÖ-Frauen stehen hinter der neuen Ministerin

Gabriele Heinisch-Hosek, Chefin der SPÖ-Frauen, erklärte, sie freue sich, dass man am Internationalen Frauentag eine neue Gesundheits- und Frauenministerin präsentieren könne.

Heinisch-Hosek betonte Mittwochfrüh, es sei "besonders wichtig", dass das Frauenministerium nicht in ein Staatssekretariat umgewandelt worden sei. Vor Rendi-Wagners Nominierung hatte es Überlegungen gegeben, die Frauenagenden an SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar abzugeben.

Letztlich könnten die SPÖ-Frauen aber "gut akzeptieren, wie Christian Kern entschieden hat", sagte Heinisch-Hosek. Man werde Rendi-Wagner so gut wie möglich unterstützen.

Angelobung am Weltfrauentag

Die Angelobung der bisherigen Sektionschefin im Gesundheitsministerium wird schon heute - am Weltfrauentag - erfolgen. Das teilte das Pressebüro der Hofburg mit. Um 14:00 Uhr wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen Rendi-Wagner mit den Agenden Gesundheit und Frauen betrauen.

Am Dienstag tritt der Nationalrat das nächste Mal zusammen: Dann soll die neue Ministerin dem Parlament vorgestellt werden.

Seit 2011 ist Rendi-Wagner Leiterin der Sektion III "Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten" im Bundesministerium für Gesundheit. Die 46-Jährige hat an der Medizinischen Universität Wien studiert und 1996 promoviert. Nach einer Facharztausbildung in London kehrte sie nach Wien zurück. Ihre Habilitation hatte "Prävention durch Impfungen" zum Thema. (ank)