• In der Nacht zum Donnerstag hat der russische Präsident Wladimir Putin eine "Militäroperation" in der Ukraine angekündigt, kurz darauf begannen die Angriffe auf das Nachbarland.
  • Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Deutschland, so muss unter anderem mit Flüchtlingen und steigenden Gaspreisen gerechnet werden.

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Nur 1.200 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Berlin und Kiew: Der Krieg rückt nah heran an Deutschland. Der russische Angriff auf die Ukraine wird spürbare Auswirkungen auf das Leben in der Bundesrepublik haben - auf verschiedenen Ebenen.

Flüchtlinge aus der Ukraine

Lange Staus auf Kiews Ausfallstraßen: Der russische Angriff treibt viele Ukrainer in die Flucht. Bis zu fünf Millionen Menschen - so schätzt es die US-Regierung - könnten ihre Heimat verlassen. Viele von ihnen dürfte es zunächst ins westliche Nachbarland Polen ziehen.

Von dort ist der Weg nach Deutschland nicht weit. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte "massive" Hilfen für die Aufnahmeländer an. Auch in Deutschland laufen Vorkehrungen in Politik und Zivilgesellschaft für die Flüchtlingsaufnahme an - angedacht ist etwa eine Wiedereröffnung von Erstaufnahmeeinrichtungen.

Gaspreise

Deutschland bezieht mehr als die Hälfte seiner Erdgasimporte aus Russland - ist also stark abhängig von den Lieferungen, und kurzfristig gibt es wenig Alternativen. Der russische Angriff und die Sanktionen des Westens gegen Moskau werden Auswirkungen auf diese Geschäftsbeziehung haben: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rechnet mit weiter steigenden Preisen. Er warf Russland vor, die aktuell hohen Preise durch Verknappung des Angebots nach oben getrieben zu haben.

Die Gasbranche sieht indessen die Gasversorgung für Deutschland mit Blick auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine aktuell als gesichert an. Vorstand Timm Kehler vom Branchenverband Zukunft Gas sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: "Wir beobachten sehr genau die aktuelle Versorgungslage und können zumindest kurzfristig sagen: Für Deutschland ist die Gasversorgung gesichert. Insbesondere die Heizungskunden müssen sich aufgrund ihrer besonders geschützten rechtlichen Position und des diversifizierten Gasbezuges aus anderen Ländern keine Sorgen machen. Dieses Bild wird auch von den Meldungen, die wir von unseren Mitgliedern erhalten, bestätigt."

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Fünfte Kriegswoche in der Ukraine: Die Ereignisse in Bildern

Am 24. Februar hat Russland auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin mit einem breit angelegten Angriff auf die Ukraine begonnen. Nun geht der Krieg bereits in die fünfte Woche. Millionen Menschen sind auf der Flucht und immer mehr Städte in der Ukraine von den Kämpfen betroffen.

Verteidigungshaushalt

Heeresinspekteur Alfons Mais, einer der ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr, machte seinem Unmut am Donnerstag in ungewöhnlicher Offenheit Luft: Nun herrsche Krieg in Europa, "und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da", sagte Mais. Die Bundeswehr sei kaputtgespart worden.

Deutschland, so viel lässt sich prophezeien, wird künftig mehr für seine Verteidigung ausgeben müssen. Dabei ist der Wehretat in den letzten fünf Jahren schon deutlich gestiegen - von 37 Milliarden Euro 2017 auf 50,5 Milliarden Euro 2022.

Cyberattacken

Russland führt nicht nur Krieg am Boden - sondern auch im Netz. Das Land gilt deutschen Sicherheitsbehörden als einer der wichtigsten Urheber von Cyber-Attacken. Die deutschen Behörden fuhren in Erwartung solcher Angriffe bereits ihre Abwehrmaßnahmen hoch, wie das Bundesinnenministerium erklärte.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Verfassungsschutzbehörden Institutionen und Unternehmen der wichtigen Infrastruktur geraten, ihren IT-Schutz zu verstärken. Die Ukraine meldete letzte Woche massive Cyber-Angriffe.

Reiseverkehr

Die Ukraine hat ihren Luftraum aus Sicherheitsgründen für zivile Flugzeuge geschlossen. Dies bedeutet, dass Flüge etwa von Europa nach Fernost einen Umweg fliegen müssen. Öffentlich zugängliche Flug-Tracker wie Flightaware.com zeigten am Donnerstag, dass viele Jets die Ukraine südlich über den Balkan und die Türkei umflogen.

Der Luftverkehr über der Ukraine war seit dem Abschuss eines Malaysia-Airlines-Flugs 2014 über der Ostukraine ohnehin begrenzt. Gravierender wäre es, wenn der russische Luftraum gesperrt würde - hier verlaufen wichtige Flugkorridore. (afp/dpa/ari)